"Der Weg nach Illinashad - Gesa" von Shinai

Veröffentlicht auf von Smailii1805

Autor: Shinai

Titel: Der Weg nach Illinashad - Gesa

Serie: Original

Genre: Fantasy / Entwicklungsroman

Status: Unvollendet (26 Kapitel)

Zusammenfassung des Autors: Gesa, die Tochter eines Markgrafen, ist die einzige Überlebende eines Wikingerangriffs. Damit nicht genug: Kurz darauf gerät sie an die Enshali, eine geheimnisvolle Frau, die in Begleitung eines riesigen Wolf ähnlichen Wesen unterwegs ist und offensichtlich Interesse an Gesa hat.
Die Enshali bringt Gesa in eine andere Welt, läd sie bei einer Heilerin ab und verschwindet. Und damit beginnt Gesas Reise in eine neue Welt des Denkens und Wahrnehmens.

Link: http://www.fanfiktion.de/s/443755fd000029280c901388

 

Sprache

 

Rechtschreibung sowie Grammatik sind in dieser Geschichte ohne Mängel, wenn man mal von kleineren Flüchtigkeitsfehlern absieht, die sich aber auf ein Minimum beschränken und nicht stören. Hin und wieder benutzte die Autorin ‚machte‘ anstatt ‚ließ‘ (z.B. „Sie machte sie Dinge tun…“ oder  „Er macht sie lachen“). Die Autorin hat einen großen Wortschatz und setzt ihn ein, wodurch kaum Wortwiederholungen vorkommen. Die Beschreibungen sind lang und sehr ausführlich. Dadurch entsteht einerseits ein sehr detailliertes Bild im Kopf des Lesers, andererseits wird der Text an manchen Stellen zu sehr in die Länge gezogen.

 

Die Wechsel in der Perspektive sind normalerweise durch einen Absatz oder eine Zeichenkombination gekennzeichnet – was vor allem in dieser Geschichte dringend notwendig ist. Hin und wieder fehlen diese aber.

 

Verbesserungsvorschlag: Auf ausreichende Kennzeichnung von neuen Abschnitten und Perspektivwechsel sollte geachtet werden. Da man als Leser in dieser Geschichte sowieso Schwierigkeiten hat den Plot zu verstehen, würde das nur zu mehr Verwirrung und Frustration führen.

 

Inhalt

 

Die Fränkin Gesa, Tochter eines Markgrafen, wird bei einem Angriff auf ihr Dorf von Wikingern geschändet und als Beute mitgenommen. Von  einem rivalisierenden Wikingerstamm wird sie kurz darauf aufgelesen, nachdem diese die Angreifer besiegt haben. Die Enshali, eine mysteriöse Reisende mit einer Maske, welche den Weg der Wikinger gekreuzt hat‚ kauft‘ sie diesen ab und bringt sie in ein Land namens Temos, von dem ich nicht so ganz weiß, wann oder wo es ist. Dort bleibt sie bei einer Heilerin und muss sowohl mit der neuen Welt als auch einer ganz anderen Denkweise anfreunden.

 

Worum es in dem Text genau geht, weiß man als Leser lange nicht, denn die Autorin versucht gänzlich ohne Erklärungen auszukommen und beschränkt sich darauf, was die Protagonistin wahrnimmt und versteht; in diesem Falle Gesa. Die aber hat auch keine Vorstellung davon, was mit ihr passiert und so sitzt man mit ihr zusammen im Dunklen. Dass sie aber nach und nach von den Personen um sie herum mit weiteren spärlichen Informationen gefüttert wird, vermeidet allzu große Frustration beim Leser. Trotzdem ist man gerade zu Anfang ziemlich verwirrt von all den Begriffen und angedeuteten Informationen, mit denen man nichts anfangen kann.

 

Der Anfang fängt spannend an und es werden mehrere Charaktere vorgestellt, deren Bedeutung für den Plot vage angedeutet wird. Dass Gesa die Protagonistin darstellen soll, wird erst später klar, aber dann verschiebt sich die Aufmerksamkeit komplett auf sie. Dabei werden alle weiteren Erzählstränge vernachlässigt. Das finde ich sehr schade, denn obwohl Gesa innere Reise und Weiterentwicklung sehr spannend ist, hätte ich mir hin und wieder etwas ‚Pause‘ von ihr gewünscht.

 

Verbesserungsvorschlag: Alle Handlungsstränge hin und wieder aufgreifen, auch die nicht so wichtigen, und nicht ewig vernachlässigen. Dadurch entsteht mehr Abwechslung und der Leser bekommt ein besseres Bild von der Handlung.  

 

Charaktere

 

Die Charaktere sowie ihre Entwicklung sind das Herzstück und die größte Stärke der Autorin. Jeder der Charaktere hat seine eigene Geschichte, Stärken, Schwächen  grundverschiedene Weltansichten und komische Angewohnheiten. Ändert sich die Perspektive, passt sich auch die Schreibweise an.

