Das Attentat (Harry Potter)
Titel: Das Attentat
Autor: David Turman
Prosa
Fandom: Harry Potter
Genre: Action/Mystery
Link zum Text: http://animexx.onlinewelten.com/fanficti...r/97512/246885/
Kurzbeschreibung des Inhalts: Im neuen Schuljahr verhält sich Lee Jordan äußerst merkwürdig und streitet vehement ab, Dinge getan zu haben, bei denen man ihn auf frischer Tat ertappt hat. Fred und George vermuten, dass ein anderer Schüler sich mit Hilfe des Vielsafttrankes in Lee verwandelt, um im Schloss Unsinn zu treiben. Doch aus harmlosen Ärgernissen wird sehr schnell blutiger Ernst.
Sprache
Der Text liest sich wie in einem Guss. Fehler habe ich nur sehr wenige entdeckt, die Formulierungen sind gekonnt und die Satzkomposition an jeder Stelle fließend. Daher habe ich an dieser Stelle keine Kritik zu vermelden.
Inhalt/Plot
Den Anfang dieser Geschichte bildet ein Kapitel mit zwei Szenen, deren Bedeutung und Zusammenhang der Leser erst einmal nicht versteht – dementsprechend verwirrt war ich nach dem Lesen. Was soll schon eine Kaugummi-Geschmacksumfrage mit dem Mord an einen Unternehmer zu tun haben? Im Laufe der Erzählung wird einem der Zusammenhang dann immer weiter vermittelt – in einem angenehmen Tempo, bei dem man noch genügend rätseln kann, aber nicht das Gefühl hat, dass die Geschichte nicht voranschreitet. Genau richtig also.
Lee benimmt sich seltsam, scheint sich aber an seine Schandtaten nicht erinnern zu können. Die Brüder Fred und George wollen dem nachgehen, was darin gipfelt, dass Lee einen der Brüder sogar attackiert. Als sie endlich herausfinden, dass Lees seltsames Verhalten mit dem neuen Lehrer an Hogwarts zu tun hat, ist es schon fast zu spät. Der angehende Minister der Zauberei, Rufus Scrimgeour, kommt zu Besuch und der Lehrer plant ein Attentat auf ihn.
Und an dieser Stelle wird verändert sich das Pacing der Geschichte. Die Zwillinge stellen den Lehrer und dieser gesteht ohne großartige Gegenwehr seinen gesamten Plan. Mir ging das etwas zu plötzlich –wenn ich einen Mord so derart perfide geplant habe und die Erfüllung meines Ziels kurz bevor steht, gestehe ich doch nicht, wenn mir zwei Teenager mit Veritaserum drohen (an das man auch erst einmal kommen muss).
Auch der Grund für das Attentat (O-Ton: „Der Kerl taugt einfach nicht zum Minister“) erscheint mir sehr fadenscheinig – wenn alle inkompetenten Politiker ermordet würden, wäre der Bundestag vermutlich ziemlich leer. Und um Angela Merkel loszuwerden, würde ich einen solchen Aufwand sicher nicht betreiben.
Charaktere
Da die Charaktere sich alle nachvollziehbar benehmen und der Fokus der Geschichte nicht auf der Charakterentwicklung liegt – es gibt im Grunde keine, weil der Text dafür auch zu kurz ist – werde ich diesen Punkt kurz fassen. Lee, Fred und George sind angenehme und sympathische Protagonisten, der Antagonist hingegen war mir zu farblos. Er tritt ja kaum in Erscheinung.
Fazit
„Das Attentat“ ist ein kurzweiliges Abenteuer – was nicht negativ gemeint ist. Schön fand ich, dass man als Leser nicht sofort weiß, worum es geht, und der Autor einem Raum für eigene Vermutungen lässt. Allerdings war der Grund für dieses Attentat, das der Mittelpunkt der Geschichte ist, einfach nicht glaubwürdig genug für mich und die Auflösung sehr plötzlich.
LG
Maikäfer