"Kein Zurück" von Jazzmyass (Die Ärzte)
Titel: Kein zurück
Autor: Jazzmyass
Prosa
Fandom: Die Ärzte
Genre: Drama
Link zur Story: http://www.myfanfiction.de/texte/farin-urlaub/kein-zurueck.69643.html
Kurzbeschreibung zum Inhalt:
Farin Urlaub denk über sein Leben nach. Er fühlt sich allein und missverstanden. Nicht einmal sein bester Freund, Bela B., hatte für ihn Zeit. Um der Einsamkeit zu entkommen, bringt Farin sich um.
Bela und Rod kommen mit dieser unverhofften Situation nicht klar, sodass sich Bela auch aus Verzweiflung umbringt. Nur Rod bleibt von der ehemaligen besten Band der Welt, die Ärzte, übrig. Allein und psychisch Krank.
Sprache:
Die Sprache und der Wortschatz sind einfach gehalten, aber das wirkt in einer Story wie dieser auch besser, als ein sehr ausschmückender Stil.
Die Schnörkellosigkeit des Ausdrucks bringt damit die dunkle Färbung des Textes noch deutlicher zur Geltung. Man kann auch sagen: Mit einfachen Worten gut erzählt.
In Rechtschreibung und Grammatik sind mir ein paar Fehler aufgefallen, die ein Betaleser sicher leicht korrigieren könnte.
Inhalt:
Es geht um Selbstzweifel, Alleinsein und die Tatsache, dass oft missliche Umstände zu einem Eklat führen können.
Farin, der, so wie er beschrieben wird, schwer depressiv wirkt, sehnt sich nach körperlicher Nähe, nach Bestätigung und Zuspruch. Doch wie es das Schicksal so will ist keiner seiner Freunde gerade in diesem Augenblick, wo er sie am nötigsten braucht, für ihn zu sprechen.
So nimmt alles seinen Lauf und ein warmes Bad, das ihm dieses Gefühl von Wärme vorgaukelt, lässt ihn das tun, was er Anfangs nicht geplant hatte.
Bela, der sich Selbstvorwürfe macht folgt ihm nach indem er eine Überdosis Schlaftabletten nimmt und Rod bleib in katatonieähnlichem Zustand zurück.
Es ist eine sehr traurige Geschichte, die eigentlich sehr vielschichtig ist. Es ist nur nicht möglich in der Kürze dieses One-shots tiefer darauf einzugehen.
Am Anfang fehlt mir ein wenig mehr Hintergrund. Man ist nicht plötzlich depressiv oder wird durch so ein Tief, wie Farin es durchleidet, in den Selbstmord schlittern. Sein innerer Monolog, der gut nachvollziehbar ist, und eben so aktuelle Themen anklingen lässt, wie Verlust der Nähe, der Vertrautheit und wahren Berührung, die man besonders in einer Welt, die so von Äußerlichkeit geprägt ist, wie das Showbusiness - sei es Musik, Film, etc, - antrifft, ist gut aufgebaut, auch sehr lang, dreht sich aber nur um das momentane Tief von Farin. Das hätte das Potential noch ein wenig mehr hineinzugehen, seine Beweggründe und Depression auch verständlicher zu machen. So erscheint es fast wie eine Kurzschlusshandlung.
Auch Belas Selbstvorwürfe, in dem entscheidenden Augenblick nicht für seinen Freund da zu sein sind wirklich nachvollziehbar und tragisch. Sehr tragisch. So auch seine Handlung sich zu töten.
Dass Rod dadurch schwer traumatisiert wird ist einsichtig. Auch dass man durch schwere Traumata in einen katatonischen Zustand fallen kann.
Meine Kritik daran ist aber, dass es, trotz aller wirklich traurigen und nachvollziehbaren inneren Schmerzen so aussieht, als wären die drei erwachsenen Männer wie zartbesaitete Elfen, die ein bisschen ein kälterer Wind schon umbläst. Entweder schreibt man da eine gute Begründung, die mehr ist als das momentane Gefühl der Einsamkeit und des Alleinseins, auch wenn angesprochen wird, dass Farin dieses Gefühl schon öfter hatte.
Hier fehlt mir, so gut es auch anklingt, ein wenig die tiefe Tragik, das tiefe Gefühl der Verzweiflung, das einen wirklich in den Freitod treibt.
Resümee:
Es ist eine traurige Geschichte die viele Themen anschneidet mit denen man besonders in der Musik und Showszene konfrontiert wird. Es ist in einem soliden, einfachen Stil geschrieben, der die Tragik dieser Geschichte noch mehr hervorhebt.
Auf die Gefühle der Charaktere wird Bezug genommen und die Tragik gut dargestellt.
Soweit ist wirklich nichts auszusetzen.
Einzig geht mir persönlich ein wenig der Hintergrund ab - was bei der Kürze dieser Geschichte sicher nicht leicht zu erfüllen ist - vor allem, dass Freitod nicht einfach so passiert, sondern eine tiefe, vielleicht auch lange Vorgeschichte hat und aus einer totalen Verzweiflung heraus geschieht.
Verbesserungsvorschläge:
Es ist vielleicht viel verlangt, aber so ein Thema wie Selbstmord bedingt eine tiefere Auseinandersetzung damit und ist sicher nicht leicht zu erfüllen. Es sind aber oft Schicksale, in denen die Personen keinen anderen Ausweg - außer Suizid - mehr erkennen können. Seien sie jetzt durch äußere Umstände wie: schwere Misshandlung, Gewalt, Missbrauch bis zu diesem Punkt gekommen; oder durch seelische Traumata, wie auch aus einer gestörten Persönlichkeit / Psyche heraus, dazu gebracht worden.
Für die Rechtschreib- und Grammatikfehler kann sicher ein Betaleser Abhilfe schaffen.
Liebe Grüße
Terazuma