"Blutende Liebe" von LadyAurora (Kimi Räikkonen)

Veröffentlicht auf von Smailii1805

Autor: LadyAurora

Titel: Blutende Liebe

Serie: Kimi Räikkönen

Genre: Drama

Status: Unvollendet (41 Kapitel)

Zusammenfassung des Autors: Was wenn es einen Menschen gibt, der dir alles bedeutet, für den du durch die Hölle gehen würdest? Einen Menschen, der dich besser kennst als du dich selbst? Würdest du ihn jemals aufgeben können? Genau das frage ich - Anniina Räikkönen – mich auch. Kann ich meinen Bruder Kimi aufgeben, ihn am Besten niemals wieder sehen? Aufgeben, weil unsere Liebe verboten ist, weil die Gesellschaft sie nicht akzeptiert, ja sogar abstoßend findet? Niemals! Und doch wird mir keine andere Wahl bleiben. >>Eine Geschichte über die verbotene Liebe zweier Menschen und deren aussichtslosen Kampf gegen Gefühle, die sie niemals hätten empfinden dürfen.<<

Link: http://www.fanfiktion.de/s/49fc2cbe00007c1806d00fa5

 

Bemerkung: Ich habe dieses Feedback geschrieben, ohne Hintergrundinfos über die Formel 1 oder Kimi Räikkönen zu haben. Gelesen habe ich 32 von derzeit 41 Kapiteln.

 

Sprache

 

Da es sich anbietet, möchte ich den Vergleich zur Geschichte „Gefühle?“ ziehen, welche ich schon kommentiert hatte. In den dort angesprochenen Kritikpunkten hat sich die Autorin sichtbar gebessert. Sowohl die angesprochenen Satzstellungen als auch „verdammt“  und Verwechslungen von „dass“ und „das“ kommen weniger vor, sind aber immer noch ein erkennbares Manko. Abgesehen davon sind und bleiben Rechtschreibung und Grammatik solide. Die Autorin fügt auch viele Beschreibungen ein, aber manchmal übertreibt sie es ein wenig und manchmal hätte es ruhig noch mehr sein können.

 

Verbesserungsvorschläge: An dieser Stelle kann ich nur raten, auf dem Weg weiterzumachen, den die Autorin eingeschlagen hat und weiter daran zu arbeiten, die Mankos auszumerzen.

 

Inhalt

 

Auch diese Geschichte ist wieder eine Liebesromanze zwischen Kimi Räikkönen und einem ausgedachten Charakter namens Aniina. Das Spezielle daran ist: Sie ist seine Schwester und Physiotherapeutin.

 

Der rote Faden an sich orientiert sich an der Formel 1 Saison, dieses Mal jedoch nicht an den wirklichen Geschehnissen. Die Handlung ist logisch nachvollziehbar und glaubwürdig, allerdings auch nicht besonders originell. Dass die beiden Protagonisten sich wegen einer Wette küssen und auf einmal merken, dass sie sich total zueinander hingezogen fühlen, wird vielen bekannt vorkommen. Mir ist natürlich klar, dass man das Rad nicht neu erfinden kann, aber deshalb muss man ja nicht so tief in den Klischee-Topf der Romanzen greifen.

 

Das Ganze fängt mit einer Szene in der Kindheit von Kimi und Aniina an. Die Szene wirkte auf mich ein wenig befremdlich, da hier ein kleines Mädchen mit dem Sprachschatz eines Erwachsenen und großen Worten erzählt.

Es gibt einige Szenen, die auf mich furchtbar konstruiert wirkten und förmlich danach schrien, dass die Autorin jetzt die Handlung vorantreiben möchte. Zum Beispiel die Szene, in der Aniina und Kimi eine Wette mit Felipe Massa und Fernando Alonso eingehen, nachdem diese über sie gelästert hatten. Die Unterhaltung der Beiden war furchtbar hölzern, vor allem im direkten Vergleich mit den ansonsten sehr dynamischen Dialogen, und der Verlauf ist nicht sehr gut ausgearbeitet – wenn man mal vom anschließenden Kuss absieht. Das ist schade, denn gerade an dieser Stelle nimmt die Geschichte ja eine wichtig Wendung und daher wäre es dringend notwendig gewesen, sie auch zu so schreiben, dass sie sich realistisch anfühlt.

