"Broken World" von MobbelZ (One Piece)
Autor: MobbelZ
Titel: Broken World
Serie: One Piece
Genre: Thriller
Status: Unvollendet (20 Kapitel)
Zusammenfassung des Autors: Ace erwacht alleine in einem leeren Zimmer in einer zerstörten Stadt. Er weiß weder wo er sich befindet, noch wie er hier her gelangt ist. Doch als wenn es damit nicht genug wäre stellte er fest, dass er noch nicht einmal seinen eigenen Namen kennt. Vor ihm breitet sich eine unwirtliche Landschaft aus. Ein erbitterter Krieg hat die Welt an den Abgrund getrieben und auch jetzt droht ihr noch immer die Vernichtung. In dieser feindlichen Umgebung hätte Ace sicherlich nicht einmal die ersten Minuten überlebt, wenn nicht Smoker gewesen wäre. Ein Mann, der sich vor allem durch seine Schweigsamkeit und Undurchschaubarkeit auszeichnet. Ace bemüht sich nun seiner Vergangenheit auf die Spur zu kommen.
Link: http://www.fanfiktion.de/s/494e52ff000066eb06604650
Sprache
Die Autorin weiß sich auszudrücken, hat eine flüssige Erzählweise und einen großen Sprachschatz. Der Text war dadurch sehr angenehm und flüssig zu lesen. Die Umwelt wurde durch die ausführlichen Beschreibungen sehr lebendig dargestellt, unterstützte die Atmosphäre und projizierte ein Bild in meinen Kopf. Es gab allerdings auch zwei Dinge, die mir aufgefallen sind und die nach einiger Zeit ziemlich genervt haben. Zum einen war das der durchscheinende Dialekt der Autorin in der wörtlichen Rede. Es gibt weder „Er war gewesen“ noch „Er hatte gehabt“ und selbst wenn es absichtlich eingefügter Dialekt beziehungsweise Umgangssprache gewesen wäre, hätte dies dennoch nicht zu den Personen gepasst. Ich vermute allerdings, dass die Autorin da ein wenig mehr von sich reingesteckt hat als gut ist, vor allem, weil es alle Personen betraf.
Auch nervig, wenn auch nicht übermäßig im Lesefluss störend waren die regelmäßig auftauchenden Flüchtigkeitsfehler. Das reichte von vergessenen Wörtern über den falschen Kasus bis hin zu Wörtern, die mit ähnlich klingenden, anderen Wörtern vertauscht wurden. Diese Fehler geschahen zwar nicht oft, aber zumindest häufig genug, dass sie mir negativ auffielen.
Inhalt
Die Kurzbeschreibung fasst gut die Ausgangssituation zusammen, sagt nicht zu viel aber dennoch genug aus, um Interesse zu wecken. Die Geschichte bearbeitet ein sehr aktuelles Thema, nämlich den Krieg und alle damit verbundenen moralischen und ethischen Probleme. Es geht um Fanatismus, die Motive von „Freiheitskämpfern“ und die Rechtfertigung, die dahinter steckt. Das alles in der Welt von One Piece und mit den berühmten Teufelskräften garniert, welche auch moralisch hinterfragt werden. Die logischen Zusammenhänge und der Hergang der Ereignisse sind realistisch und gut nachvollziehbar, was die Handlung trotz der ‚magischen‘ Elemente sehr nah an die Realität bringt. Man fühlt sich, als wäre man mittendrin. Es ist chaotisch und oft verliert man den Überblick, genau wie es im Krieg eben manchmal ist. Die Atmosphäre ist sehr gut gelungen, passt zur Szenerie und geht an die Haut.
Charaktere
Der Protagonist ist Ace, der so allerhand Probleme mit sich rumschleppt. Er hat nicht nur sein Gedächtnis verloren und kämpft gegen seine unberechenbaren und zerstörerischen Teufelskräfte an, sondern ist mitten in einem Krieg und zwischen den Fronten gefangen. Seine Gefühlslage ist packend beschrieben und jederzeit verständlich, wenn auch manchmal ein wenig zu ausanalysiert. Er benimmt sich nach der Vorlage, soweit das möglich beziehungsweise nötig ist. Seine Erinnerung kommt in kleinen Sequenzen am Anfang eines jeden Kapitels wieder.
Der zweite wichtige Charakter ist Smoker, der der gewohnte schweigsame Kettenraucher ist, wenn auch die Zigaretten oft knapp sind. Durch ihn bekommt Ace sehr viele Hintergrundinformationen und zwar in ellenlangen Erzählpassagen, in denen Smoker zum Historiker mutiert. Nicht nur, dass er auf einmal mehr redet als je zuvor, seine Geschichten aus dem Krieg hören sich an wie aus einem Geschichtsbuch auswendig gelernt. Sie sind viel zu ausformuliert als dass man sie spontan erzählen könnte/würde. Diese Passagen verlieren ihre Glaubwürdigkeit, da man erkennt, dass diese Worte Smoker von der Autorin in den Mund gelegt wurden, um Hintergrundinformationen an Ace weiterzugeben. Schön ist, dass seine Hintergedanken und Motive weitestgehend der Fantasie der Leser überlassen werden, was zusätzlich Spannung erzeugt.
Fazit
Eine packend erzählte Kriegsgeschichte, die viele wichtige und aktuelle Themen behandelt und tiefe Einblicke in die Psyche des Menschen gibt. Kleinere Mängel lassen sich leicht übersehen in Anbetracht der Tatsache, dass die Erzählung ansonsten einwandfrei, spannend und ergreifend erzählt wird. Man kann sich sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen und die Spannung lässt nicht eine Sekunde nach.
Überarbeitungsvorschläge
- Was einem selbst nicht auffällt an Flüchtigkeitsfehlern, das sollte zumindest der/die Betaleser/in sehen. Falls du schon eine hast, setz dich nochmal mit ihr/ihm auseinander. Ansonsten such dir jemanden.
- Wenn jemand spontan eine Geschichte erzählt, dann muss diese Spontanität auch durch die Ausdrucksweise rüberkommen. Zu ausformulierte Sätze oder Metaphern gehören in solche Passagen nicht hinein, denn so hört es sich eher aufgeschrieben als ausgesprochen an. Hilfreich ist da immer, wenn man sich vorstellt, wie der Charakter das sagt, was man ihm da in den Mund legen will. Dass man es ihm in den Mund gelegt hat, sollte für den Leser nicht erkennbar sein.
- Dialekt bzw. Umgangssprache ist an sich in der direkten Rede angebracht und auch notwendig. Allerdings muss das auch zu dem betreffenden Charakter passen. In diesem Fall war deutlich erkennbar, dass die Umgangssprache von der Autorin kam.
LG
Smailii1805