"Trophäen" von Rune (The Dresden Files)

Veröffentlicht auf von Smailii1805

Autor: Rune

Titel: Trophäen

Serie: The Dresden Files

Genre: Fantasy

Status: Vollendet

Zusammenfassung des Autors: Harry Dresden ist nicht der einzige Magier-Detektiv in Chicagos Gelben Seiten. Noch ist er lediglich ein Jugendlicher, dessen Talent sich in Schwierigkeiten zu bringen größer zu sein scheint, als seine magische Begabung.

Link: www.fanfiktion.de/s/4aae1f9600004d8c0670f230

 

Bemerkung: Ich habe ‚The Dresden Files‘ nicht gelesen und kenne daher weder den Stil noch die Hintergründe oder die Charaktere

 

Sprache

 

Sprachlich kann ich rein am technischen Aspekt überhaupt nicht meckern: Es finden sich kaum Fehler, Grammatik und Rechtschreibung sind einwandfrei und die Syntax abwechslungsreich aber angenehm zu verfolgen. Die Autorin (und ihre Betaleserin) hat wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Auch die Metaphern und Beschreibungen sind wieder genauso gut gelungen wie in ‚Eine Frage des Vertrauens‘, wozu ich schon einen Kommentar geschrieben hatte. Zu viele komplizierte Fachwörter konnte ich nicht entdecken, aber mir kam es so vor, als würde die Sprache eher Distanz als Nähe schaffen.

 

Der wirklich ausgereifte und sehr große Wortschatz wird gekonnt zu einem sehr klaren und korrekten Stil verarbeitet, der mit trockenem und sarkastischem Humor gewürzt war. Eigentlich würde mir diese Art des Schreibens sehr gefallen, aber ein bisschen störte mich die Tatsache, dass der Ich-Erzähler ein 16-Jähriger ist. Der Stil passte nicht ganz zu ihm – zumindest aus meiner Sicht, die ich über Harry Dresden so gut wie nichts weiß.

 

Inhalt

 

Die Geschichte ist eine kurze Episode aus Harry Dresdens Leben. Nach einem schrecklichen Ereignis mit seinem Ziehvater ist er von Alpträumen geplagt, steht unter strenger Beobachtung und wird von einem Dämon verfolgt. Der 16-Jährige läuft weg, aber dadurch kommt er nur in noch mehr Schwierigkeiten. Er wird von Magier-Gegnern außer Gefecht gesetzt und eingesperrt und als ihm die Flucht gelingt, wird er von einem Kelpie angefallen. Kaum dass er von diesem gerettet wird, wartet auch schon die nächste Auseinandersetzung auf ihn.

 

Alle Ereignisse sind logisch nachvollziehbar und in sich schlüssig aufgebaut. Das Erzähltempo wechselt zwischen schnellen Kampfszenen und etwas langsameren Szenen ab, je nachdem was nun passend ist. Die detailreichen Beschreibungen vermitteln die dazu passende Atmosphäre.

 

Charaktere

 

Der Ich-Erzähler ist hier der 16-jährige Harry Dresden, der zu einem späteren Zeitpunkt von seiner Vergangenheit erzählt, so scheint es mir. Das erkennt man an Aussagen, die etwa so klangen: „Wenn ich vernünftig gewesen wäre, dann… Ich war nicht vernünftig.“ Das hört sich an wie jemand, der im Nachhinein sein Verhalten beurteilt.

 

Diese Perspektive führt dazu, dass eine Art Distanz zur Handlung  und zum Protagonisten aufgebaut wird, erklärt aber auch den sehr „erwachsenen“ Erzählstil und dass ein „Städter“ so viel Ahnung von ländlicher, altertümlicher Architektur hat (unter anderem). Man kann verstehen, warum Harry so oder anders gehandelt hat, aber so wirklich mittendrin fühlt man sich nicht.

 

Fazit

 

Wieder kann ich die Geschichte auch Lesern empfehlen, die „The Dresden Files“ nicht kennen, auch wenn Kenner vermutlich auch mit den Anspielungen auf Harrys jüngste Vergangenheit und andere Begebenheiten etwas anfangen können. Die Atmosphäre ist gut gelungen und die Handlung spannend, einzig der etwas distanzierte Stil fördert nicht unbedingt Identifikation mit dem Protagonisten.

