Log Out(Original)

Veröffentlicht auf von Rahir

Titel: Log Out
Autor: Feael Silmarien
Prosa oder Poesie: Prosa
Fanhintergrund / Original: Original
Genre: Dystopie, Drama
Link zum Text: http://www.fanfiktion.de/s/4ea1b5c100001a8b0c9032ca
Kurzbeschreibung des Inhalts: Die Menschen in Onyx' Universum leben in zwei Welten, und als er sich aus der Online- und die Offline-Welt ausloggt, erlebt er eine traumatische Ernüchterung. Umgeben von steriler Künstlichkeit, beginnt er die Suche nach dem Leben.

 

Sprache

Die Geschichte ist sprachlich gut, was wenig überraschend für mich kommt. Allerdings kann ich sie auf diesem Bereich dann doch nicht als ‚sehr gut‘ einstufen, da die stilistischen Ausflüge der Autorin für meinen Geschmack dem Erzählstrang in den Weg kommen. So mancher Leser findet wohl Gefallen an der teilweise gestelzten und oft bemüht dramatischen Ausdrucksweise, und ich kann mir vorstellen, dass sie von der Autorin durchaus beabsichtigt ist(so wie die Jane Austen-Anspielung?). Meine persönliche Ansicht lautet allerdings, dass eine weniger sentimentale Diktion das Kernthema klarer rübergebracht hätte.


Inhalt/Handlung

 

Das Thema der Kurzgeschichte ist schlicht der moderne Vernetzungswahn, versetzt mit einem Schuss ‚Matrix‘. Im Gegensatz zum Kultfilm, aus dem die Behälter mit den Online-Menschen geborgt sind, ist die Grundidee dieser Geschichte jedoch plausibel. Sie schildert einfach die logische Fortsetzung des heutigen Lebens, das von E-Mail, Facebook und Online-Chat durchsetzt ist, und hier in eine Welt mündet, in der die ‚reale‘ Welt infrage gestellt wird.

 

Auf welche Weise die verschiedenen Figuren mit der Handlung verbunden sind, wird aber etwas undurchsichtig geschildert. Es wird deren Geschick nach der ‚Ausloggung‘ geschildert, doch die eingestreuten ‚künstlerischen‘ Einlagen kommen dem narrativen Strang in den Weg, wodurch zumindest ein unaufmerksamer Leser wie ich den roten Faden verlieren kann. Grundsätzlich habe ich aber den Eindruck, dass es beabsichtigt ist und die Unübersichtlichkeit der Geschichte das Chaos der Online-Welt symbolisieren soll. Oder so…


Charaktere

In der Geschichte gibt es die Figuren namens Draco und Onyx, welche tragischer Natur sind und den Schock des Ausloggens nicht verkraften können, sowie die Figuren Mystery und Napoleone, die versuchen, den Ausgeloggten den Umstieg in die andere Realität zu ermöglichen. Das weitere Schicksal dieser Figuren bleibt vage, hatte ich den Eindruck, wodurch die Frage, welche Wirklichkeit wirklich ist oder auch nur als solche anerkannt wird, offen bleibt.


Persönliche Meinung

Die Autorin spricht ebenso tiefe wie ernste Themen an: Die Abhängigkeit der Menschen von der Online-Welt, die realer als das ‚echte‘ Leben für sie wird, den Preis, der für das Gewinnen von Freiheit zu bezahlen ist, aber auch Phänomene wie Selbstverletzung angesichts emotionaler Erstarrung, für die Schmerz bereits Erleichterung bedeutet.

 

Was all diesen interessanten und lohnenswerten Ansätzen aber meiner Meinung nach im Wege steht, ist ihr Bemühen, ‚künstlerisch‘ zu klingen. Überkandidelter Symbolismus, wie er vor allem gegen Ende der Kurzgeschichte zu finden ist, passt besser in Tagebücher als in ansonsten gelungene Prosa gleich dieser.

Fazit: Durchaus eindringlich geschilderte Vision einer Zukunft, die teilweise bereits Gegenwart ist.

 

Liebe Grüße

Rahir


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Veröffentlicht in Original_Drama

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F
Und nochmals Hallo!<br /> <br /> Gleich zur Sache: Tatsächlich ist die Idee für diese Geschichte schon sehr alt, und die Sarkophage gehörten dazu noch ehe ich "Matrix" gesehen habe (und dann habe ich ganz schön gestaunt - aber es<br /> kommt ja oft vor, dass die eigenen Ideen schon viele Jahre zuvor jemand anderem in den Sinn gekommen sind). Jedenfalls ist diese Geschichte dann gewissermaßen unter anderem auch ein Versuch, mit<br /> "Matrix" zu diskutieren. - Wenn ein wenig Größenwahn erlaubt ist.<br /> <br /> Die Unübersichtlichkeit ist tatsächlich beabsichtigt, nur dass es nach meinem "Urplan" vielmehr eine Darstellung des Chaos in Onyx' Innerem sein soll. Aber egal, denn es ist der Leser, der<br /> entscheidet. Diese Geschichte - und insbesondere die Erzählweise - ist sehr experimentell, und als Autor kann ich die Wirkung sehr schlecht einschätzen.<br /> <br /> Ich lese mir mein Experiment unter unterschiedlichen Gesichtspunkten immer wieder durch und werde beim nächsten Durchgang versuchen, etwas mehr auf deine Kritikpunkte zu achten. Vielen Dank für<br /> deine Meinung!<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> Feael
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