Straßenkind (Naruto)

Veröffentlicht auf von Smailii1805

Titel: Straßenkind
Autor: KisunaSukiChan
Fandom: Naruto
Genre: Drama
Link zur Story: http://www.myfanfiction.de/texte/naruto/strassenkind.133806.html

 
Kurzbeschreibung des Inhalts:
- AU - SasuNaru - Sasuke ist 16 Jahre alt, Oberstufenschüler und Vollwaise. Er lebt bei seinem älteren Bruder Itachi und versucht nun die 11. Klasse zu bewältigen. Als er von seinem ersten Schultag in dieser zurückkommt trifft er auf einen verwahrlosten Jungen mit blonden Haaren und azurblauen Augen. Seit diesem Treffen kann Sasuke nicht anders als ständig an dieses Straßenkind zu denken. Er begibt sich in die Gefahren des Ghettos und nimmt den Jungen bei sich und Itachi auf. Kurzerhand verleiht Sasuke ihm den Namen Naruto, und eine Freundschaft entsteht, die viel tiefer reicht als Beiden zu Anfang klar ist, und die zu Scheitern droht, viel öfters als Beiden lieb ist.

 

Bemerkung: Ich kenne mich mit dem Naruto-Universum und den Charakteren nur oberflächlich aus.

 

Sprache

 

Sprachlich ist die Geschichte unauffällig. Bis auf ein paar Flüchtigkeitsfehler waren sowohl Grammatik als auch Rechtschreibung sauber. Der Wortschatz der Autorin befindet sich dabei im guten Durchschnitt und wird sich mit mehr Erfahrung von selbst ausweiten.

 

Handlung

 

Der Vollwaise Sasuke wohnt mit seinem Bruder in einem Dorf, das direkt neben einer sehr schlimmen Gegend liegt – die Autorin nennt es Ghetto. Auf dem Weg von der Schule nach Hause muss er dieses durchqueren und trifft dabei den obdachlosen Naruto.

 

Er ist sofort von ihm fasziniert und sucht am nächsten Tag schon auf der Suche nach ihm freiwillig das Ghetto auf – ein fataler Fehler. Sasuke wird sexuell belästigt von Bettlern, die anscheinend regelmäßig vorbeilaufende Fremde um Blowjobs bitten oder sie direkt vergewaltigen. Das lässt auf eine sehr seltsame Vorstellung der Autorin von Obdachlosen schließen, die mir persönlich sofort bitter aufstieß. Nicht nur obdachlose Kinder sind Menschen, obdachlose Erwachsene auch.

 

Sasuke nimmt Naruto mit sich und überzeugt seinen großen Bruder Itachi, ihn zu behalten wie einen Hund von der Straße (O-Ton: Es war fast so, als würde Sasuke fragen: „Darf ich ihn behalten? Er wird auch ganz brav sein!“). Die Geschichte verfolgt nun Sasuke, der mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat und dabei versucht dem emotional noch viel mehr angeschlagenen Naruto zu helfen.

 

In Rückblicken wird die Vergangenheit der verschiedenen Charaktere erzählt und dabei wird so ungefähr jedes nur mögliche Trauma angeschnitten, das man sich vorstellen kann. Vom prügelnden Vater über Prostitution bis hin zur Vergewaltigung ist wirklich alles dabei. Die Autorin ist sich auch durchaus der extremen Auswirkungen dieser Ereignisse bewusst und geht damit recht sensibel um.

 

Es ist die Tatsache, dass ein tragisches Schicksal in dieser Geschichte ans Nächste gereiht ist, die mich stört. Die Autorin schrieb vor den Rückblenden aus Narutos Vergangenheit: „Ich bin jemand, der denkt, dass das alles besser gemacht werden könnte und so nicht funktioniert, wie es ist.Darum... habe ich versucht das in diesem Kapitel deutlich zu machen.“ Und im Nachhinein sehe ich diese Intention der ganzen Geschichte an. Es ist hier nicht genug, dass Sasuke unter dem Leistungsdruck von seinem Vater leidet, weil sein Bruder in Allem viel besser als er ist. Nein, natürlich muss der Vater dazu noch ein verbitterter Sadist sein, der seinen Sohn absichtlich niedermacht und schlägt.

 

Ich hatte immerzu das Gefühl, dass dem Leser mit allen Mitteln Mitleid für die Protagonisten abverlangt werden soll und wenn mir das so offensichtlich auffällt, erzeugt es in mir eher eine Abwehrhaltung als die erzielte Empfindung.

