"Countdown to Death..." von Lilac (Yu-Gi-Oh GX)

Veröffentlicht auf von Smailii1805

Autor: Lilac

Titel: Countdown to Death... and a Hero comes along?!

Serie: Yu-Gi-Oh! GX

Genre: Thriller

Status: Unvollendet (7 Kapitel)

Zusammenfassung des Autors: Um seinen besten Freund zu retten, reisen Jaden und seine Freunde in die andere Dimension. Dort angekommen stellen sie fest, dass es gar nicht so einfach wird, ihren Kumpel wiederzufinden. Vieles ist in Isekai anders, zumal die Duelle über Leben und Tod entscheiden. Einer nach dem Anderen stirbt, Jaden ist fassungslos. Um seiner Wut auf sich selbst zu entkommen, geht er einen Pakt ein. Einen Pakt, der ihn verändert. Nur noch ein paar seiner Freunde sind übrig. Und Jesse immer noch nicht gerettet. Was wird geschehen? Werden Axel, Jim und seine Schwester ihn retten? Was passiert mit Syrus? Warum ist Jadens Zwillingsschwester so abweisend? Und warum wurde Jesse böse? Wer ist diese Yubel & was will sie von Jaden? Wie kommen sie wieder nach Hause? Als sogar der mutige Axel zweifelt, scheint alles vorbei zu sein. Oder doch nicht?

Link: http://www.fanfiktion.de/s/4b5761c3000115110660714b

 

Bemerkung: Ich habe 4 von 7 Kapiteln gelesen. Ich kenne das Fandom dieser Fanfiktion nicht.

 

Sprache

 

Vom Sprachschatz her ist die Geschichte in Ordnung; dieser könnte zwar mit Übung noch etwas erweitert werden, fällt aber nicht negativ auf. Hin und wieder kamen kleinere Rechtschreibfehler vor (z.B. Miene statt Mine oder falsche Groß- und Kleinschreibung), was aber nicht so sehr stört. Was mir das Lesevergnügen wirklich genommen hat, war die abgehackte Satzstellung. Die Geschichte besteht zum größten Teil aus kurzen Satzstrukturen, die nur selten durch Nebensätze durchbrochen werden und wenig Abwechslung bieten.  Zum einen setzt die Autorin viele unnötige Kommata, zum anderen unterbricht sie sehr oft ihr Satzgefüge für Zusatzinformationen(„ihn, Jaden…“), wodurch nie wirklich ein Lesefluss aufkommen kann. Dann macht sie die den typischen Fehler, dass zwei Hauptsätze mit einem Komma und sonst nichts verknüpft werden(z.B. „Sie zog ihre Karte, ihr Blick wurde verwundert“).

 

Sie benutzte sehr oft Aufzählungen bzw. Wiederholungen(„Das war ihr Kampf. Nur ihrer.“) als Stilmittel, d.h. sie beschreibt denselben Inhalt mehrere Male auf unterschiedliche Weise („Warum lebte sie noch? Warum musste nur er sterben? Sie verstand es nicht. Er hätte nicht sterben dürfen“), was eigentlich legitim ist, in seiner Menge aber schnell anfängt zu nerven. Hin und wieder verfällt sie in Umgangssprache („in wen anderen“). Auch war mir oft nicht klar, wer nun mit „er“ oder „sie“ gemeint ist, da die Perspektive so oft wechselte(dazu mehr unter dem Punkt „Charaktere“).

 

Inhalt

 

Die Geschichte fängt mit einem kurzen Prolog an, der die liebevolle Beziehung der beiden Protagonisten Jesse und Jaden darstellen soll. Ich persönlich finde, er macht wenig her und ist selbst für einen Teaser zu kurz, aber er gibt zumindest her, dass Jaden und Jesse ein Paar sind und Jesse anscheinend verschwunden. Von daher erfüllt er seine Aufgabe.

 

Schließlich kamen zehntausend Charakterprofile, die ich allein schon aus Prinzip allesamt übersprungen habe und auf die ich später noch zurückkommen werde. Jetzt erst beginnt die eigentliche Geschichte in einer Paralleldimension namens Isekai. Dorthin sind die Schüler der Akademie nämlich Jaden gefolgt, welcher wiederum Jesse  finden will. Dieses wird von Duell-Monsters bewohnt, welche von anderen Duell-Monsters unterdrückt, gefangen gehalten und zum Arbeiten gezwungen werden. Auseinandersetzungen löst man hier auch in Duellen mit Duell-Monsters-Karten.

 

Die Geschichte besteht mindestens zur Hälfte aus diesen Duellen und obwohl diese wirklich abwechslungsreich gestaltet und mit sehr vielen guten Ideen vollgestopft sind, hatte ich dennoch ein Problem mit ihnen. Die Autorin hat nämlich leider den Wandel von einem Kartenspiel zu einem lebensechten Kampf mit „Karten“ aus Fleisch und Blut nicht vollständig umgesetzt. Es ist etwas befremdlich für mich, wenn der Gesundheitszustand eines Protagonisten ausgerechnet in Lebenspunkten und Zahlen ausgedrückt wird, die in Anzeigen irgendwo stehen. Das zieht diese Duelle nämlich wieder ins Abstrakte hinein, wovon die Autorin ja eigentlich weg will. Denn Elemente wie die Tatsache, dass der Schaden dem Spieler in Wirklichkeit zugefügt wird und dass eine Niederlage den Tod bringt, sollen diese Duelle ja so wirken lassen, als ob sie „echt“ wären und nicht nur ein Kartenspiel mit Hologrammen. Außerdem fand ich es echt komisch, dass riesige Monster, die den Jugendlichen körperlich haushoch überlegen sind, sie duellieren statt sie einfach in den Boden zu stampfen. Das Ganze wirkt dadurch surreal und unecht, ein Gefühl von Gefahr kann so nicht aufkommen.

