"Super Mario - Everyday Life" von FoxHeart (Super Mario)
Autor: Fox Heart
Titel: Super Mario - Everyday Life
Serie: Super Mario
Genre: Allgemein/Humor
Status: Unvollendet, 52 Kapitel
Zusammenfassung des Autors: Bowsers Haus- und Hofmeister fährt eines Nachts eine Unbekannte an, welche wie Mario und Luigi ebenfalls von der Erde kommt. Da die Warpzone eine Einbahnstraße ins Pilzkönigreich war, kann sie auch erst einmal nicht zurück auf die Erde. Um nun nicht als Obdachlose auf der Straße zu enden, fängt die junge Frau beim Oberbösewicht Bowser als Hausmädchen an.
Link: Der Autor hat seine Geschichte gelöscht.
Sprache
Der Wortschatz des Autors ist in Ordnung und der Text ist verständlich, aber abgesehen davon fallen einige gravierende Mängel auf. Die Zeichensetzung wird nicht beherrscht und die Satzstrukturen sind größtenteils ziemlich abgehackt, da der Autor viele Kommas setzt, wo sie nicht hingehören und Sätze auseinander schreibt, die inhaltlich zusammen gehören. Außerdem wurden viel zu viele Ausrufezeichen benutzt; teilweise haben ganze Absätze gleichförmige Satzstrukturen mit ausschließlich Ausrufezeichen. Das nicht besonders angenehm zu lesen. Auch bei der Rechtsschreibung sowie Groß- und Kleinschreibung fielen immer wieder Fehler auf. Grundsätzlich war die sprachliche Umsetzung so voller Mängel, dass sie den Lesefluss sehr störte. Hier ist ein Betaleser dringend notwendig.
Inhalt
Kurz vor dem Pilz-Cup im Pilzkönigreich kommt auf einmal ein Menschenmädchen namens Leonie durch ein Warploch und wird direkt von Bowsers Hofmeister als Hausmädchen bzw. Dienerin eingestellt. Der einzige Unterschied zwischen ihr und einer Sklavin scheint zu sein, dass sie Lohn bekommt. Ansonsten scheint ein großer Schwerpunkt der Geschichte zu sein, dass Bowser und seine Kinder sie demütigen, sexuell belästigen, ausnutzen und sogar foltern. Während Leonie das selbstverständlich ohne jegliche Nachwirkungen über sich ergehen lässt.
Die einzelnen Kapitel werden durch ständige, meist unnötige Orts- und Zeitangaben in winzige Teilstücke zerlegt, sodass ein Lesefluss gar nicht erst aufkommen kann. Der rote Faden orientiert sich an den verschiedenen Rennen des Pilzcups, an dem alle wichtigen Charaktere aus Super Mario teilnehmen, sodass man der Geschichte gut folgen kann. Genug Konfliktpotenzial scheint da zu sein, aber da alle „Gefahrensituation“ stets glimpflich ausgehen, wird dieses nicht genutzt, sondern eben nur angedeutet. So kann keine Spannung aufkommen. Dafür wird aber ganz ordentlich in den Schmalztopf gegriffen. Die Charaktere halten „gefühlvolle“ Reden und gehen sogar so weit, dass sie ihr Liebes- und Sexleben vor dem gesamten Pilzkönigreich besprechen.
Beschreibungen findet man kaum bis gar nicht und die wörtliche Rede überwiegt so eindeutig, dass es fast schon an Chatstil grenzt. Es wird wohl einfach vorausgesetzt, dass der Leser das Pilzkönigreich und seine Umwelt auswendig kennt. Dadurch geht der kunterbunte Charme dieser Welt eindeutig verloren.
Charaktere
Leonie ist – wie soll es auch anders sein – wunderschön, scheu und so unterwürfig, dass es unrealistisch wirkt. Sie lässt sich von Bowser und seinen Kindern unterbuttern, wie es nur geht, und scheint damit sogar zufrieden sein. Es stört sie kein bisschen, als Bowser ihr befiehlt, sich nackt neben ihn zu legen oder als sie von seinen Kindern gefoltert wird – denn nichts anderes ist es, wenn jemand 10 Minuten unter eiskaltem Wasser und danach unter heißem Wasser stehen muss. Alle Aufgaben scheint sie ohne Probleme lösen zu können, ob nun das Fahren eines LKWs oder das Lackieren von Fingernägeln, auch wenn sie beides noch nie gemacht hat. Sie ist die perfekte Sklavin – und damit ziemlich langweilig. Da stellt sich die Frage, warum es überhaupt ein Menschenmädchen von der Erde sein musste, wenn es jedes x-beliebige Sklavenmädchen auch getan hätte.
Bowser hingegen ist ziemlich wechselhaft in seinem Verhalten. Einerseits bereut er seine Taten, und entschuldigt sich sogar tränenreich beim Volk des Pilzkönigreichs dafür, aber andererseits belästigt er seine Dienerin sexuell, spielt gefährliche Spielchen mit ihr und trägt seinen Kindern auf, sie „auf ihre Ergebenheit zu testen“, obwohl er ihre Grausamkeit genau kennt. Sicherlich ist er nicht nur böse und nicht nur gut, aber diese Wechsel waren so extrem, dass sie nicht realistisch waren.