 

Smailii1805

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Veröffentlicht in Fanfiction_Literatur

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Kommentiere diesen Post
R
<br /> Hallo Smailii,<br /> <br /> danke noch mal für die Rückmeldung. :-) Okay, da bin ich ja froh, dass das nicht mein Brett war. *g* Bei meiner nächsten Dresden Files FF werde ich mal drauf achten, dass da die Erzähldistanz nicht<br /> so groß wird. Aber wenn ich Harry als Erwachsenen erzählen lasse, wird das wohl automatisch so werden, hoffe ich...<br /> <br /> LG<br /> Rune<br /> <br /> <br />
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R
<br /> Hi, Smailii<br /> <br /> *verzweifeltguckt* Ich weiß immer noch nicht, was für "Fachbegriffe" du meinst! Ich dachte, ich hätte gar keine benutzt. Kannst du mit ein Beispiel für einen dieser Fachbegriffe geben, damit ich<br /> weiß wovon die Rede ist?<br /> <br /> LG<br /> Rune<br /> <br /> <br />
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S
<br /> Nun ja, mit Fachausdrücken meinte ich eigentlioch nur diese eine Szene, wo Harry das Interieur des Quellhauses beschreibt. Komischerweise finde ich die Stelle jetzt nicht mehr, also sage ich mal,<br /> dass an der Stelle ICH ein Brett vorm Kopf hatte. Sorry, muss wohl damit was zu tun haben, dass mich die schon beschriebene Perspektive irgendwie irritiert hat.<br /> <br /> Grüße<br /> <br /> <br />
R
<br /> Hi Smiley,<br /> <br /> bei der Distanz habe ich mich an die Originalbücher gehalten, bei denen der Autor den Protagonisten über vergangenes reflektieren lässt und die ab und zu Leser direkt anspricht, was ich anfangs<br /> auch recht komisch fand.<br /> <br /> Was die "Architektur" betrifft, muss ich noch mal nachhaken - Harry weiß, dass es ein Quellhaus ist, da er ähnliches von der Farm kennt, auf der er untergebracht worden ist. Ansonsten hat er sich<br /> die Funktionen durch grübeln erschlossen. Wo meinst du genau wisse er da etwas, was jemand in seinem Alter und als Städter nicht wissen könnte? (Vielleicht hab ich ja ein Brett vor dem Kopf und<br /> sehe das offensichtliche nicht - wäre nicht das erste mal, dass das vorkommt... *g*)<br /> <br /> LG<br /> Rune<br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Nun ja, ich fand es etwas komisch, dass er die genauen Fachbegriffe für dieses und jenes kannte, aber das hat auch etwas mit der Erzählweise zu tun. Jetzt wo ich überlege, wäre es natürlich<br /> logisch, dass der zurückblickende Harry diese kennt. Allerding ist aus dem Aspekt des Zurückblickens die Detailgenauigkeit wieder unglaubwürdig; außer Harry hat ein wirklich<br /> fotografisches Gedächtnis. Aber vielleicht ist das in den Romanen auch so gehalten?<br /> <br /> Smailii1805<br /> <br /> <br /> <br />
R
<br /> Hallo, Smailii1805!<br /> <br /> Danke schön für dein Feedback!<br /> <br /> Der Ich-Erzähler ist schon etwas älter als zu der Zeit des Geschehens, vielleicht klingt er deswegen etwas zu erwachsen.<br /> (Hm, da müsste ich mir überlegen, wie man das dem Leser klar macht... Ich hatte das vorausgesetzt, da der Erzähler der eigentlichen Bücher, zu denen ich mit der FF quasi die "Vorgeschichte" erzählt<br /> habe, Ende 20, Anfang 30 ist.)<br /> <br /> Öhm, was meinst du mit "Ahnung von ländlicher, altertümlicher Architektur"? Harry hat Ahnung von (alten) Automarken - das halte ich aber nicht für ungewöhnlich bei einem 16jährigen männlichen<br /> Jugendlichen. ;-)<br /> <br /> "Wieder kann ich die Geschichte auch Lesern empfehlen, die „The Dresden Files“ kennen [...]"<br /> <br /> <br />
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S
<br /> Hi!<br /> <br /> Beim ersten Punkt war mir schon recht früh klar, was du beschriebst, aber ich hatte so meine Problemchen damit. Wie schon gesagt, ich fand, dass man nicht so richtig mitfiebern konnte, weil es eben<br /> eher aus der Distand heraus beschrieben wurde.<br /> <br /> Okay, mit altertümlicher Architektur meine ich die Szene, als Harry in diesem äh ... Gefängnis (?) eingesperrt ist und das Interieur sehr genau beschreibt. Das fand ich etwas merkwürdig, denn ICH<br /> hätte die Fachbegriffe dafür nicht gewusst - als Städter. Woher auch?<br /> <br /> Okay, das Dritte ist ein Tippfehler. Da sollte ein 'nicht' dazwischen stehen.<br /> <br /> Gruß<br /> Smailii1805<br /> <br /> <br />