 

Auch der Rest der Geschichte ist nicht unbedingt logisch aufgebaut, oder realistisch. Ein gutes Beispiel ist der Autounfall von Jessy’s und Jadens Freund Gale, welcher eigentlich eine Minute hätte dauern müssen, wenn man bedenkt, was Gale in dieser Zeit alles tut (Realisieren, dass sie bald in den Baum fahren, Jessys Gurt lösen, sie aus dem Auto schubsen, versuchen seinen eigenen Gurt zu lösen, mit dem eigenen Leben abschließen…). In der Realität geschieht ein Autounfall in wenigen Sekunden und keiner der Insassen hat eine reelle Chance in irgendeiner Art und Weise zu reagieren.

 

Charaktere

 

Als ich direkt zu Anfang von den Charakterprofilen von insgesamt 17 Protagonisten erschlagen wurde, schwante mir schon, dass diese Geschichte genau daran scheitern würde. Leider hatte ich Recht.

 

Die Perspektive springt von Absatz zu Absatz zwischen den zahlreichen Charakteren hin und her. Die Autorin will es allen recht machen und vernachlässigt am Ende jeden einzelnen, weil man sich auf keinen der Protagonisten so wirklich einlassen kann. Wie auch, wenn man schon in diese nächste Person ‚geworfen‘ wird, bevor man sich an die letzte gewöhnt hat?

 

Durch diese Art der Erzählung entsteht eine Art allwissender Erzähler, da man über jeden Charakter direkt sein ganzes Innenleben erfährt. Jeder Gedanken wird sofort enthüllt, erklärt und analysiert. Durch Charakterentwicklung und Vorenthaltung von Information entsteht hier definitiv keine Spannung.

 

Die Probleme der Protagonisten sind die üblichen Tragödien von Dramen, allerdings so unglaubwürdig und pauschal rübergebracht, dass mich eher nervten als berührten. Das hängt auch damit zusammen, dass er einfach zu viele Protagonisten gibt und der Problematik damit auch nicht genügend Raum gegeben wird. Im Umkehrschluss wirken dadurch die Charaktere natürlich eher wie Pappfiguren als wie richtige Menschen.

 

Die meiste Aufmerksamkeit bekommt in dieser Geschichte Jessy Yuki, die Zwillingsschwester von Jaden, die ein OC zu sein scheint, wenn mich nicht alles täuscht. Sie ist sehr eine unfreundliche Eigenbrötlerin, die am liebsten alleine ist und natürlich super gut duellieren kann.  Ich finde sie sehr übertrieben dargestellt.

 

Fazit

 

Im Grunde genommen birgt diese Geschichte das Potenzial eine schöne Abenteuer-Geschichte mit romantischen Elementen zu werden. Leider krankt sie aber sehr daran, dass die Autorin alle Charaktere zu Protagonisten machen will. Dadurch kommt eigentlich alles zu kurz, die Story und vor allem die einzelnen Schicksale. „Countdown zu Death“ ist sicherlich keine originelle Idee, aber wenn die Autorin sich auch einige wenige Elemente konzentriert und diese ausbaut, könnte sie dennoch einigen gefallen. Gerade die Duelle sind sehr einfallsreich und spannend beschrieben, wenn man über die abstrahierte Herangehensweise hinwegsehen kann.

 

Überarbeitungsvorschläge

 

Erst einmal wäre ein Betaleser mit einem guten Verständnis für Satzstruktur und den dadurch entstehenden Lesefluss von Nöten. Dieser könnte dann helfen, aus der Geschichte einen Fließtext zu machen, der sich auch so lesen lässt.

 

Desweiteren würde ich anraten, dass die Autorin sich noch einmal überlegt, was das Grundgerüst der Geschichte ist und sich darauf dann konzentriert. Unterteile die Charaktere in Protagonisten und Nebenpersonen und behandle sie dementsprechend. Eine Erzählung mit 17 Hauptpersonen kann nicht funktionieren.

 

Anzeigen von Lebenspunkten sind ein Mittel, um ein Spielprinzip für Kartenspiele zu schaffen, das eindeutig Sieger und Verlierer vorgibt. Eine Geschichte soll echt und realistisch wirken, daher sind solche Elemente hier wenig hilfreich. Im echten Leben hat man ja auch keine Anzeige neben dem Kopf, die einem seine Lebenspunkte anzeigt.

 

Was nützt es einem, wenn man Duelle-Monsters-Karten zu echten Monstern auferstehen lässt, wenn sie sich kaum wie welche benehmen? Ein richtiges Ungetüm wird wohl kaum zu einem Kartenduell zustimmen, wenn es einen doch mit Leichtigkeit auch so töten kann.

 

Charakterprofile sind dazu da, dass der Autor – und NUR der Autor – seine Figuren besser kennen lernt. Sie sind nicht dazu da, die Charakterisierung zu ersetzen; wenn der Leser also ohne Charakterprofile nicht mit der Geschichte klar kommt, dann hat der Autor eindeutig etwas falsch gemacht.

 

Smailii1805

 

 

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Veröffentlicht in Fanfiction_Yu-Gi-Oh!

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