"Prinzessin der Nacht" von Shopaholic (Fantasy)
Autor: Shopaholic
Titel: Prinzessin der Nacht
Serie: Original
Genre: Fantasy
Status: Unvollendet (12 Kapitel)
Zusammenfassung des Autors: Pruedence ist nicht das, wofür sie sich hält. Sie ist die einzige ihrer Gattung und diejenige, die dazu auserkoren wurde die Welt vor dem Untergang zu schützen. Doch wie soll das funktionieren, wenn sie nicht einmal weiß wer sie ist und welche Kraft in ihr steckt? Erst der mysteriöse Fremde Daeron ist dazu in der Lage, ihr die Augen zu öffnen und die wahre Welt zu zeigen. Doch auch auf ihm liegt ein Geheimnis. Ein Geheimnis, dass er selbst noch nicht gelüftet hat.
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Sprache
In Punkto Sprache gibt es in dieser Geschichte nicht viel zu meckern. Ein paar Flüchtigkeitsfehler finden sich, und die ein oder andere falsche bzw. verdrehte Satzstellung, aber diese häufen sich nicht und stören auch nicht. Die Autorin hat die Angewohnheit, Aussagen dadurch zu betonen, dass sie sich wiederholt, tut dies allerdings ein wenig zu oft. Abgesehen davon lässt sich der Text flüssig und angenehm lesen, die Rechtschreibung ist einwandfrei und der Ausdruck der Autorin gut. Beschreibungen sind genügend vorhanden.
Inhalt
Bis jetzt kann man den Inhalt der Geschichte als Genre-üblich bezeichnen. Die Protagonistin Pruedence ist nicht, was sie scheint, und das äußert sich in seltsamen Alpträumen. Natürlich fehlen auch jene nicht, die ihr ans Leder wollen, unter anderem ihre beste Freundin Ashlyn, und jene, die ihr helfen wollen, nämlich die beiden gutaussehenden Vampire Daeron und Alain. Und sie muss die Welt vor einer unbekannten Macht retten – was auch sonst.
Die Geschichte bewegt sich in einer Welt, die von Vampiren und Hexen bevölkert ist, die allerdings von den Menschen nicht bemerkt werden wollen. Hexen besitzen dabei die magischen Kräfte und Vampire übernatürliche körperliche Fähigkeiten; beide sind sich nicht besonders wohlgesonnen. Wobei mich eines ein wenig verwundert hat. In einer Szene suchen Alain und Daeron eine Hexe auf, um herauszufinden, was es mit Daerons Alpträumen auf sich hat. Das macht diese auch, aber als sie erfährt, dass Daeron ‚Visionen‘ empfängt, schmeißt sie die beiden raus. Das klingt für mich unlogisch, denn warum sollte sie Daeron so offensichtlich verurteilen wegen etwas, auf das er – und das betont die Autorin mehrere Male – keinen Einfluss hat? Die Reaktion der Hexe erschien mir unangepasst und übertrieben.
Natürlich ist die Handlung gerade erst am Anfang, sodass ich darüber hinaus keine Aussagen treffen kann. Es bleibt abzuwarten, ob „Prinzessin der Nacht“ in dieselbe Kerbe schlägt wie die vielen, vielen Vampir und Apokalypsen-Geschichten vor ihr.
Verbesserungsvorschläge: Die Beziehungen zwischen Vampiren und Hexen sind noch nicht ausführlich genug ausgearbeitet; etwas, das in folgenden Kapiteln dann noch gemacht werden sollte.
Charaktere
Bei der Charakterisierung der Protagonisten fiel mir ein allgemeines Problem auf. Ihre Motive und Hintergründe werden mehr erklärt als dass das Verhalten und die Handlungen der Charaktere sie veranschaulichen. Dadurch sind sie natürlich nicht plastisch und nachvollziehbar genug.
Pruedence ist eine Studentin aus New York, die keine Familie hat, sich aber anscheinend trotzdem eine schicke Wohnung und einen Kaschmirmantel leisten kann – und ansonsten auch nicht zu arbeiten scheint. Natürlich sind ihre Eltern bei einem Unfall sehr früh verstorben - ich frage mich langsam, ob man kein guter Held ist, wenn man noch ein Elternhaus hat. Ihre einzige Bezugsperson ist ihre beste Freundin Ashlyn, die für sie eine Art Familienersatz ist.
Ashlyn ist eine wichtige Person für die Handlung, wird aber aus dem schon genannten Grund nicht überzeugend dargestellt. Ihr innerer moralischer Konflikt wirkt nicht echt und schon gar nicht nachvollziehbar, weil er sich nicht wirklich auf ihre Handlungen auswirkt. Man bekommt erzählt, dass ihr Motiv Macht war, nicht aber warum und inwiefern. Schon gar nicht wirkt sich ihre verzwickte Situation auf ihr Leben aus, welches abgesehen von nervigen Besuchen ihrer Auftraggeberin sehr normal verläuft, weswegen man ihren Drang nach ‚Freiheit‘ nicht nachvollziehen kann. Auf Ashlyn hätte die Autorin noch sehr viel mehr eingehen müssen, denn in der vorliegenden Form ist sie nichts Halbes und nichts Ganzes.
Über Alain und Daeron ist nicht viel bekannt, außer dass sie zwei befreundete Vampire sind, die in Frankreich leben. Auch bei ihnen stelle ich das übliche Problem fest: Viele Erklärungen, wie sie denn nun zu sein haben, aber wenig Auswirkung auf ihre Handlungen. Zum Beispiel scheint Alain schlimme Erinnerungen an New York zu haben und dort nicht hin zu wollen, gibt aber lächerlich schnell nach, als Daeron den Entschluss trifft dorthin zu reisen. Was nicht so wirklich zu ihm passen will, wenn man mal seine eingefahrene und sture Einstellung gegenüber Hexen sieht. Ansonsten ist über Daeron und Alain noch recht wenig bekannt.
Ashlyns Mitbewohner John ist ein einziges Klischee und mir nicht nur deshalb negativ aufgefallen, weil die Autorin ihm ausschließlich schlechte Charaktereigenschaften gegeben hat. Auch wenn er nur eine Randfigur ist, ein wenig mehr Mühe hätte man schon in ihn stecken können.
An sich haben die meisten Charaktere recht positive und interessante Ansätze, wenn sie auch nicht wirklich nicht wirklich vor Innovation strotzen. Diese Ansätze hätten aber plastischer dargestellt werden müssen. Auch hatte ich ein Problem mit der hin- und herspringenden Perspektive. Wenn man mitten im Absatz von einer Person zur anderen und wieder zurück wechselt, ist es für den Leser schwer sich auf eine Person einzulassen.
Verbesserungsvorschlag: Gefühle und Hintergedanken der Charaktere erklärt man nicht. Man veranschaulicht sie, indem man die Charaktere nach ihnen handeln lässt. So werden die Charaktere plastischer und ihre Gefühle nachvollziehbar.
Fazit
„Prinzessin der Nacht“ scheint bis jetzt eine der üblichen Geschichten zu sein, in denen die Hauptperson einer anderen Rasse angehört und die Welt vor der Apokalypse retten muss. Zumindest ist bis jetzt noch keine schnulzige Romanze zwischen den Hauptpersonen Pruedence und Daeron im Anmarsch. Hauptsächlich muss an der Charakterisierung der Protagonisten und Nebencharaktere gearbeitet werden.
Smailii1805