Peach als junge Frau, die sich von ihrem Prinzessinen-Dasein eingeengt fühlt und in Bowser einen Gleichgesinnten sucht, war recht gut gelungen. Sie benahm sich meist nachvollziehbar. Welchen Zweck die lesbische Yoshi-Dame Susan allerdings hatte, bleibt ungeklärt. Die Geschichte wäre auch gut ohne sie ausgekommen. Die Kinder Bowsers sind im Gegensatz zu ihrem Vater genauso böse wie man das von Bösewichten erwartet. Und alle anderen Charaktere scheinen sich zwar Sorgen um Leonie zu machen, die Grausamkeiten aber insgesamt als nicht gravierend genug zu empfinden, um einzugreifen. So wird gesagt, dass man wohl „nur beten könne, dass die Kinder sie nicht bei lebendigem Leibe fressen“, wie sie es beim letzten Diener getan hatten.
Alle Charaktere sprechen und handeln eher wie 14-jährige Teenager als ihrem Vorbild oder ihrer Rolle entsprechend. Alles ist sehr auf „cool“ getrimmt. Auch fällt auf, dass sie weder Mimik, Gestik noch eine Körperhaltung zu besitzen scheinen, weswegen man ihre Persönlichkeit einzig und allein an ihren Aussagen und Handlungen festmachen kann. Dadurch wirken sie sehr farblos und sie verlieren an Glaubwürdigkeit.
Sonstiges
Das Pilzkönigreich wird hier als sehr modern dargestellt und gleicht bis auf seine Bewohner der Erde. Dadurch gewinnt die Geschichte an Realitätsnähe, aber ihr Inhalt wird natürlich dementsprechend auch ernster genommen. Es gibt unter anderem Paketdienste und eine Internetflatrate. Was mich im Zusammenhang damit aber schon nach kurzer Zeit ziemlich irritierte, war das ständige Benutzen von Majestätsplural. Erstens konnte sich keiner so genau entscheiden, ob jetzt geduzt wird oder nicht, zweitens wurden auch einfache Kellnerinnen so überhöflich angesprochen, wohlgemerkt von Bowser, und drittens wendeten alle Charakter dabei auch noch übelste Jugendsprache an. Der Majestätsplural gehört eigentlich mehr ins Mittelalter und beißt sich sehr mit Ausdrücken wie „Scheiße, voll verpeilt!“.
Auch hat diese Geschichte im Genre Humor eigentlich nichts zu suchen. Alles wird recht ernsthaft angegangen, was wie gesagt noch verstärkt wird durch die realitätsnahe Aufmachung des Pilzkönigreichs, und größtenteils scheint es nicht einmal eine Bemühung zu geben, überhaupt lustig zu sein. Der Text liest sich eher wie eine Seifenoper. Und an Folter, Sklaverei und sexueller Belästigung ist eigentlich nichts Komisches.
Eigene Meinung
Ich persönlich konnte mit diesem Text überhaupt gar nichts anfangen. Erstens, weil ich schon etwas länger aus dem Teenie-Alter heraus bin und daher die Charaktere nicht wirklich nachvollziehen konnte. Zweitens, weil ich den angeblichen Humor leider absolut nicht nachvollziehen konnte. Ich fand den Inhalt eher traurig als komisch und weil ich nicht länger über den Missbrauch eines jungen Mädchens lesen wollte, habe ich schon nach knapp der Hälfte der Geschichte aufgehört. Ich empfand den Inhalt stellenweise beinahe als eine Verherrlichung und Verharmlosung von Sklaverei und Folter. Und das ist es nicht, was ich mit Super Mario verbinden möchte. Für mich hatte dieses Spiel immer etwas Kindliches und auch Harmloses, sodass diese Fanfiktion meinen Geschmack einfach nicht trifft.
Überarbeitungsvorschläge
· Ein Betaleser sollte diese Geschichte überarbeiten, wenn der Autor Probleme mit der Rechtschreibung hat. Kleinere Fehler sind okay, aber kaum jemand kann einen Text lesen, wenn in jedem Satz ein Fehler steckt.
· Orts- und Zeitangaben könne/sollten mit in den Text eingebunden werden. So kann man unter anderem auch verschiedene Szenen eleganter miteinander verknüpfen
· Manchen Charakteren steht das Benutzen von Jugend-Jargon einfach nicht, auch wenn es als Humor gedacht sein sollte
· Wenn man eine moderne Welt darstellen will, dann sollten die Charaktere auch entsprechend handeln und reden. Majestätsplural ist da fehl am Platze.
· Beschreibungen geben einer Geschichte das Leben und helfen dem Leser, sich Szenen bildlich vorzustellen.
· Charaktere reden nicht nur, sie bewegen sich auch und zeigen ihre Emotionen durch Körperhaltung, Mimik und Gestik.
· Passt es ins Genre Humor, wenn ein junges Mädchen gedemütigt und misshandelt wird?
Smailii1805