"Stand by Me" von LadyPistolero (DSDS)
Autor: LadyPistolero
Titel: Stand by Me
Serie: DSDS
Genre: Drama
Status: Vollendet
Zusammenfassung des Autors: „Ich vermisste ihn, mit jeder Faser meines Herzens, und es wurde von Stunde zu Stunde schlimmer. Wie um alles in der Welt sollte ich damit fertig werden? Es musste doch ein Rezept geben, eine Art Gebrauchsanweisung, die mir helfen konnte, damit ich nicht ständig an ihn denken musste.“
Aber für die Liebe gibt es nun mal keine Gebrauchsanweisung, wie Christina Maiwald schnell feststellen muss. Und so steht die Beziehung zwischen „Chris“ und Daniel Schuhmacher schon wenige Tage nach dem großen Finale vor der vielleicht größten Herausforderung.
Hat eine Liebe zwischen Tonstudios, Plattenverträgen und der ganz großen Bühne überhaupt eine Chance? Wir werden sehen...
Link: www.fanfiktion.de/s/4a473f0600006ab106d01771
Bemerkung: Ich habe 18 von 28 Kapiteln gelesen.
Sprache
Wieder sind sowohl Rechtschreibung als auch Grammatik sehr solide. Allerdings waren die Sätze oftmals wieder zu stark verschachtelt, weil die Autorin bei zu vielen Nomen Zusatzinformationen bringen will, und stockten dadurch den Lesefluss; das fiel mir in dieser Geschichte stärker auf als in der letzten. Teilweise waren die Kommata sogar unnötig gesetzt (zum Beispiel: „Meine Tante, Olivia, …“ wobei „Meine Tante Olivia“ genauso richtig wäre.) „Wunderschön“ und „schön“ wurden tatsächlich weniger als noch in „Solange du da bist“ benutzt, sind allerdings noch nicht ganz verschwunden und wurden durch das Wort „verdammt“ ergänzt. Keine dieser Ausdrücke sind ein eleganter Weg, Sachverhalte zu betonen oder zu beschreiben.
Inhalt
Die Geschichte knüpft direkt an ihren Vorgänger an und beschäftigt sich sinnvoll mit den Themen, die schon angedeutet wurden beziehungsweise sich ergeben. Hauptsächlich geht es natürlich darum, ob die Beziehung zwischen Christina und Daniel funktionieren kann, aber auch Nicos Gefühle und die Zukunft der Band werden sinnvoll thematisiert. Alles ist realistisch und nachvollziehbar dargestellt.
Nicht so sinnvoll fand ich allerdings die Art, WIE die Geschichte erzählt wurde. Bis zu Hälfte der Erzählung machte sie nämlich genau den gleichen „Fehler“ wie der erste Teil: Statt Handlung zu bieten, besteht sie größtenteils aus Zusammenfassungen und ellenlangen, repetitiven inneren Monologen. Dieselben Probleme werden immer und immer wieder von Neuem angesprochen und dabei nur selten durch richtige Handlung unterstützt. Die zweite Hälfte ist viel ‚Action-lastiger‘ und dadurch ungleich besser.
Mit der Perspektive kann ich mich noch immer nicht anfreunden. Eine Ich-Perspektive in der Vergangenheit bedeutet logischerweise, dass der Erzähler etwas Vergangenes rekapituliert. Bestimmte Aussprüche („Wenn ich gewusst hätte, dass…, dann hätte ich…“) bestätigen, dass dies in der Tat auch die Absicht der Autorin war, allerdings wird das nicht durchgehalten. Zwar sind viele Teile im Schnelldurchlauf erzählt und übersprungen, andere Stellen wiederum sind viel zu detailliert, als dass sie im Nachhinein erzählt wurden. Auch kommt, abgesehen von den pseudo-mysteriösen Andeutungen, in keinster Weise das Gefühl auf, als hätten die Erzähler diese Erfahrungen schon gemacht und daraus gelernt.
Charaktere
In diesem Teil sind die erzählenden Charaktere Chris, Daniel, Justin und Nico. Jeder von ihnen hat reale Probleme und benimmt sich auch dementsprechend. Justins ‚Heilung‘ von seiner Drogensucht wird als sehr plötzlich dargestellt, als ob mit der Musik derartige Gedanken vollkommen verpuffen und damit auch die Versuchung wieder Drogen zu nehmen weg ist. Ich kann nicht aus Erfahrung sprechen, aber die Realität sieht da vermutlich anders aus. Ein Drogenentzug besteht aus Höhen und Tiefen.
Auch störte mich die Art, WIE die Protagonisten ihre Gefühle zum Ausdruck brachten. Das geschah meistens in inneren Monologen, für diese Perspektive typisch und auch in gewissem Maße angebracht, aber das auf eine sehr übertrieben dramatische Art, die nur so vor Theatralik trieft. Dass dabei etwas ‚abgelutschte‘ Ausdrücke wie ‚Ich brauche ihn wie die Luft zum atmen‘ und ‚Ich liebe ihn mehr als mein Leben‘ et cetera benutzt werden, unterstützte das noch. Auch waren die verschiedenen Protagonisten stilistisch nicht wirklich unterschiedlich. Alle hatten mehr oder weniger denselben Erzählstil und denselben Wortschatz.
Desweiteren sind mir die beinahe völlig fehlenden Beschreibungen der Charaktere wie beim letzten Teil negativ aufgefallen. Noch sauer stieß mir aber die Tatsache auf, dass die Autorin diese mit Links von Prominenten ersetzte. Das ist meiner Meinung nach ein absolutes No-Go für jeden Autor, der ernst genommen werden möchte. Man sollte durch seine Erzählung im Kopf des Lesers Bilder erschaffen und nicht durch Bilder.
Eigene Meinung
Wie schon beim Vorgänger decken sich meine Interessen natürlich nicht mit dem Thema, das hier bearbeitet wird. Desweiteren kann ich mit übertrieben dramatischen Geschichten mit wenig richtiger Handlung nichts anfangen. Standardsätze (wie oben angesprochen) klingen auf mich abgedroschen und nerven mich daher eher als dass sie mich emotional berühren.
Fazit
Wer DSDS und Dramatik ohne Ende mag, wird auch die Fortsetzung von ‚Solange du da bist‘ mögen. Weder an den Schwächen noch an den Stärken der Autorin hat sich viel geändert.
Verbesserungsvorschläge
„Wunderschön“ und „schön“ am besten durch passendere Beschreibungen ersetzen. Bei „verdammt“ gilt es abzuwägen, welcher Charaktere so spricht und welcher eben nicht.
Vermeide stark verschachtelte Sätze, indem du die Satzstellung änderst, unnötige Informationen auslässt oder zwei Sätze daraus machst.
Mehr Handlung, weniger innere Monologe.
Gefühle wirken auch dann echt, wenn man sie nicht total übertrieben darstellt. Jeder Mensch hat eine andere Art sein Innerstes auszudrücken; nur selten sind das abgelutschte Standardsätze.
Bilder von Promis ersetzen NIEMALS die Beschreibung der Charaktere. Das hier ist kein Bilderbuch!
Wenn man eine Perspektive wählt, muss man seinen Schreibstil logisch auf diese einstellen – und zwar durchgehend. Auch solltest du vielleicht überlegen, ob ein anderer Schreibstil deine Geschichte nicht besser erzählen würde.
Liebe Grüße
Smailii1805