"Die Sterne leuchten auch am Tag" von Astro und nekoi
Autor: Astro und nekoi
Titel: Die Sterne leuchten auch am Tag
Serie: Original
Genre: Romanze/Drama
Status: Vollendet
Zusammenfassung des Autors: Tom und Lasse leben in einer Beziehung, aus der sich Tom immer mehr zurückzieht. Colin, der heimlich in Lasse verliebt ist, gibt sich als dessen Freund aus und versucht ihm zu helfen, den Grund für Toms Verhalten herauszufinden. Doch bringt er ihn wirklich auf die richtige Spur? Intrigen entstehen nämlich nicht nur durch bewusst falsche Aussagen, sondern auch durch Weglassen bestimmter Begebenheiten.
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Sprache
Sowohl die Grammatik als auch die Rechtschreibung und die Satzstellung waren in diesem Text einwandfrei, sodass er sich sehr flüssig und angenehm lesen ließ. Die Worte waren gut und passend gewählt, und der Stil sehr fließend. Nur eines ist mir aufgefallen: Vor allem in den längeren Phasen wörtlicher Rede, zum Beispiel als Lasse Colin zum ersten Mal sein Herz öffnet, klang seine Erzählung vom Stil her sehr wie aufgeschrieben und weniger wie ausgesprochen. Da es ausformuliert war, klang es nicht nach einer spontanen Erzählung und wirkte daher sehr konstruiert und unecht. Statt ‚ich nahm mir den Schlüssel und ließ mich selbst hinein‘ hätte einfach ein ‚Ich hab mir den Schlüssel genommen und mich selbst rein gelassen‘ sehr viel besser gepasst. Gleiches gilt für die inneren Monologe der Protagonisten.
Inhalt
Der Inhalt lässt sich leicht zusammenfassen: Tom hat ein Geheimnis und distanziert sich von seinem Freund Lasse immer mehr. Lasse will besagtes Geheimnis herausfinden und ihre Beziehung in Ordnung bringen. Dagegen hat aber Colin etwa, der sein Wissen um Toms Geheimnis ausnutzt, um die Beiden auseinander zu bringen und Lasse für sich zu bekommen. Genau darum dreht sich die ganze Geschichte und es wird nichts anderes behandelt. Der rote Faden war sehr geradlinig und wird ohne Ablenkung durchgezogen. Einerseits kann man ihm dadurch sehr gut folgen, andererseits war die Geschichte dadurch nicht besonders abwechslungsreich.
Toms Geheimnis wird erst sehr spät in der Geschichte aufgedeckt und schafft es, den Leser zu überraschen. Sehr gut gemacht war es von den Autoren, durch Lasses Vermutungen und andere eingestreute Information dem Leser das Gefühl zu geben, er wusste was los ist, nur um dann etwas völlig anderes zu enthüllen. Das war sehr erfrischend.
Die Geschichte birgt an sich nichts Neues und wurde so oder ähnlich schon sehr oft erzählt, was mich angesichts der guten Erzählweise allerdings nicht gestört hat. Dennoch ist sie teilweise ziemlich berechenbar gewesen. Einige Situationen waren auch etwas gestellt und ziemlich klischeehaft; z.B. als Lasse das Radio anstellt und natürlich sofort ein Song kommt, der GENAU seine Gefühle beschreibt. Dieser ‚nette Zufall‘ war für mich ein bisschen zu viel des guten und hat nicht unbedingt zur Atmosphäre beigetragen.
Charaktere
Lasse kommt aus einer guten Familiensituation mit verständnisvollen und liebenden Eltern. Er ist gut in der Schule, nett und verständnisvoll. Ergo: Völlig normal, der nette Junge von nebenan. Seine Homosexualität stört in seinem Umfeld niemanden.
Tom hingegen wurde früh von seiner Mutter bei seinem Vater zurückgelassen, der sich überhaupt nicht um ihn kümmert und andauernd auf Montage ist. Nach einer rebellischen Phase benimmt auch er sich unauffällig, aber durch sein Geheimnis entfernt er sich immer mehr von seinem Freund Lasse. Sein Hobby, das Schwimmen, hat er aufgegeben und er erscheint immer kränklicher.
Der Dritte im Bunde ist Colin, der sich mit Tom absolut nicht versteht und total in Lasse verschossen ist. Um ihn für sich zu bekommen, schmiedet er einen Plan, Tom und Lasse mittels dessen kleinen Geheimnisses auseinander zu bringen. Das scheint auch zu funktionieren, aber je mehr die Situation eskaliert desto mehr Zweifel kommen ihm.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Charaktere sich sehr menschlich, individuell verschieden und natürlich bewegen. Sie alle haben ihre kleinen Macken und Fehler, aber auch einen guten Kern. In sich sind sie sehr stimmig, aber auch berechenbar und ein bisschen langweilig.
Fazit
Die Geschichte ist sehr stimmig aufgebaut und gut geschrieben. Sie handelt von Vertrauen und wie dieses gestört werden kann. Allerdings bearbeitet sie dabei auch nichts grundsätzlich Neues und das einzige Überraschende war die Enthüllung vom Toms Geheimnis. Man kann diese Geschichte lesen und wird es sicherlich nicht bereuen, aber man wird auch nichts Weltbewegendes verpassen, wenn man es nicht tut.
Überarbeitungsvorschläge
· Wörtliche Rede sollte sich nicht wie aufgeschrieben anhören. Wenn jemand spontan etwas erzählt, hört sich das anders an als wenn er es aufschreibt.
· Innere Monologe sollten nicht zu sehr ausarten und sich schon gar nicht wie ein Auszug aus einem Roman anhören.
Smailii1805