"Beyond the fog of yourself" von SwordMistress7 (Marlon Wessel)
Autor: SwordMistress7
Titel: Beyond the fog of yourself
Serie: Die wilden Kerle - Schauspieler
Genre: Romanze
Status: Unvollendet (26 Kapitel)
Zusammenfassung des Autors: Marlon erkrankt an Lungenkrebs und muss umgehend in eine Klinik in Baden gebracht werden. Sein Zustand verschlechtert sich allerdings, fernab von Freunden und Familie, er bekommt depressive Neigungen. Dem ländlichen Idyll kann er nichts abgewinnen und selbst die Einheimischen kann er auf Grund des Dialektes nur schwer verstehen. Doch dann lernt er zwei Menschen kennen, die sein Leben verändern sollten.
Link: http://www.fanfiktion.de/s/4a916b1a0000882706d0138b
Sprache
Bis auf die eine oder andere Wortwiederholung kann ich am Stil und an der Rechtschreibung/Grammatik der Autorin nichts aussetzen. Sprachlich wirkt die ganze Geschichte bis jetzt wie aus einem Guss und ist von Anfang bis Ende sehr angenehm zu lesen. Die Autorin nimmt sich die Zeit, die Eindrücke ihrer Protagonisten detailliert zu beschreiben, was aber niemals ermüdend oder fehl am Platze wirkt. Die ein oder andere etwas ausgeartete Metapher findet sich (z.B: „…den vielen kleinen, noch lodernden, schmerzenden Feuern in ihrem Herzen.“ „Wie Flammen auf trockenem Boden sich ausbreiteten und nichts als Asche zurückließen, so war ihr Herz nur noch ein staubiger Haufen, stummer Zeuge eines Infernos. Asche zu Asche. Staub zu Staub.“), aber das ist auch alles.
Inhalt
Es fängt relativ träge damit an, dass Marlon einen Rückblick darauf gibt, wie der Lungenkrebs diagnostiziert und wie er in die Klinik kam. Die eigentliche „Handlung“ beginnt erst mit seiner Ankunft dort, was ich nicht so gut gelungen finde, da man so seine anfängliche Gefühlslage nicht direkt mitbekommt. Anfangs ist er ziemlich deprimiert , regelrecht apathisch und fühlt sich in dem Dorf überhaupt nicht wohl. Dann trifft er Alice und den Priester Sepp, die es sich zum Ziel machen, ihn aus seiner Depression zu holen. Dabei kommen sich Alice und Marlon näher und beginnen alsbald Gefühle füreinander zu empfinden.
Die Idee ist für sich nicht allzu neu, aber gut erzählt und rübergebracht wird sie, weswegen ich der Geschichte ihre Innovationsarmut, was die Handlung angeht, nicht wirklich übel nehmen kann.
Charaktere
Da ich weder die Schauspieler noch ‚Die wilden Kerle‘ kenne, werde ich mich darauf konzentrieren, wie gut sie an sich dargestellt wurden. Über ihre Originaltreue kann und werde ich dabei keine Aussagen machen.
Marlon erzählt die meiste Zeit aus seiner Sicht und wird ab und zu von Alice abgelöst. Er beschreibt dabei die Dinge um ihn herum auf eine sehr eigene und erfrischende Art und Weise – zum Beispiel kommt Alice Oberweite sehr viel Aufmerksamkeit zu, was ich sehr authentisch finde. Alice Parts finde ich dagegen nicht ganz so überzeugend; sie sind beileibe nicht schlecht, aber ihnen fehlt der etwas eigene Touch, den Marlons Gedanken an sich haben. Beide haben mit durchaus realistischen Problemen zu kämpfen, aber irgendwie gefällt mir der Chara Alice an sich nicht so ganz.
Laut Marlon sieht sie, abgesehen von ihren breiten Hüften, wie ein Engel aus, ist ein Gutmensch und hat allgemein ein sonniges Gemüt. Sie ist klug und charismatisch und wird deswegen von allen gemocht. Dass sie hinter dieser Fassade starke Komplexe versteckt, soll sie menschlicher wirken lassen, wirkt auf mich aber eher wie in den Klischee-Topf der Mary-Sue Romanzen gegriffen. Abgesehen davon hat sie nämlich keine Fehler oder Schwächen, nur eine eigenartige Sucht nach Louis Vuitton. Ich bin mir noch nicht sicher, ob sie mich nun nervt oder nicht. Ihre supercoolen und altklugen Sprüche gegenüber Marlon tun das auf jeden Fall.
Sepp ist da schon besser gelungen. Ein „hipper“ Priester, der Witze über Lungenkrebs reißt, Zigarillos raucht, säuft, sich neumodisch kleidet und Lady Gaga hört, ist schon einzigartig. Vielleicht ein bisschen übertrieben… allerdings nicht so sehr, dass er zur Witzfigur mutiert.
Auch bei den Nebencharakteren bin ich etwas zwiegespalten, was ihre Authentizität angeht. Gerade die „Stadtmenschen“, die Marlon ehemaligen Freundeskreis ausmachen sind arg nach der Vorstellung vom gelangweilten, desinteressierten Städter geraten- und natürlich diejenigen, die Marlon am Ende im Stich lassen. Sie entsprechen zu 100 Prozent dem Klischee und weichen nicht ein Stück davon ab. Das macht eine Szene sehr deutlich klar, in der Marlon seine Exfreundin Karla mit Alice vergleicht. Während Karla im Grunde genommen eine unausstehliche, magere Zicke ist und nur für das Eine wirklich zu gebrauchen –nämlich Sex-, ist Alice das komplette Gegenteil. Auch ist sie selbst bei Nacht und ungeschminkt viel besser aus als alle von Marlons Ex-Freundinnen mit Schminke. Solche und ähnliche Vergleiche stellt Marlon andauernd an.
Fazit & Eigene Meinung
„Beyond the fog of yourself“ ist eigentlich nichts Neues und auch nicht besonders originell. Die Charaktere scheinen eins und eins dem Klischee zu entspringen, dass ‚Landeier‘ von ‚Städtern‘ haben, wodurch die Autorin meiner Meinung nach eine eindeutige Position annimmt. Auf der anderen Seite überzeugt die Geschichte aber durch eine sehr schöne Umsetzung, sodass sie trotz der Kritik angenehm zu lesen war.
Smailii1805