"Kouhime" von Morgensonne (Bleach)
Autor: Morgensonne
Titel: Kouhime
Serie: Bleach
Genre: Abenteuer/Romanze
Status: Unvollendet(6 Kapitel)
Zusammenfassung des Autors: Die Handlung dieser Fanfiktion beginnt etwa drei Jahre vor der eigentlichen Handlung. Von all seinen Untergebenen ist Byakuya Kuchiki eine bestimmte Frau das schlimmste aller Gräuel : Misora Hotokegi ist ihr Name; mit ihrem unverbesserlichen Hitzkopf eckt sie immer wieder aufs Neue bei dem Aristokraten an. Kurzerhand ergreift dieser die Gelegenheit, dass die dreizehnte Kompanie unter Jushiro Ukitake immer noch ohne Leutnant dasteht. Prompt beantragt er, die unliebsame Rothaarige dorthin zu versetzen. Misora muss sich der Herausforderung ihrer neuen Position stellen, und bemerkt bald, dass sie sich unter ihren neuen Kameraden wohler als je zuvor fühlt. Der trügerische Frieden wird jedoch jäh unterbrochen, als Hollows einer ganz besonderen Art die Soul Society unsicher machen...
Link: http://www.fanfiktion.de/s/4a7846350000f90306617ed0
Bemerkung: Ich habe diese Fanfiction gelesen, ohne Wissen über Bleach zu haben.
Sprache
Was mir wirklich schon beim ersten Blick auffiel, war die Tatsache, dass die Geschichte ein einziger Block Text zu sein scheint. Das ist auch eines der größten Mankos der Geschichte; ein geradezu Leser-feindliches Layout, das einem das Lesen wirklich schwer zu machen versucht. Gerade in einer Internet-Geschichte, wo man wegen des Flimmerns am Bildschirm sowieso nicht lange lesen kann, sind genügend Absätze ein klares Muss! Auch kann das Layout eines Textes ein nicht zu vernachlässigendes stilistisches Element sein: Zum Beispiel kann man einzelne wichtige Passagen hervorheben, indem man sie auch optisch vom Text absetzt. Es wird im letzten Kapitel ein Tick besser, ist aber immer noch weit davon entfernt, optimal zu sein.
Blocktexte schrecken nicht gerade wenige Leser so sehr ab, dass sie gar nicht erst anfangen zu lesen; das höre ich immer wieder und das tue ich selbst auch. Dabei ist es so einfach, seinen Text lesbar zu gestalten. Allein dadurch, dass man immer einen neuen Absatz beginnt, wenn eine andere Person etwas sagt –was nicht ohne Grund in den meisten Fanfiction, Originalen und Büchern so gehandhabt wird – erreicht man schon unglaublich viel. Dann kann man das Kapitel auch noch in kleine inhaltliche Abschnitte einteilen und wichtige Passagen abtrennen. Der Text wird gleich um ein Vielfaches angenehmer aussehen! Es wäre schade, wenn ein Text wegen so einer Lappalie nicht gelesen wird.
Zum Layout hinzu kam dann die Satzstruktur. Die Kommasetzung ist noch nicht ausreichend verinnerlicht, weswegen immer wieder eines zu viel oder zu wenig den Lesefluss stört. Auch neigt die Autorin dazu, einen Hauptsatz zu schreiben und einen weiteren Hauptsatz einfach mit einem Komma dazwischen anzuhängen. Desweiteren verschachtelt sie ihre Sätze teilweise so stark, dass nur noch Schnipsel aus einem bis drei Wörtern übrig bleiben und sie sich oft selbst darin verirrt. Sie benutzt das Wort „Shinigami“ etwa zu oft; in manchen Passagen kommt es fast in jedem Satz vor. Abgesehen davon ist es keine allzu herausstechende Beschreibung, da ja nahezu jeder Charakter ein Shinigami ist.
Sehr positiv ist mir ihr Wortschatz aufgefallen und ihre oft wirklich schön klingenden, von der ‚Norm‘ abweichenden Metaphern, die vielleicht manchmal ein wenig übertrieben klangen (z.B. das steifgefrorene Gras krachte beim jedem … Schritt wie brechende Knochen…) und auch nicht immer korrekt waren, aber zumindest noch nicht total abgenutzt sind. Auch lässt sich an ihrem Schreibstil durchaus ein gutes Gefühl für Sprache erkennen, das nur noch verfeinert und aufpoliert werden muss. Es kamen immer noch kleinere Rechtschreib- und Ausdrucksfehler auf vor, die zwar nicht sehr störten, aber dennoch auffielen.
