"Trophäen" von Rune (The Dresden Files)
Autor: Rune
Titel: Trophäen
Serie: The Dresden Files
Genre: Fantasy
Status: Vollendet
Zusammenfassung des Autors: Harry Dresden ist nicht der einzige Magier-Detektiv in Chicagos Gelben Seiten. Noch ist er lediglich ein Jugendlicher, dessen Talent sich in Schwierigkeiten zu bringen größer zu sein scheint, als seine magische Begabung.
Link: www.fanfiktion.de/s/4aae1f9600004d8c0670f230
Bemerkung: Ich habe ‚The Dresden Files‘ nicht gelesen und kenne daher weder den Stil noch die Hintergründe oder die Charaktere
Sprache
Sprachlich kann ich rein am technischen Aspekt überhaupt nicht meckern: Es finden sich kaum Fehler, Grammatik und Rechtschreibung sind einwandfrei und die Syntax abwechslungsreich aber angenehm zu verfolgen. Die Autorin (und ihre Betaleserin) hat wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Auch die Metaphern und Beschreibungen sind wieder genauso gut gelungen wie in ‚Eine Frage des Vertrauens‘, wozu ich schon einen Kommentar geschrieben hatte. Zu viele komplizierte Fachwörter konnte ich nicht entdecken, aber mir kam es so vor, als würde die Sprache eher Distanz als Nähe schaffen.
Der wirklich ausgereifte und sehr große Wortschatz wird gekonnt zu einem sehr klaren und korrekten Stil verarbeitet, der mit trockenem und sarkastischem Humor gewürzt war. Eigentlich würde mir diese Art des Schreibens sehr gefallen, aber ein bisschen störte mich die Tatsache, dass der Ich-Erzähler ein 16-Jähriger ist. Der Stil passte nicht ganz zu ihm – zumindest aus meiner Sicht, die ich über Harry Dresden so gut wie nichts weiß.
Inhalt
Die Geschichte ist eine kurze Episode aus Harry Dresdens Leben. Nach einem schrecklichen Ereignis mit seinem Ziehvater ist er von Alpträumen geplagt, steht unter strenger Beobachtung und wird von einem Dämon verfolgt. Der 16-Jährige läuft weg, aber dadurch kommt er nur in noch mehr Schwierigkeiten. Er wird von Magier-Gegnern außer Gefecht gesetzt und eingesperrt und als ihm die Flucht gelingt, wird er von einem Kelpie angefallen. Kaum dass er von diesem gerettet wird, wartet auch schon die nächste Auseinandersetzung auf ihn.
Alle Ereignisse sind logisch nachvollziehbar und in sich schlüssig aufgebaut. Das Erzähltempo wechselt zwischen schnellen Kampfszenen und etwas langsameren Szenen ab, je nachdem was nun passend ist. Die detailreichen Beschreibungen vermitteln die dazu passende Atmosphäre.
Charaktere
Der Ich-Erzähler ist hier der 16-jährige Harry Dresden, der zu einem späteren Zeitpunkt von seiner Vergangenheit erzählt, so scheint es mir. Das erkennt man an Aussagen, die etwa so klangen: „Wenn ich vernünftig gewesen wäre, dann… Ich war nicht vernünftig.“ Das hört sich an wie jemand, der im Nachhinein sein Verhalten beurteilt.
Diese Perspektive führt dazu, dass eine Art Distanz zur Handlung und zum Protagonisten aufgebaut wird, erklärt aber auch den sehr „erwachsenen“ Erzählstil und dass ein „Städter“ so viel Ahnung von ländlicher, altertümlicher Architektur hat (unter anderem). Man kann verstehen, warum Harry so oder anders gehandelt hat, aber so wirklich mittendrin fühlt man sich nicht.
Fazit
Wieder kann ich die Geschichte auch Lesern empfehlen, die „The Dresden Files“ nicht kennen, auch wenn Kenner vermutlich auch mit den Anspielungen auf Harrys jüngste Vergangenheit und andere Begebenheiten etwas anfangen können. Die Atmosphäre ist gut gelungen und die Handlung spannend, einzig der etwas distanzierte Stil fördert nicht unbedingt Identifikation mit dem Protagonisten.
Smailii1805