"Solange du da bist" von LadyPistolero (DSDS)
Autor: LadyPistolero
Titel: Solange du da bist
Serie: DSDS
Genre: Allgemein
Status: Vollendet
Zusammenfassung des Autors: Eigentlich wollte die 19-jährige Christina Maiwald gar nicht zum Casting gehen. Die Hobbysängerin, die u.a. Mitglied in einer Band ist, steht mit Castings auf Kriegsfuß: Für sie sind Castings Plattforms für Möchtegern-Popstars, die sowieso nichts können. Gezwungen von ihren Freunden nimmt Christina trotzdem am Casting teil, und aufgrund ihrer besonderen Stimme schafft sie es bis in die Mottoshows. Gleich am ersten Tag lernt sie Mitkandidat Daniel Schuhmacher kennen, mit dem sie sich ausgesprochen gut versteht, doch eine besondere Freundschaft unter ständiger Beobachtung ist schwierig, wie Christina schnell feststellen muss, besonders, weil allen klar ist, dass Christina und Daniel zu mehr bestimmt sind als nur zu guten Freunden...
Link: http://www.fanfiktion.de/s/49cfab0500006ab106d01771
Bemerkung: Ich habe DSDS nicht verfolgt und kenne daher nicht die genauen Ereignisse in der Staffel, über die geschrieben wird.
Sprache
LadyPistolero beherrscht Grammatik und Rechtschreibung sehr gut, weswegen der Text sehr angenehm zu lesen war. Immer wieder setzt sie aber Kommata unnötig oder falsch, wodurch Sätze zu stark verschachtelt und der Lesefluss gestört werden. Das störte aber nur geringfügig.
Am Wortschatz von LadyPistolero störte mich eine Sache ein wenig: „Wunderschön“ und „schön“. Diese beiden Wörter fingen schon nach kurzer Zeit an mich zu nerven, weil sie sehr oft benutzt wurden, um entweder die Stimme eines Kandidaten oder aber einen Song zu beschreiben. Ich denke, es gibt sehr viel elegantere und individuellere Wörter, um etwas zu beschreiben.
Inhalt
Die Geschichte orientiert sich an der DSDS-Staffel, in der Daniel Schumacher zum Superstar gekrönt wurde, und hält sich, soweit ich das beurteilen kann, bis auf einige Ausnahmen an den tatsächlichen Ereignissen dieser. In dieser Hinsicht ist die Geschichte nachvollziehbar und strukturiert aufgebaut. Der Plot war nicht wirklich total berechenbar, aber auch nicht überraschend. Ob gewollt oder nicht, es war von Anfang an klar, dass Christina und Daniel am Ende im Finale gegeneinander antreten werden. Dadurch konnte ich den Entscheidungsshows nicht wirklich mit Christina mit fiebern.
Ein wichtiger Kritikpunkt ist die Atmosphäre und damit zusammenhängend die Beschreibungen, Detailtiefe und die Erzählerperspektive der Geschichte. Ganz zu Anfang lässt die Story Details wirklich vermissen, die Beschreibungen sind geradezu minimalistisch. Wichtige Szenen werden recht beiläufig abgearbeitet(z.B. die, in der Christina sich entscheidet, bei DSDS mitzumachen), während dann an nebensächlichen Stellen irrelevante Details auftauchen. Das wird im weiteren Verlauf zwar besser, aber niemals so gut, dass wirklich eine packende Atmosphäre erzeugt wird. Auch wird ein sehr großer Teil der Geschichte nicht „direkt“ erzählt, sondern eher als Rekapitulierung, der es natürlich an Detail mangelt. Natürlich muss man einige Zeit so überbrücken, damit die Geschichte nicht langweilig wird, allerdings waren oft nicht die richtigen Szenen, die auf diese Weise übersprungen wurden.
Ein weiteres Problem hatte ich mit den auftauchenden Konflikten und ihrer Auflösung. Natürlich gab es sie immer wieder, die kleinen und großen Probleme mit den anderen Kandidaten und der Presse. Allerdings wurden sie dann auch immer sehr schnell durch ein klärendes Gespräch gelöst und waren dann meistens schon wieder vergessen. So zum Beispiel das Problem mit den Fans: Zuerst ist Christina sehr beliebt, dann wird sie nach ihrem „Coming-Out“ stark von Daniels Fans angefeindet und danach wird das Thema nie wieder angesprochen. In der Realität sieht das meistens anders aus.
Natürlich kommen bei der Charakterisierung auch wieder die Beschreibungen zum Tragen. Außer Daniel hat kein einziger Charakter ein Gesicht bekommen, weder die originalen noch die ausgedachten Protagonisten werden hinreichen oder überhaupt beschrieben. Gestik, Mimik und Körperhaltung fehlen an einigen Stellen komplett beziehungsweise werden nur sehr oberflächlich beschrieben.