 

Auch hat der Anfang der Geschichte mich nicht wirklich überzeugt, weswegen ich die ganze Geschichte über immer darüber nachdachte, ob dies und jenes so passieren könnte oder würde. Ein Ghetto in einem kleinen Kuhdorf ohne Busanbindung, in dem regelmäßig Menschen am helllichten Tage vergewaltigt werden und dessen Bewohner so kaltblütig sind, dass ihnen der Tod eines Jungen am Arsch vorbeigeht, kann ich mir beim besten Willen nicht in Deutschland vorstellen. Vor allem im direkten Vergleich mit den Szenen in der Schule merkt man deutlich, an welcher Stelle die Autorin aus Erfahrung redet und wo nicht.

 

Charaktere

 

Ich wage zu behaupten, dass Steckbriefe bei den meisten Lesern nicht besonders beliebt sind und nur selten gelesen werden. Oftmals sind sie ein Ersatz für richtige Charakterisierung, was zum Glück bei dieser Fanfiktion nicht der Fall ist. Umso weniger Sinn macht es allerdings, sie zu posten.

 

Der Protagonist ist hier definitiv Sasuke, der gerade in die elfte Klasse des Gymnasiums kommt. Seine Eltern sind tot und sein großer Bruder zieht ihn alleine auf. Er ist still, in sich gekehrt und trägt so allerhand Probleme mit sich herum. Insofern scheint sein Verhalten mit seinem Manga-Vorbild durchaus übereinzustimmen, worüber ich mir aber keine tiefergehenden Aussagen erlaube. Allgemein verhält sich Sasuke nachvollziehbar und realistisch.

 

Naruto hingegen ist den Aussagen der Autorin nach sehr von seinem eigentlichen Verhalten abgewichen. Am Anfang der Geschichte kam er mir etwas minderbemittelt vor, wie ein Hund, mit dem die Autorin ihn sowieso verglichen hatte. Er kann nicht reden, nicht schreiben und versteht die alltäglichsten Dinge nicht. Im Laufe der Geschichte wird das zwar besser, aber der Ersteindruck bleibt hängen. In den Kapiteln zu seiner Vergangenheit beschreibt er aus der Ich-Perspektive; er kam mir dabei älter vor als er eigentlich sein sollte, weil er sich sehr gewählt ausdrückte.

 

Sasukes Freundeskreis, also Gaara, Temari, Kiba, Neji und Shikamaru, sind ebenfalls gut charakterisiert. Sie haben alle mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und waren nicht nervig. Ino und Sakura, Sasukes Fangirls, sind anfangs so platt wie Pappfiguren, dumm wie Brot und benehmen sich wie kein Teenager, den ich jemals kennengelernt habe. Das schien der Autorin schließlich auch aufgefallen zu sein und sie versucht gegenzusteuern. Urplötzlich verändern sich die Beiden zu normalen Mädchen, ohne dass es dafür einen triftigen Grund gäbe. Auch die zweimal auftauchende Matsuri hat mich nicht überzeugt, weil sie ausschließlich ein Handlungselement war.

 

Am wenigstens war ich allerdings von den „Antagonisten“ begeistert, wenn man davon überhaupt sprechen kann. Zum einen waren da die Bewohner des Ghettos, welche natürlich allesamt entweder Vergewaltiger oder gefühlskalte Menschen ohne jegliches Mitgefühl sind; jetzt mal abgesehen von Narutos Genossen. Sasukes Vater war ebenfalls ziemlich einseitig charakterisiert, genauso Temaris und Gaaras Vater. Der Priester, der im späteren Verlauf auftaucht, war ein einziges Klischee, weswegen ich seine Rolle überhaupt gar nicht erst ausführen muss.

 

Bei den wichtigen Nebencharakteren ist die Charakterisierung also durchaus gelungen und die Gefühle nachvollziehbar beschrieben, während beim Rest nicht mehr so viel Mühe dahinter gesteckt wurde, sie realistisch wirken zu lassen. Sie hatten ihre zugeschriebene Rolle im Plot und wurden an gängige Klischees angelehnt.

 

Persönliche Meinung

 

AU-Geschichten konnte ich persönlich nie etwas abgewinnen, da ich der Meinung bin, diese würden genauso gut auch als Originale funktionieren. Ich kann an dieser Stelle allerdings nicht sagen, wie viel von Naruto hier noch übrig geblieben ist und welche Rolle das Fandom noch spielt.

