Casquette(One Piece)

Veröffentlicht auf von Rahir

Titel: Casquette
Autor: Bepo
Poesie oder Prosa: Prosa
Fandom / Original: One Piece
Genre: One-Shot / Allgemein
Link zur Story:
http://fanfiktion.de/s/4bcb3e69000145ee06604651

Kurzbeschreibung des Inhalts: Ein kleines Sequel, wie Casquette zur Heart-Piratenbande gekommen sein könnte.

 

Sprache

 

Die Orthografie dieser Kurzgeschichte verdient eine gründliche Überarbeitung. Es fehlen einige Kommas und manchmal sogar einzelne Satzteile. Auch gibt es immer wieder Beistrich-Satzkonstruktionen, bei denen ein ‚und‘ anstelle des Kommas den Satz rund klingen lassen würde. Darüber hinaus ist der sprachliche Stil generell holprig. Viele Aussagen sind redundant und betonen das Offensichtliche der jeweiligen Szene.

 

Alleine schon die ersten vier Seiten, auf denen die Hauptfigur nichts anderes tut als mit dem Rücken gegen eine Wand zu stehen und sich zu fürchten, sind voller überflüssiger Erwähnungen und ließen sich leicht kürzen, was der Dramatik nur helfen würde. Die Regel „show, don’t tell“ lege ich dem Autor besonders ans Herz. Jede Regung der Figuren auf direkte Weise auszusprechen klingt zu sehr nach Erklär-Stil.


Inhalt/Handlung

 

Eine Handlung hat diese Kurzgeschichte nur peripher; in erster Linie ist es die Momentaufnahme einer Weichenstellung im Leben der Figur Casquette. Es geht um jenen Tag, an dem er sich einer Gruppe von U-Boot-Piraten anschließt. Das Ganze wird von sehr knappen Beschreibungen begleitet, was die Figuren wie auch die Welt, in der es sich ereignet, betrifft.

 

Wie viele Fanfic-Autoren geht auch dieser davon aus, dass potentielle Leser genau Bescheid wissen über den Fandom; trotzdem würden mehr Details über diese Welt und ihre Charaktere der Geschichte mehr Leben einhauchen. Gerade die vielen redundanten Formulierungen würden sich eignen, gegen eingestreute Hintergrundinformationen ausgetauscht zu werden. Zumindest die Umgebung des Hafens, in welchen sich ein Teil der Geschichte ereignet, wird ansatzweise und da ganz gelungen beschrieben.


Charaktere

 

Im Grunde hat diese Kurzgeschichte drei Charaktere: Die Hauptfigur Casquette, dessen angebliche Großmutter und einen Piratenanführer namens Trafalgar Law. Der Schwerpunkt liegt naheliegender Weise auf der Hauptfigur, über die der Leser auch das meiste erfährt. Die beiden anderen verbleiben nebulös. Das große Grundproblem ist aber die Charaktermotivation, indem sie nämlich kaum existiert. Warum will Casquette Pirat werden? Diese Frage bleibt eine klare Antwort schuldig. Denn zuerst denkt er noch, dass „er sich nie Gedanken darüber gemacht hat“, und wenige Seiten später ist es plötzlich „sein Traum“. Es wird nur seine ‚Großmutter‘ erwähnt, die ihm als Kind Geschichten von der See erzählte, und dass er deshalb selbst zur See fahren wollte- nur nicht mit der Marine, warum auch immer.

 

Was den Charakterbogen angeht, so hat dieser hier einen klaren Knick in der Sekunde, wo er schlagartig diese Laufbahn einschlagen will, über die er sich nie Gedanken machte. Viel besser könnte man diese Situation lösen, indem man seinen ‚Traum‘ schon irgendwie vorher etabliert; am besten auf unterschwellige Weise, sodass sein Einfall einen plausiblen Boden bekommt. Was seine zu dem Zeitpunkt verstorbene Großmutter angeht sowie den Piratenboss Law, so bekommen diese gar keine Motivation. Vor allem Laws Aussage, dass er „die richtige Ausstrahlung hat“, ist ein äußerst durchsichtiges Argument für dessen plötzliches Vertrauen. Besser wäre es da noch, den Grund für seine Absicht, ihn einzustellen, gar nicht zu erwähnen und so der Phantasie des Lesers zu überlassen.


Sonstiges

 

Punkte, an denen ein Lebensverlauf eine neue Richtung annimmt, sind immer gute Ansatzpunkte für Kurzgeschichten, so auch hier. Das bringt auch die Kurzbeschreibung passend auf den Punkt. Was die Textstruktur angeht, so ist sie recht übersichtlich- allerdings gibt es zeitweise Perspektivenverletzungen, die man besser durch Freizeilen kenntlich gemacht hätte. Die Erzählfülle an sich leidet unter den oft dürftigen Beschreibungen, statt denen man zumeist Wiederholungen des Offensichtlichen findet. Der gesamte Text verdient eine Straffung, um das Potential dieser Kurzgeschichte geltend zu machen.


Persönliche Meinung

Die seelische Introspektion, die der Autor auf die Hauptfigur anwendet, ist recht ausführlich(stellenweise zu sehr)und durchaus lebensecht. Vor allem seine ‚Grabsteinrede‘ war ein gelungener emotionaler Höhepunkt. Das kann aber kaum von der mangelhaften Charaktermotivation ablenken, die hinter allem steht. Den Leser in die Seelenwelt der Hauptfigur hineinzuziehen, gelingt dem Autor recht gut; ihm auch einen glaubwürdigen Hintergrund zu verleihen, darf er noch nachbessern.


Überarbeitungsvorschläge

Ein wichtiger Verbesserungspunkt ist das Vermeiden von redundanten Aussagen und der Austausch von naheliegenden Erwähnungen gegen bildhafte Beschreibungen. Das Streichen dieses Füllmaterials würde den Erzählfluss auf angenehme Weise straffen. Noch wichtiger ist aber das Etablieren einer glaubhaften Charakter-Motivation, die momentan auf recht dünnen Füßen steht. Es ist besser, etwas im Unklaren und Geheimnisvollen zu belassen, bevor halbgare Erklärungen angeführt werden.

 

Fazit: Die nachdenkliche Schilderung einer Weichenstellung, allerdings mit Motivationsproblemen behaftet.

 

Liebe Grüße,

Rahir

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Veröffentlicht in Fanfiction_Anime | Manga

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