"Krieg und Betrug" von Abraxania (Harry Potter)
Autor: Abraxania
Titel: Krieg und Betrug
Serie: Harry Potter
Genre: Fantasy/Romanze
Status: Vollendet
Zusammenfassung des Autors: Harry, Ron und Hermine sind inzwischen Ende 20 und Voldemort ist tot. Doch immer noch habe die Freunde keinen Frieden gefunden. Die übrigen Todesser und das Ministerium bekämpfen sich nach wie vor und haben die Zauberergesellschaft in einen schrecklichen Bürgerkrieg gestürzt. Einer der Todesser versucht mittlerweile sich zum neuen Dunklen Lord aufzuschwingen. Doch seine Pläne geraten ins Wanken, als seine rechte Hand, sein eigener Sohn, schwerverletzt in die Hände des Trios fällt. Ist das die Chance dem Krieg endgültig ein Ende zu setzen?
Link: http://www.fanfiktion.de/s/45dd81ab000049f1067007d0
Bemerkung: Ich habe insgesamt 33 von 46 Kapiteln gelesen.
Sprache
Die Fanfiction ist sicher nicht fehlerlos. Immer wieder schleicht sich ein falsch gesetztes Komma ein oder aber ein ‚dass‘ statt einem ‚das‘, aber dies geschieht so selten, dass ich es als Flüchtigkeitsfehler einordnen und deswegen missachten kann. Ansonsten werden Grammatik und Rechtschreibung beherrscht und abgesehen davon fiel mir nur auf, dass die Satzstellung an mancher Stelle etwas abgehackt wirkte.
Es gibt allerdings eine Sache, die mich besonders am Anfang der Geschichte am Stil der Autorin etwas störte: Ihre Angewohnheit, Aussagen dadurch zu betonen, dass sie das Gleiche auf zwei verschiedene Arten ausdrückte beziehungsweise durch zwei Nomen. Dieser Art der Wiederholung ist zwar durchaus ein gutes Stillmittel, wurde aber zu oft benutzt und erschien mir daher eher willkürlich eingesetzt.
Inhalt
Die Geschichte spielt weit nach den Ereignissen des 6ten Harry Potter Bandes, hat einen von der Autorin ausgedachten siebten Band als Hintergrund und erzählt den achten Band, so die Autorin zu ihrer Fanfiction. Das erklärt auch den schwierigen Anfang von ‚Krieg und Betrug‘, denn in den ersten Kapiteln geht es hauptsächlich darum, besagten ausgedachten siebten Band schnell zusammenzufassen, damit der Leser nicht gänzlich verwirrt ist. Auf mich wirkt das etwas seltsam, denn wenn man eine Geschichte zu erzählen hat, warum nicht an der Stelle anfangen, wo sie beginnt?
Kaum ist das aber ‚abgearbeitet‘, wird die die Geschichte handlungslastiger und das Tempo auch angenehmer beziehungsweise schneller. Der Plot dreht sich hier um eine Romanze zwischen der mittlerweile mit Ron Weasley verlobten Hermine und Draco Malfoy, der ein gesuchter Massenmörder und die rechte Hand seines Vaters ist. Insgesamt bleibt dazu zu sagen, dass die Handlung sehr durchdacht und alle Nebenstränge schön damit verknüpft sind. Es macht Spaß, sich darin fallen zu lassen, vor allem da die Geschichte auch durch viele, interessante Hintergrund-Informationen geschmückt wird, z.B. wie manche Tränke oder Zaubersprüche erfunden wurden. Das macht die Umgebung natürlich ungleich plastischer. Auch wird im Laufe der Geschichte eine Mischung aus Handlung, Beschreibung und inneren Monologen gefunden, wo nur die Gedankenpassagen ein bisschen zu sehr herausstechen, die ansonsten aber sehr ausbalanciert ist.
Charaktere
Alle Charaktere haben sich, aufbauend auf der Buchvorlage, entsprechend der Vorgeschichte glaubwürdig weiterentwickelt. Sie alle haben noch die sie charakterisierenden Merkmale, sind aber jetzt erwachsen. Sowohl Hermine als auch Harry, Ron etc. verhalten sich logisch nachvollziehbar.
Eines fand ich aber sehr übertrieben dargestellt: Dracos Charakter. Ist er vorher der perfekte Killer und beinahe komplett gewissenlos – sonst könnte er nicht die Dinge tun, die er anscheinend getan hat – wird er durch seine Liebe zu Hermine soweit geläutert, dass er sogar die mit Sicherheit panische Angst vor seinem tyrannischen Vater überwindet, die bis dahin eines seiner Hauptmotive war. All das wird in schrecklich überdramatisierten inneren Monologen dargestellt, die auch aus einem Liebesroman hätten stammen können. Was dem Ganzen einen etwas zweifelhaften Charakter gibt.
Der ausgedachte Charakter Amanda war nicht halb so nervig wie sie hätte sein können. Allerdings fand ich ihr großes Vertrauen in Draco sehr seltsam, was vor allem in der Szene deutlich wird, in der sie sich einfach in seine Arme wirft, um sich an seiner Schulter auszuweinen und ihm von ihren Sorgen zu erzählen. Mir scheint, sie soll eher als kleines Mädchen dargestellt werden statt als der Teenager, der sie mit ihren 16 Jahren ist. Anfangs dachte ich auch, sie wäre eines. Tatsächlich ist sie aber mitten in der Pubertät und das sollte ihr Verhalten auch wiederspiegeln.
Eigene Meinung
Zum größten Teil hat mir ‚Krieg und Betrug‘ wirklich gut gefallen, vor allem weil die Handlung so durchdacht ist und eine nachvollziehbare Wendung genommen hat. Die inneren Monologe waren mir aber eindeutig zu ausgedehnt und die Grundstimmung in ihnen teilweise überdramatisiert und überzogen. Vor allem Dracos Wandel konnte ich nicht nachvollziehen, weil er so extrem war. Abgesehen davon sind die Charaktere aber gelungen und authentisch.
Smailii1805