 

Ich mag es einfach nicht, wenn jemand versucht mich darüber zu belehren, wie schrecklich diese Welt doch ist. Um das zu wissen, brauche ich keine Fangeschichten zu lesen – das ist mir selbst klar. Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass hier die Welt schwärzer gemalt wird als sie eigentlich ist.

 

Es ist nicht so, dass die emotionalen Szenen nicht auf mich gewirkt hätten, allerdings empfand ich dieses Konzentrieren auf die schlechten Seiten unserer Gesellschaft und die damit verbundenen Übertreibungen als anstrengend und unrealistisch.

 

Fazit

 

 „Straßenkind“ hat in mir gemischte Gefühle geweckt. Einerseits befasst die Geschichte sich wirklich sehr ernsthaft mit den Empfindungen der Charaktere, andererseits sind so einige Begebenheiten einfach zu viel des Guten gewesen und waren der Authentizität eher abträglich. Wer sich nicht daran stört, dass ihm hier ziemlich offensichtlich vor Augen geführt werden soll, wie unfair und schlecht die heutige Gesellschaft ist, kann sich diese Fanfiktion zu Gemüte führen.

 

Verbesserungsvorschläge

 

Erst einmal sollte die Autorin sich mehr über Obdachlose und das Leben auf der Straße bzw. in sozial schwächeren Gegenden informieren. Richtige „Ghettos“ befinden sich in Großstädten und sind beileibe nicht so extrem wie im Text angedeutet – vielleicht ist das in einzelnen wirklich schlimmen Gegenden so, allerdings sind das nun wirklich Einzelfälle(siehe Amerika). Es ist eine Sache, Probleme in der Gesellschaft anzusprechen. Eine ganz andere ist es, wenn man unabsichtlich übertreibt, weil man sich nicht informiert hat. Auch glaube ich nicht, dass Straßenkinder absichtlich mit Tieren von der Straße verglichen werden sollten.

 

In die weiteren Nebencharaktere könnte etwas mehr Aufwand gesteckt werden, denn wenn man das nicht tut, läuft man so wie hier Gefahr in gängige Klischees abzurutschen. Selten haben Menschen ausschließlich schlechte Eigenschaften; auch die nicht, die schlimme Verbrechen begehen. Es geht dabei nicht um das Entschuldigen dieser Taten, sondern vielmehr um die Glaubwürdigkeit der Charaktere.

 

Am wichtigsten wäre es meiner Ansicht nach aber, wenn die Autorin abwägt, wie viel „Drama“ ihre Absichten in dieser Geschichte stützt und ab wann sie übertreibt. Auch weniger heftige Schicksale haben einschneidende Auswirkungen auf den Lebensweg eines Menschen und seine Psyche. Manchmal ist weniger einfach mehr beziehungsweise realistischer.

 

Gruß

Smailii1805

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Veröffentlicht in Fanfiction_Anime | Manga

