"Countdown to Insanity" von Freya89 (Formel 1)

Veröffentlicht auf von Smailii1805

Autor: Freya89

Titel: Countdown to Insanity

Serie: Formel 1

Genre: Romanze

Status: Vollendet

Zusammenfassung des Autors: ..:KIMI "Weltmeister 2007" RÄIKKÖNEN-FF:.. Herzschmerz im großen Stil á la "Romeo & Juliet", Drama wie man es nicht nur bei "Grey's Anatomy", sondern auch in "Hamlet" findet und Spaß wie bei "A Midsummernightsdream". Die Mischung klingt verrückt? Nun, Isabel Montgomery, Pressesprecherin von Ferrari, glaubt dies auch ab und an, während sie immer tiefer in eine Liebesgeschichte mit Kimi Räikkönen herein schlittert.

Link: http://www.fanfiktion.de/s/476052c2000073e806d00fa5

 

Bemerkung: Ich kenne mich in der Formel 1 nicht aus. Ich habe 23 von 51 Kapiteln gelesen.

 

Sprache

 

Von der sprachlichen Umsetzung her kann ich eigentlich kaum meckern. Grammatik und Rechtschreibung sind vollkommen in Ordnung; es fanden sich kaum Fehler und wenn, dann waren es nichtige Flüchtigkeitsfehler. Der Text ließ sich dadurch so angenehm und flüssig lesen, dass ich an meinem e-Book Reader knapp 90.000 Wörter auf einmal lesen konnte, ohne große Ermüdungserscheinungen zu bekommen. Es gibt allerdings zwei Punkte, die mich ein wenig gestört haben.

 

Zum einen waren da Sätze, in denen teilweise zwei bis vier ‚und’ vorkamen. Dass das nicht gerade die beste Art ist Sätze zu verknüpfen, muss ich ja nicht sagen. Genauso wenig, dass in einer Aufzählung nur ein ‚und‘ erlaubt ist. Überhaupt wird dieses Wort ein wenig zu oft benutzt.

 

Das zweite kleine Manko waren die Zeiten. Hin und wieder rutschte die Autorin nämlich in die Gegenwartsform ab und wenn die Erzählerin vergangene Ereignisse rekapitulierte, stolperte ich über Sätze à la „Ich hatte gehabt“ und „Wir waren gewesen“.

 

Inhalt

 

„Countdown to Insanity“ ist eine Liebesgeschichte rund um die Pressesprecherin und Journalistin Isabel Montgomery und Kimi Räikkönen, die in Kimis erster Saison bei Ferrari beginnt. In Grunde genommen stehen sowohl die Formel 1 als auch Kimi eher im Hintergrund, weil sich die Erzählung auf die emotionale Entwicklung ihrer Protagonistin konzentriert. Es geht darum, wie sie die Welt sieht, welche Probleme sie hat und wie sie damit umgeht. Großartige Action gibt es nicht, aber das ist überhaupt nicht schlimm. Es wird nicht langweilig, weil immer irgendetwas Neues passiert, was zwar mehr oder weniger ‚alltäglich‘ und realistisch ist – für das Setting zumindest, aber große Auswirkungen auf Isabels Gefühlswelt hat. Weil man sich wegen der guten Charakterisierung mit der Protagonistin identifiziert, fiebert man aber einfach mit.

 

Es gab nur einige wenige Wendungen, die ich etwas zu übertrieben fand. Ein Beispiel ist die Szene mit dem Scheich und dem Frauenhaus. Klar müssen solche Themen wie Steinigung und Gewalt gegen Frauen auch angesprochen werden, aber nicht so nebenbei, denn dafür sind sie viel zu komplex und diffizil. Auch der Drang nach Realismus rechtfertigt das –meiner Meinung nach- nicht.  Dann war da noch Davids Tod, dessen Beschreibung mir nicht so gefallen hat. Fakt ist, dass bis zu der Nachricht seines Todes sein Name nicht einmal gefallen ist und Isabel dann auf einmal total verzweifelt war. Sie sagte ‚David war immer da‘, aber das stimmt in Bezug auf die Geschichte nicht und deswegen fand ich ihre Gefühle in diesem Moment nicht wirklich nachvollziehbar.

 

Ein wenig erinnert die Geschichte an ‚Sex and the City‘, nur mit weniger Sex und mehr Alkohol. Gefühlvolle Szenen wechseln sich mit frechem Humor ab, bevor einem das eine oder das andere zu viel wird. Vor allem die Dialoge sind sehr dynamisch und beschreiben realistisch, wie ich mir einen lockeren Wortaustausch zwischen Freunden vorstelle (bzw. oft selbst erlebe). Insgesamt kann ich nur sagen, dass die Geschichte in sich logisch aufgebaut und realistisch ist. Sie wird nie zu anstrengend, ist aber auch nie zu locker.

 

Charaktere

 

Da dies Isabels Geschichte ist, beschränke ich mich bei allen anderen Charakteren darauf zu sagen, dass sie sich realistisch benehmen und vielschichtig sind. Keiner von ihnen ist eine Schablone und keiner von ihnen hat mich genervt.

 

Dass Isabel seit langem die erste Protagonistin ist, die mir nicht sofort auf die Nerven ging, sagt schon einiges über sie aus (dazu sei gesagt, dass ich mich mit weiblichen Hauptcharakteren allgemein schwer tue). Sie ist Pressesprecherin bei Ferrari und arbeitet gleichzeitig für die New York Times, lebt in Milano und in New York und ist ein unverbesserlicher Workaholic. Im Laufe der Geschichte erfährt man so viele unwichtige und wichtige Dinge über sie, dass man sie wirklich gut kennen lernt und sich mit ihr identifiziert, obwohl sie in einer völlig anderen Welt lebt als der Leser. Ihr Humor ist toll, ihre Gefühle sind –meistens- authentisch und ihre Art damit umzugehen ist interessant. Für mich hat sie sehr gut funktioniert und ich denke, das wird vielen anderen auch so gehen.

 

Fazit

 

„Countdown to Insanity“ hat natürlich keine neuen Ideen zu bieten, wird aber so interessant und authentisch erzählt, dass das nicht schlimm ist. Bis auf ein paar kleine Unstimmigkeiten ist diese Geschichte abwechslungsreich, vielschichtig und bildet tolles Gesamtkunstwerk. Man kann sie guten Gewissens auch denjenigen empfehlen, die kein Fan von Kimi Räikkönen und der Formel 1 sind. Vorausgesetzt sie mögen die Protagonistin.

 

Überarbeitungsvorschläge

 

Die Satzstellung sollte noch einmal überarbeitet werden. In den meisten Sätzen sollte allerhöchstens ein ‚und‘ vorkommen, denn alles andere ist eine Aufzählung und muss auch so behandelt werden. Bei den Zeiten sollte dasselbe passieren: Präsenz gehört in eine Erzählung nicht hinein und ‚Ich hatte gehabt‘ ist definitiv Dialekt bzw. Umgangssprache.

 

Was den Inhalt anbelangt, sind Verbesserungsvorschläge natürlich schwieriger und daher kann ich nur sagen, was mir persönlich angebracht erscheint. Sensible Themen wie Vergewaltigung, Drogen und Gewalt gegen Frauen sollten nicht so nebenbei in einer Liebesgeschichte behandelt werden, denn das wird ihnen nicht gerecht. Wenn also eines dieser Themen angeschnitten wird, erwarte ich vom Autor, dass er sich dann auch eingängiger damit beschäftigt als das bisher der Fall war.

 

Liebe Grüße

Smailii1805

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Veröffentlicht in Fanfiktion_Sport

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