 

Genau wie bei „Gefühle?“ werden auch hier die Rennen bis auf nachträgliche kurze Berichte komplett ignoriert. In dem Teil, den ich bisher gelesen habe, wurde nicht ein einziges Rennen näher beleuchtet, genauso wenig die sicher tolle Atmosphäre an den Rennstrecken. Damit verpasst die Autorin die Chance, ihrer Geschichte eine spezielle Note zu geben. Seltsam wirkte auf mich die im Vergleich dazu wirklich sehr ausführlich beschriebene Szene, in der Aniina ihre Hündin bekommt.

 

Verbesserungsvorschläge: Die Formel 1 macht einen großen Teil des Lebens von Aniina und Kimi aus, also liegt auch nahe, sie näher zu beleuchten. Ihre Faszination mit diesem Sport gehört ja auch mit zur Charakterisierung.

 

Charaktere

 

Die Ausarbeitung der Protagonistin und ihre Einpassung in die Formel 1 ist wieder recht gut gelungen. Leider fällt mir aber auf, dass Aniina in Richtung „Mary-Sue“ tendiert. Sie sieht toll aus, weswegen alle Männer in ihrer Nähe sie anstarren, hat ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern, scheint so eine Art Hundeflüsterer zu sein, ist dazu noch unternehmungslustig, überhaupt nicht kontaktscheu ... ich könnte weiter aufzählen.  Mir sind keine wirklich schlechten Eigenschaften an ihr aufgefallen – abgesehen von ihrer Unpünktlichkeit – und im Gegensatz dazu wurden ihre guten Eigenschaften teilweise etwas zu offensichtlich betont. Warum sie noch Jungfrau ist, war mir aufgrund ihres Charakters nicht ganz klar.

 

Ihr Verhältnis zu Kimi und der Wandel darin werden sehr dynamisch und nachvollziehbar dargestellt. Alle Probleme und der moralische Zwiespalt werden angesprochen.

 

Das Problem bei der Charakterisierung ist hier, dass zu viel in langatmigen Monologen erklärt  wird anstatt oder zusätzlich zu Beschreibungen der Gefühle. Vor allem in bei spontanen Gefühlen zerstörte das die Glaubwürdigkeit besagter Gefühle. Ein Beispiel ist die Szene, in der Kimi seine Schwester nackt im Bad erwischt. Nachdem er raus ist, wirkt sie zuerst recht geschockt, dann denkt sie, dass sie ja eigentlich wütend sein sollte und auf einmal ist sie wütend. Normalerweise ist man erst sauer und denkt danach nach. Auch interessant ist die Szene, in der Aniina in einem Club sehr eng mit Kimi tanzt. Sie vergisst dabei alle Vernunft und handelt nach ihren Gefühlen, aber leider macht die Autorin diesen Eindruck von Spontanität durch einen inneren Monolog kaputt, der alle ihre Hintergründe noch einmal groß und breit erklärt.

 

Auch störend empfand ich die Art, wie die Gefühle von Aniina und den anderen Charakteren zum Ausdruck gebracht wurden. Dutzende Male gelesene Standardsätze sind einfach schon so abgenutzt, dass sie ihre Aussagekraft verloren haben und nicht mehr wirken. Es kommen sehr viele solcher Unterhaltungen vor, die aber zu überzeichnet waren und daher eher nervig als berührend. Ein gutes Beispiel sind die Szenen rund um den Hund Aina und die Züchterin. Wer sagt schon zu einer mehr oder weniger Fremden „Ich wünsche mir jemanden, der auf mich wartet, wenn ich nach Hause komme. Dem es egal ist, wie ich bin und der mich um meiner selbst Willen liebt.“ Die Gefühle, die solche Aussagen übermitteln sollen, kamen einfach nicht an, weil alles zu dick aufgetragen war. Ähnlich wie Make-Up: In Maßen unterstreicht es die Schönheit einer Frau, aber zu viel davon wirkt billig.

 

In die wichtigen Nebencharaktere – Heikki und Carmen - wurde dieses Mal mehr Arbeit gesteckt, die anderen allerdings sind entweder eine Ansammlung von Klischees oder ganz offensichtlich nur ‚plot devices‘. Beispiele dafür sind Jenson Button, der widerliche und penetrante Lady Killer, und Felipe Massa/Fernando Alonso. Sie waren eindimensional und unglaubwürdig.

