Schubladen-Idealisten(Original)
Titel: Schubladen-Idealisten
Autor: Joshin no Juryoku
Prosa
Original
Genre: Allgemein
Link: Geschichte gelöscht
Kurzbeschreibung: Eine kleine, leicht philosophisch angehauchte Geschichte. Gedanken und...Gedanken.
Es ist Sommer und ich liege auf einer Wiese in einem Park in der Stadt. Manche Leute fixieren sich zu sehr auf die Aufschrift auf T-Shirts. Auf meinem steht übrigens "I love Lesbians". Eigentlich ist es ein Männer-Shirt, aber meine Mutter hat mir in mühevoller Arbeit das Nähen beigebracht. Jetzt ist es mein T-Shirt.
Sprache
Ca. 1600 Wörter sind nicht viel; ein von mir entdeckter Tippfehler auf dieser Textmenge wohl noch weniger, insofern kann man auf diesem Gebiet wenig beanstanden. Rechtschreibung passt, denke ich. Der gesamte sprachliche Stil der Geschichte ist genauso frugal und leger wie der Beginn dieses Reviews. Die Hauptfigur liegt die meiste Zeit herum; ähnlich lässig und ‚durchhängend‘ gibt sich die Ausdrucksweise. Oder so.
Inhalt/Handlung
Handlung? Fehlanzeige. Eine solche war von der Autorin offenbar auch nicht geplant. Der einzige rote Faden sind die ‚Fotos‘, auf die und deren mögliche Bedeutung immer wieder aufs Neue Bezug genommen wird. Darüber hinaus gibt es eben die namensgebenden ‚Schubladen-Idealisten‘: Dieser originelle Begriff bezeichnet wohl im Grunde als Individualität getarnte Heuchelei, hatte ich den Eindruck. Die Kürze der Geschichte verhindert aber, dass weiterreichende soziale Konsequenzen erforscht werden.
Alle weiteren Themen kommen und gehen so flüchtig, dass kaum etwas greifbar bleibt. Die Hauptfigur bleibt ebenso unscharf wie der Inhalt generell, was wohl ebenso beabsichtigt war. Insofern geht die erzeugte Atmosphäre mit den Geschehnissen, die sich auf Wiesen, an Flussufern und in Eisdielen abspielen, durchaus konform.
Charaktere
Es gibt mehrere Charaktere in dieser kurzen Geschichte, doch ihre Konturen werden nie verstärkt, sondern bleiben im Hintergrund der ‚zufälligen‘ Gedanken der Hauptfigur. Vielmehr gibt es auf diesem Sektor deshalb nicht zu sagen.
Sonstiges
Die Idee, wahllose, ‚luftige‘ Gedankenketten niederzuschreiben, gibt es schon länger, und wird zumeist auf Ringblöcken in Kaffeehäusern praktiziert. Manche Experten wie Natalie Goldberg empfehlen es angehenden Autoren sogar ganz dezidiert. Um nichts anderes handelt es sich hier. Die Zusammenfassung passt gut zum Text, als dass sie keinen Sinn ergibt und auch nicht wirklich Bezug auf die folgende Geschichte nimmt. Ach ja, ein paar Freizeilen mehr würden nicht schaden.
Persönliche Meinung
Derartige, an den ‚Bewusstseins-Strom-Stil‘ angelehnte Geschichten im Internet zu posten hat all die Relevanz, als wenn man in einen reißenden Fluss spuckt; aber das ist eben die Freiheit des digitalen Zeitalters. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es das Interesse anderer ‚Ringbuch-Kaffeehaus-Autoren‘ weckt.
Überarbeitungsvorschläge
Braucht diese Geschichte nicht.
Fazit: Wovon sprachen wir? Sorry, war gerade von meiner Diskokugel-Sammlung abgelenkt. Ach ja, von einer „kleinen, leicht philosophisch angehauchten Geschichte“. Und einem umgenähten T-Shirt.
Liebe Grüße,
Rahir