"Verlorene Erinnerung" von Sisi007 (Yu-Gi-Oh! 5D's)
Autor: Sisi007
Titel: Verlorene Erinnerung
Serie: Yu-Gi-Oh! 5D‘s
Genre: Drama
Status: Unvollendet(7 Kapitel)
Zusammenfassung des Autors: Es geht um Yuusei, der schon seit längerer Zeit mit seiner Kindheitsfreundin Emily zusammen ist, die eines Abends völlig erschöpft an Marthas Tür klopft. Doch dann gewinnt er gegen einen Duellant mit magischen Kräften, der das nicht auf sich sitzen lässt und Yuusei dafür einen hohen Preis zahlen lässt...
Link: http://www.fanfiktion.de/s/4af3108d000115610660714c
Bemerkung: Ich habe dieses Feedback geschrieben, ohne "Yu-Gi-Oh! 5D's" zu kennen.
Sprache
Viele grobe Fehler konnte ich nicht erkennen, bis auf dass zusammengeschriebene Wörter oft auseiander geschrieben wurden (z.B. zu_hören). Aber auch wenn die Autorin von der Grammatik oder Rechtschreibung her relativ sicher ist, gibt ihr Stil nicht viel her. Der Sprachschatz in dieser Geschichte ist noch sehr simpel und der Ausdruck ausbaufähig, was man daran erkennt, dass sich Wörter zu häufig wiederholen. Es tauchen kaum Metaphern oder andere Umschreibungen auf und die, die ich entdeckte, waren stark überzogen. Beschreibungen gibt es kaum, nur an den nötigsten oder unwichtigen Stellen. Die Umgebung von Satellite bleibt ein schwarzer Fleck, die Charaktere haben kein Gesicht. Oft bleibt nur die nackte Handlung, die keine Atmosphäre transportieren kann und leider nur wenig mehr ist als ein Handlungsgerüst, dem es an Fleisch und Substanz fehlt.
Verbesserungsvorschläge: „Show, don’t tell“ ist wohl der wichtigste Vorschlag, den ich an dieser Stelle geben kann – neben „Details, Details, Details“. Zum Beispiel: Statt zu sagen, dass Emily niemals Liebe erfahren hat, umschreibe es durch einen Einblick in ihr Leben mit ihren Adoptiveltern. Das macht weitaus mehr Eindruck auf den Leser.
Inhalt
Es geht um Emilia Bettiny Rome, eine Kindheitsfreundin von Yuusei, die in einem schlimmen Zustand nach Satellite ins Waisenhaus zurückehrt, nachdem sie 14 Jahre zuvor von einem reichen älteren Ehepaar adoptiert worden war. Emilia wird zum ‚Licht in der Dunkelheit‘(O-Ton), zur ‚Sonne im Weltall‘(O-Ton) für Akisa, Marha, Yuusei und Jack. Kurz danach kommen Yuusei und Emilia zusammen. Dann fordert ein Fremder Yuusei zum Duell heraus, welcher sich als ein ehemaliger Verehrer Emilias herausstellt, den sie aber abgewiesen hatte, um nach Satellite zu kommen. Dieser raubt Yuusei alle Erinnerungen an Emilia und stirbt schlussendlich deswegen. Emilia verlässt Yuusei und das Waisenhaus daraufhin sofort – sie muss ja auch mal an sich denken.
Auch an dieser Stelle sorgt allein schon die Detailarmut für einige Lücken im Plot beziehungsweise logische Ungereimtheiten. Die Autorin nimmt sich nicht die Zeit ihre Geschichte richtig zu erzählen, Spannung aufzubauen oder es dem Leser zu ermöglichen sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Abgesehen davon ist der Plot selbst bis jetzt Standard und nicht besonders originell. Allerdings steht die Fanfiction auch gerade erst am Anfang.
Verbesserungsvorschläge: Der Plot in dieser vorliegenden Form kann eher als ein Handlungsgerüst mit einigen Lücken gesehen werden. Baue ihn aus, sodass diese Lücken verschwinden, fließende Übergänge entstehen und die Ereignisse logisch erscheinen. Zum Beispiel: Ist es nachvollziehbar, wenn sich zwei Menschen, die sich 14 Jahre lang nicht gesehen haben, sofort in die Arme fallen? Nein.
Lass dir Zeit, damit die Dinge sich in einem natürlichen Tempo entwickeln können, und nicht im Schnelldurchlauf. Natürlich können irrelevante Passagen übersprungen werden, damit es nicht langweilig wird, aber für das Verständnis wichtige Entwicklungen müssen ausführlich beschrieben werden.
Charaktere
Wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch über die Charaktere nicht viel zu sagen. Hauptperson ist Emily, die wie schon erwähnt nach dem Tod ihrer „liebevollen, aber armen Eltern“(O-Ton) von einem reichen Ehepaar adoptiert wurde. Diese machen ihr das Leben zu Hölle, denn sie „durfte nichts und musste ganz normal zur Schule gehen.“(O-Ton) Klingt für mich nach ganz normalen Eltern, aber natürlich fühlt sich Emilia total ungeliebt, was absolut lächerlich wirkt.
Interessant finde ich an ihr, dass die Autorin sie zwar als Sonnenschein darstellt, der das Leben im Waisenhaus erhellt und von allen gemocht wird, Emily aber im Grund genommen als eine ziemlich egoistische und unsympathische Person rüberkommt, wenn auch vermutlich ungewollt. Welches Mädchen verlässt ihren Freund schon beim kleinsten Problem, lässt sich von einem Jungen küssen und tut dann so, als würde sie ihn nicht kennen, und jammert, dass sie ganz normal zur Schule gehen muss? Diese Eigenschaften machen Emilia allerdings sehr menschlich.
Allen weiteren Charakteren wurde eine Rolle zugeteilt und sie entsprechen dem Stereotyp dieser. Yuusei ist der Anführer und Emilias Märchenprinz, Akisa ihre Rivalin, Achim/Aaron der abgewiesene, eifersüchtige Verehrer, Marta die fürsorgliche Mutter und Jack ist da, weil er eben dazugehört. Emilys richtige Eltern stellen die arme, aber liebevolle Familie dar, während ihre Adoptiveltern natürlich kalt und herrisch sind.
Verbesserungsvorschläge: Jeder Mensch ist anders und einzigartig, weshalb Charaktere, die sich nach bestimmten Rollen und Stereotypen richten, nicht realistisch und schon gar nicht interessant sind. Leser wollen Protagonisten mit Stärken und Schwächen und keine Schablonen. Auch hier wäre anzuraten, die Charaktere und ihre Eigenschaften noch sehr viel mehr auszubauen.
Fazit
„Verlorene Erinnerung“ ist eine Anfänger-Fanfiction, deren Autorin noch lernen muss wie man eine Geschichte packend und interessant erzählt. Am allernötigsten hat sie viele, viele Details bei den Beschreibungen, beim Plot und bei den Charakteren.
Smailii1805