 

Verbesserungsvorschläge: Man stellt Gefühle und den Charakter von Protagonisten durch ihre Handlungen dar, nicht dadurch dass man sie ständig analysiert und erklärt. Sicherlich kommen gerade in einer Geschichte, die aus der Ich-Perspektive geschrieben wird, immer mal wieder innere Monologe und längere Gedankenpassagen vor, aber das sollte nicht zu sehr Überhand gewinnen. Schließlich wollen die Leser nicht alles direkt auf dem Silbertablett serviert bekommen, sondern auch mit rätseln. Gerade in spontanen und emotionalen Momenten denkt man nicht nach, warum man was gerade tut und sucht auch keine Entschuldigung dafür.  Auch hat jeder Mensch eine ganz eigene Art, seine Gefühle auszudrücken und Standardsätze wirken meist plump.

 

Eigene Meinung

 

Ich bin kein Fan von Kimi Räikkonen und interessiere mich nicht für die Formel 1, also kann ich natürlich nicht dieselbe Begeisterung für die Thematik aufbringen wie die Leser dieser Geschichte. Abgesehen davon ist „Blutende Liebe“ –meiner Meinung nach- nur eine dramatische Liebegeschichte unter Vielen, die mich emotional nicht berühren konnte. Weil ich kein Fan bin, weil zu viele abgenutzte Floskeln benutzt wurden, weil Inzest mich nicht interessiert und weil ich übertriebene Emotionalität nervig finde. Die Grundstimmung dieses Werkes ist einfach nicht mein Ding und die Brisanz der Inzest-Thematik kam bei mir noch nicht so ganz an.

 

Fazit

 

Wie auch schon bei meinem vorherigen Kommentar zu dieser Autorin kann ich die Geschichte Kimi Räikkonen- Fans empfehlen, die auf kitschige Liebes-Dramen stehen. Wieder wird nicht viel falsch gemacht, aber auch nicht Originelles geboten. An der Darstellung von glaubhaften, echten Gefühlen muss an einigen Stellen noch gearbeitet werden.

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Veröffentlicht in Fanfiktion_Sport

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L
<br /> Nach dem Motto besser spät als nie möchte ich mich jetzt zu dem Review äußern =)<br /> <br /> Erstmal DANKE für das Review, auch wenn es etwas länger gedauert hat =)<br /> <br /> Erstmal bin ich froh, dass sich mein Stil und meine Fehler gebessert haben. Ehrlich gesagt ist es mir selber auch aufgefallen.<br /> <br /> Zum Thema Mary-Sue möchte ich sagen, dass ich mich ein wenig bei meinen Lesern umgehört habe und die Mehrzahl der Meinung was, dass Anniina keine Mary-Sue ist.<br /> Sie tendiert mit ihrem Äußeren und Verhalten natürlich in diese Richtung, dass ist mir klar. Ich denke aber allein die Tatsache, dass Anniina in ihrem Bruder verliebt macht sie nicht zu einer<br /> Mary-Sue. Und sie hat auch nicht diese Ich-löse-jedes-Problem Verhalten, eher im Gegenteil.<br /> <br /> Ich möchte mich nochmal herzlich für das Review bedanken und wünsche euch alles gute zum 2-jährigen. Ihr macht einen tollen Job.<br /> <br /> LG LadyAurora<br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Hallo LadyAurora!<br /> <br /> <br /> Dass Aniina dem Klischee einer Mary-Sue entspricht, wollte ich mit meiner Aussage gar nicht ausdrücken. Eher, dass ihre Stärken sehr stark betont werden, was nervig sein könnte (die Tatsache,<br /> dass sie in ihren Bruder verliebt ist, spielte bei dieser Einschätzung für mich gar keine Rolle. Wie kommst du darauf?).<br /> <br /> <br /> Wenn deine Leser das nicht stört, ist das ja in Ordnung, aber die Grenze, was Mary-Sue bzw. nervig ist oder nicht, liegt ja bei jedem auch woanders. Für mich war zum Beispiel die Hunde-Szene<br /> (hatte ich ja angesprochen) einfach zu viel des Guten. Ich habe mich an der Stelle ständig gefragt, warum Aniina sich nicht wie jeder andere Mensch ganz normal mit dem Hund anfreunden kann; das<br /> wäre deutlich realistischer gewesen.<br /> <br /> <br /> Gruß, Smailii1805<br /> <br /> <br /> <br />