Charaktere
Es wird aus der Ich-Perspektive geschrieben, meistens aus Christinas Sicht und manchmal auch Daniels. Daniels Passagen waren meiner Meinung nach eher unnötig, wenn auch nicht störend. Sie brachen keine Infos, die für den Verlauf der Geschichte unbedingt notwendig waren; eher im Gegenteil haben sie Informationen gegeben, deren Vorenthalten ein wenig mehr Spannung in die Sache gebracht hätten, vor allem was Daniels Gefühlslage angeht.
Über die Protagonistin Christina werden nach und nach sehr viele Details eingebracht, wodurch sie immer plastischer wird – zumindest was ihr Inneres angeht. Rein äußerlich ist sie nämlich fast komplett gesichtslos – bis auf die Tatsache, dass sie braunäugig, dunkelhaarig und langbeinig ist. Was natürlich nicht besonders einzigartige Eigenschaften sind, die aber aussagen, dass sie total hübsch ist. Sie kann super singen, hat eine einzigartige Stimme und meistert beinahe jede Challenge ohne Probleme – am Anfang sagt sie sogar, dass sie nur 80 Prozent gegeben hätte von dem, was sie könnte.
Christina wird bis zur Mitte der Geschichte beinahe ausschließlich durch ihre Stärken definiert, während in der zweiten Hälfte zum Glück wenigstens einige wenige Schwächen näher beschrieben werden, die sie etwas menschlicher gestalten. Auch hat die Autorin ein paar kleinere und einen größeren Logikfehler eingebaut, was sie angeht. Das wichtigste ist natürlich ihre angebliche Ablehnung gegen Casting-Shows, die in der Summary groß „angepriesen“ wird und demnach eigentlich ein wichtiges Element darstellen sollte. Leider bleibt es aber dabei, denn wirklich authentisch ist diese niemals. Christina lässt sich viel zu leicht überreden bei DSDS mitzumachen und danach ist von Abneigung nie wieder die Rede. Im Gegenteil, gegen Ende erzählt sie sogar davon, dass sie in der dritten Staffel mit Nevio mitgefiebert hat. Das passt nicht zu ihrer Einstellung, dass „Casting Plattformen für Möchtegern-Popstars sind, die sowieso nichts können“. Die kleineren Fehler sind nicht gravierend, aber ich erwähne sie, damit die Autorin sie im Nachhinein noch korrigieren kann: In der Kurzbeschreibung ist Christina 19 Jahre alt, in der Geschichte dann aber 20. Anfangs wird von roten Haaren gesprochen, dann werden sie auf einmal dunkel. Und last but not least: Christina weiß, dass Daniel Tennis spielt und dass er als Kind wegen seiner Pieps-Stimme gehänselt, aber es wird später so dargestellt, als ob sie davon noch nie etwas gehört hätte.
Daniel ist hier der Traummann schlechthin. Nur ein einziges Mal wird eine Eigenschaft an ihm angedeutet, die nicht so toll ist, und das ist seine Eifersucht. Christina und er fühlen sich auch total voneinander angezogen – natürlich. Annemarie ist der ewige Bösewicht, was zum Ende hin wirklich übertrieben wird. In dieser Hinsicht wird jedes Klischee aufgegriffen.
Eigene Meinung
Wegen des bescheidenen Anfangs und den angesprochenen logischen Fehlern konnte ich mit Christina nie so recht warm werden, obwohl sie deutlich authentischer wurde. Ich persönlich hätte es aber besser und deutlich interessanter gefunden, wenn sie früher herausgeflogen und nicht so sehr in den Vordergrund gestellt worden wäre.
Dazu kommt natürlich auch noch, dass mich DSDS überhaupt gar nicht interessiert und ich auch kein Daniel Schumacher-Fan bin, weswegen mich seine vorwiegend positive Darstellung irritierte.
Abgesehen vom Setting war die Geschichte Standard und bot wenig ansprechende Details oder interessante Einblicke. Sie ist sicher nicht die schlechteste Romanze im Fanfiction-Bereich, sticht aber auch nicht besonders heraus. Da ich ‚Schnulzen‘ nicht mag, in denen das Paar wie durch Schicksal die große Liebe findet, sagte mir diese natürlich persönlich auch nicht zu.
Schön fand ich die Detailgenauigkeit, was die Songauswahl und die musikalische Orientierung der Künstler betraf.
Fazit
„Solange du da bist“ ist eine Liebesgeschichte mit einem Gary-Stue Daniel Schumacher und einem OC, die sehr stark in Richtung Mary Sue tendiert. Wieder sei denen zu empfehlen, die wirklich avide Fans von Daniel Schumacher sind, nichts gegen Mary-Sueige OCs haben und Schnulz mögen. Mit einigen Ausbesserungen sollte die Geschichte aber für diese aber zu einem durchaus angenehmen Lesevergnügen werden.
Smailii1805