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K
<br /> Hi.<br /> Irgendwie wusste ich nicht ganz wie ich auf deinen Kommentar antworten sollte, also verfasse ich einfach einen Neuen. Um mal deine Punkte abzuarbeiten:<br /> <br /> 1. Ja verdammt. Diese Szene in der Bücherei gab es wirklich. Nur war es dort kein Kiba, sondern ein anderer sehr guter Freund von mir und es war bei uns noch viel schlimmer. Was die für Kommentare<br /> abgelassen hat. Unter alles sau -.-<br /> <br /> 2. Ich finde auch, dass das mit Oberstufe eigentlich nichts zu tun hat, aber ich bekomme ständig von allen Seiten zu hören: "Du hast dich seit der Oberstufe so verändert. Du bist ganz anders wie<br /> früher." Ob das ein Kompliment ist? o.O Ich muss dir trotzdem Recht geben, auch wenn Sakura und Ino im Manga am Anfang genau SO waren. Das hätte ich besser machen sollen.<br /> <br /> 3. Okay, Thema Ghetto ist glaube ich abgehakt. Wir sind uns Beide einig, dass ich da Mist gebaut habe^^'<br /> <br /> 4. Dann habe ich deinen Kommentar wirklich falsch verstanden. Sorry.<br /> <br /> Lg, Suki<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Hallo. Danke erst mal für den Kommentar und endlich habe ich auch mal Kritik zu Lesen bekommen. Man hat deutlich gemerkt, dass ich wohl mit dem 'Ghetto' übetrieben habe, es ist jedoch nicht so,<br /> dass ich mir das alles aus der Luft gegriffen habe und so überhaupt gar keine Erfahrungen mit solchen Themen machen musste. Trotzdem lasse ich ab sofort lieber die Finger von Ghettos und dem Leben<br /> auf der Straße. Ich finde es lustig, dass du keinen Draht zu Matsuri gefunden hast, die ist nämlich original von einem Mädchen meiner Stufe kopiert worden. *lacht* Nun ja, das mit Sakura und Ino<br /> habe ich wirklich selbst bemerkt, ich habe wohl etwas zu sehr verdeutlicht, dass die Oberstufe erwachsen macht. Jetzt mal ernsthaft, alle Schüler haben sich so verändert seit wir in der Oberstufe<br /> sind. Aber das ist ein anderes Thema.<br /> Um noch mal zum Ghetto zu kommen: Dort haben auch einigermaßen "normale" Menschen gelebt, z.B. die beiden Frauen, die sich über Naruto unterhalten haben. Aber das ist wohl keine Entschuldigen, da<br /> habe ich echt Mist gebaut.<br /> Bei den Vergangenheitskapiteln von Naruto hatte ich das Problem, dass ich es nicht geschafft habe mich so auszudrücken, wie Naruto es machen würde. Ich kann gar nicht anders schreiben als so<br /> "gewählt", wie du es ausgedrückt hast. Eigentlich wollte ich ja auch aus der Erzählerperspektive weiter schreiben, aber leider ist mir dann aufgefallen, dass er einen ganz anderen Namen hätte...<br /> *hust* Da habe ich mir selbst eine Falle gestellt.<br /> Zuletzt wollte ich noch mal auf die Sache eingehen, dass ich Naruto beschrieben hätte wie einen Hund. Da war dieser einzige, kleine Vergleich, als Sasuke ihn aufnehmen wollte, einfach um zu zeigen,<br /> dass er von der Straße kommt, wo man "normalerweise" Hunde oder Katzen aufnimmt und dann heißt es direkt ich hätte ihn die ganze FanFiction über wie einen Hund beschrieben? Hat er bei Itachi und<br /> Sasuke etwa auf dem Boden geschlafen und einen Futternapf gehabt? Ich kann mich erinnern, dass Sasuke sogar mit ihm zusammen gekommen ist und kein einigermaßen normaler Mensch würde eine Beziehung<br /> mit einem Hund eingehen. Der Kommentar hat mich ein wenig genervt, aber ansonsten muss ich Recht geben.<br /> Danke für den Review!<br /> Lg, Suki<br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Hallo,<br /> <br /> <br /> schön, dass du mit einigen meiner Kritikpunkte etwas anfangen kannst. Ich wollte damit nicht beabsichtigen, dass du aufhörst dieses Thema anzupacken. Ich versuche mal alle deine Punkte<br /> aufzugreifen.<br /> <br /> <br /> 1. Okay, wenn es in deiner Stufe wirklich ein Mädchen gibt, die Krieg nicht so schlimm findet und kein Taktgefühl whatsoever hat, muss ich das wohl akzeptieren.<br /> <br /> <br /> 2. Ino und Sakura: Natürlich wird man erwachsener, wenn man älter wird, aber es ist mitnichten so, dass man über die Sommerferien auf einmal komplett anders ist und hat absolut nichts mit dem<br /> Eintreten in die Oberstufe zu tun. Außerdem ist das alles immer ein Prozess. Mich hat allerdings mehr genervt, wie die Beiden anfangs drauf waren, aber na ja...<br /> <br /> <br /> 3. Das Ghetto: Waren es nicht die Frauen, die sich über Naruto unterhalten haben, die seinen Tod ziemlich gelassen nehmen?(Zitat:"Ich weiß. Vielleicht ist er ja krepiert") Okay, die eine zeigt<br /> ein bisschen Mitleid, aber das ist auch das Einzige...<br /> <br /> <br /> 4. Naruto: Du scheinst meinen Kommentar falsch  verstanden zu haben. Ich meinte, dass du ihn anfangs mit einem Tier verglichen hast, dazu erschien er mir etwas minderbemittelt und deshalb<br /> blieb der Eindruck bei mir hängen. Ich sagte aber auch, dass es dann besser wurde. Wobei das ja nicht nur eine kleine Andeutung war, sondern du am Ende schließlich auch eine Gesetzeslücke<br /> ansprachst, die genau darauf wieder anspielt(Pardon, ich weiß nicht, ob diese Regelung tatsächlich existiert, aber ich bin erst einmal gewillt, es als Unsinn abzustempeln).<br /> <br /> <br /> Gruß<br /> <br /> <br /> Smailii1805<br /> <br /> <br /> <br />