Inhalt
Misora Hotokegi wird von ihrem Hauptmann, der sie wegen ihres Verhaltens nicht leiden kann, als Leutnant der 13ten Kompanie vorgeschlagen und bekommt den Posten. Gerade als sie ihr Amt aufnimmt, tauchen immer öfter seltsame Hollow die Soul Society an, die sich nach dem Tod in Shinigamis (zurück-)verwandeln. So ist der bisherige Stand der Fanfiction, die noch am Anfang zu stehen scheint.
Bisher ist nicht viel geschehen außer dass Rückblicke in Misoras ‚irdisches’ Leben geboten wurden und die ersten Kämpfe mit den eigenartigen Hollows stattfanden. Dabei wurde sehr viel Wert auf eine ausführliche Beschreibung der Waffen und der Angriffe bzw. Zauber gelegt. Komisch fand ich allerdings, dass Misora zwar durchaus Verletzungen von sich trägt, diese sich aber kaum bis gar nicht auf ihre Kampfkraft auswirken und nicht einmal halb so gravierend zu sein scheinen wie sie eigentlich sein müssten. Zum Beispiel ist es bei einem Kampf so kalt, dass der Boden komplett zugefroren ist. Misora friert zwar, ihre Muskeln werden aber nicht steif – was sie bei den Temperaturen eigentlich sein müssten.
Die Darstellung der Geschichte ist eher humorlastig, wozu die ernsthaften moralischen Konflikte in Bezug auf die Hollows noch nicht so recht hineinpassen wollen.
Charaktere
Da ich Bleach und seine Charaktere nicht kenne, werde ich die originalen Charaktere erst mal bei Seite lassen und mich auf Misora Hotokegi konzentrieren. Besonders viel ist von ihr noch nicht bekannt. Sie ist über 800 Jahre alt und legt ein eher formloses und bisweilen jungenhaftes Verhalten an den Tag. Sie war mit dem verstorbenen Kaien Shiba befreundet. Ihre Mutter und ihr Vater wurden von Hollows gefressen.
Was mich an ihrem Charakter allerdings stört ist, ist die Diskrepanz zwischen ihrem angeblichem Alter und ihrem Verhalten bzw. ihren Denkmustern. Ich denke zu so einem stolzen Alter gehört auch jede Menge Erfahrung, vor allem im Zwischenmenschlichen aber auch in allen anderen Aspekten des Lebens. Bei vielen Problemen kam es mir so vor, als würde Misora das erste Mal mit ihnen konfrontiert werden, was nach so vielen Jahrhunderten sehr unwahrscheinlich ist. Auch denke ich, dass Misora nicht unbedingt so alt sein muss, um in dieser Geschichte zu funktionieren – zumindest nach meinem Kenntnisstand.
Allgemein fiel es mir nicht so leicht, mich mit den Charakteren und ihren Gefühlen zu identifizieren, weil diese nicht oft angesprochen wurden. Zum Beispiel konnte ich Chifuyus Entscheidung im letzten Kapitel nicht wirklich nachvollziehen, weil ihre Hintergründe nicht ausgiebig genug beleuchtet wurden. Die Perspektive des allwissenden Erzählers ist allerdings auch nicht so gut für diesen Zweck geeignet, weil sie das Geschehen eher aus der Distanz betrachtet darstellt.
Eigene Meinung
Als Nicht-Kenner von Bleach hatte ich wirklich große Probleme mich in diese Geschichte einzufinden. Das liegt einmal daran, dass unendlich viele japanische(?) Fachbegriffe auftauchten, mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann. Auch kam ich bei der Flut an Charakteren, die irgendwie alle auf ähnliche Weise vorgestellt wurden (Haarfarbe, Augenfarbe, Waffe), überhaupt nicht mit, sodass ich keinen von ihnen wirklich im Gedächtnis habe. Ich denke aber, Serien-Fans werden da deutlich weniger Probleme haben.
Fazit
Das größte Manko dieser Geschichte ist das Layout, das dringend optimiert werden sollte. Abgesehen davon kann ich nur sagen, dass die Autorin vielleicht eine etwas jüngere Protagonistin hätte wählen sollen, da sie ihr Alter und die damit verbundene Erfahrung nicht authentisch darstellen konnte. Über die Handlung kann ich noch keine genauen Aussagen treffen, da diese gerade erst am Anfang steht. Bis jetzt lässt sich nur ein Fokus auf die Kampfszenen und einige humoristische Elemente erkennen. Ein moralischer Konflikt wird angedeutet, aber eher nebenbei, da die Emotionen der Charaktere hinter den Kämpfen anstehen müssen.
Smailii1805