Nur weil ich nichts sagte(Primeval)
Titel: Nur weil ich nichts sagte
Autor: Brainfreezer
Prosa oder Poesie: Prosa
Fandom / Original: Primeval
Genre: Drama (Romanze)
Link: http://www.fanfiktion.de/s/4c5c4d090001672106517ed0
Zusammenfassung: Claudia, die Ich-Erzählerin dieses Oneshots befindet sich eingesperrt in einem Hotel, in das gerade prähistorische Killervögel eindringen, und glaubt infolgedessen, sterben zu müssen. (Kenner der Serie wissen, dass sie überlebt.) In diesen Minuten, die sie für ihre letzten hält, drehen sich ihre Gedanken hauptsächlich um Professor Nick Cutter, einen Mann, mit dem sie arbeitet und in den sie verliebt ist, und sie verflucht sich dafür, ihm nie ihre Gefühle gestanden zu haben.
Sprache
Grammatik und Rechtschreibung sind unauffällig in dieser(recht)kurzen Geschichte. Eines gibt es aber zu sagen auf dem Gebiet: Die Autorin fügte in den Text englische Passagen ein, offenbar aus Songtexten stammend. Den Grund dafür ahnen nur die Götter; darüber hinaus finden sich in diesen kurzen Zitaten ganze sechs Tippfehler. Meine persönliche Meinung: Wenn man eine Fremdsprache nicht einwandfrei beherrscht, sollte man sie nicht in einen in Deutsch verfassten Text einbauen. Das ist ansonsten… wie sagt die Jugend von heute? Megapeinlich.
Stilistisch schwankt der Text zwischen legerem Alltagslang(„… ja super…“)und Tagebuch-Pathos(„…einem letzten Aufbegehren verzweifelter Sehnsucht…“), was für einen gefühlsbetonten One-Shot durchaus angemessen ist. Darüber hinaus fließt der Stil angenehm und ist sich seiner beabsichtigten Brüche durchaus bewusst. Durchbrechende Emotion angesichts einer verzweifelten Lage kann ich dem Text uneingeschränkt abnehmen.
Inhalt/Handlung
Inhalt und Handlung sind bei einem kurzen One-Shot immer schwer zu beurteilen. Im Vordergrund steht hier jedenfalls nicht der Angriff prähistorischer Vögel, sondern die inneren Vorgänge der Protagonistin, die ihr Ende nahen sieht. Mir persönlich gefällt so etwas gut, da die ‚Action‘ im Inneren von Figuren üblicherweise interessanter als die im Äußeren ist und letzterer überhaupt erst Bedeutung verleiht. Etwas mehr Beschreibungen der Situation an sich und der Angreifer wären dennoch wünschenswert. Davon abgesehen spricht die aufkommende Atmosphäre der Schilderung und die greifbare Verzweiflung der Hauptfigur für sich und ist gut gelungen.
Charaktere
Der Begriff ‚Primeval‘ sagt mir als weltfremdem Höhlenbewohner rein gar nichts; insofern kann ich keine Aussage bezüglich OOC oder IC tätigen. Die Verzweiflung und auch der Trotz angesichts des nahenden Todes und der verpassten Chance, welche die Protagonistin empfindet, kann ich aber gut nachvollziehen. Die Worte, welche die Autorin ihr in den Mund legt, sind eher ungeschliffen, aber glaubhaft und wirkungsvoll. Allzu viel erfährt man als Leser nicht über die Hauptfigur, aber genug, um ihren drohenden Verlust und die daraus resultierende Furcht nachzufühlen, und darum ging es hier letztendlich, so scheint es mir.
Sonstiges
Die Zusammenfassung sagt alles Nötige, vielleicht sogar zu viel, wobei es für Kenner der Serie angeblich kein Spoiler sein kann. Der Titel passt ebenso gut; mir fiele auf Anhieb kein besserer ein. Die Geschichte selbst glänzt mit kleinen Einlagen, die mir gut gefielen(wie zum Beispiel „es sind nicht die Worte zu viel, die alles kaputt machen, es sind die Worte zu wenig“). Nach beinahe jedem Satz eine Zeile freizulassen ist bei einem so kurzen Text durchaus angebracht und verstärkt seine Wirkung nur.
Persönliche Meinung
Diese kleine Geschichte hat einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Letzte Gedanken vor dem(möglichen)Tod sind immer interessant, da sie einiges über den Kern von Menschen verraten. Das wurde hier gut dargestellt. Zwar weiß ich jetzt nur wenig über den Charakter der Hauptfigur, aber doch einiges über ihre Ängste, Wünsche und Träume, und das sollte der Text wohl rüberbringen.
Überarbeitungsvorschläge
Zu Überarbeiten gibt es hier kaum etwas(außer dem Entfernen der englischen Tippfehler). Ich persönlich würde zumindest eine Andeutung auf das Ende der Geschichte und das scheinbare Überleben der Protagonistin einbauen, anstatt den Schluss völlig im Dunkeln zu lassen. Das ist aber letztendlich Ansichtssache.
Fazit: Ein kurzer dramatischer Moment, gelungen eingefangen.
Liebe Grüße,
Rahir