 

 Dabei ist Gesa der Mittelpunkt der Geschehnisse und die Protagonistin, die aus einem Dorf im Frankenreich kommt. Sie ist wenig gebildet, eigensüchtig,  unselbstständig und voller Vorurteile gegenüber allem, was ihr fremd ist. Eigentlich ein wenig sympathischer Charakter und sehr weit entfernt von den abgeklärten Jugendlichen, die man in der modernen Welt gewohnt ist. Trotzdem schafft es die Autorin ihre Sichtweise sehr glaubwürdig darzustellen und bringt dem Leser die damalige Weltanschauung so näher als jedes Geschichtsbuch es vermag. Gesas Art die ‚moderne‘ Welt zu sehen hat mich mehr als einmal überrascht, z.B. als ich reichlich spät feststellte, dass die ‚Löcher im Haus‘ Fenster waren. Mehr als nur einmal hat sie mich genervt und trotzdem bin ich mit ihr warm geworden.

 

Dieser eindeutige Schwerpunkt auf Gesas Entwicklung führt aber auch dazu, dass die anderen Charaktere vernachlässigt werden. Zum Beispiel der junge Wikinger Aske kommt ganz zu Anfang in einigen Szenen und wurde bis jetzt nicht mehr erwähnt, obwohl die Autorin einige vage Andeutungen zu ihm macht, die mein Interesse geweckt haben.

 

Verbesserungsvorschlag: Die Vielfalt der erzählenden Charaktere könnte auch über den Anfang hinaus fortgeführt werden – oder aber man belässt es von Anfang an bei einer Protagonistin. Wenn man schon mehrere ‚Protagonisten‘ einführt, sollten diese auch hin und wieder vorkommen. Wenn man nicht vorhat einer Person eine tragende Rolle in der Geschichte zu geben, dann muss sie auch nicht ausführlicher beschrieben werden.

 

Sonstiges

 

Ich finde die Geschichte in ihrem Setting, mit ihrer Problematik und Umsetzung einzigartig und interessant, aber auch etwas sonderbar. Soweit ich das mitbekommen habe, soll sie ein Entwicklungsroman sein, der in einem Fantasy-Setting und mehreren Zeitebenen spielt. Die Autorin versucht hier sehr viele verschiedene Themen und Problemstellungen in Einem zu verarbeiten und genau darin sehe ich ein bisschen die Schwierigkeit.

 

Leicht kann es passieren, dass dabei der ein oder andere Aspekt zu kurz kommt oder aber die Geschichte so verworren wird, dass die Leser sie überhaupt nicht mehr verstehen. Selbst nach 150 000 Wörtern ist die Handlung noch nicht sehr weit vorangeschritten – zumindest kommt es mir so vor – und ich weiß immer noch nicht, wohin sie führen soll/will. Die Komplexität beeindruckt mich natürlich und hebt sich positiv von der breiten Masse mit ihren linearen, langweiligen Plots ab, aber sie kann auch schnell ausufern und dazu führen, dass die Geschichte sich in ihren Details verirrt.

 

Fazit

 

Der Weg nach Illinashad ist ein Roman, den ich noch nicht wirklich einordnen kann und der sich nicht nach den typischen Merkmalen eines Fantasy-Romans richtet. Die Mischung aus der christlichen Weltanschauung der Protagonistin Gesa, ihren weltlichen Problemen und ihrer magischen Umwelt ist unüblich und bietet interessante Einsichten in die menschliche Psyche.

 

Smailii1805

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Veröffentlicht in Original_Fantasy

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S
<br /> @rune<br /> <br /> Nein, ich würde nichts verraten, was für die Handlung relevant ist. Aber es würden sich einige Schwierigkeiten ergeben. Bei Aske geht es Jahre, bis etwas geschieht; Gesa ist aber nur knapp zwei<br /> Jahre auf Temos. Ausserdem gehört Aske nicht zum Hauptplot, um den es mir bei Gesa geht.<br /> <br /> Gesas Geschichte ist als Einstieg in das Universum um Illinashad gedacht; die beiden folgenden Geschichten zeigen andere Aspekte dieses Universums. Aske spielt darin überhaupt keine Rolle. Er<br /> gehört einem ganz anderen Kreis an. Darum möchte ich ihn nicht in diesem Rahmen weiter behandeln, resp. erst dann, als es zu Berührungen mit den Levas kommt.<br /> <br /> Ich habe eine Sammlung von Kurzgeschichten zu den Reisen der Enshali geplant, wozu auch eine Geschichte mit Aske gehört. Darin wird seine Problematik erklärt und die Lösung angedeutet. Ob er es<br /> geschafft hat oder nicht, klärt sich dann in der dritten Geschichte.<br /> <br /> Ich möchte ein Patchwork verschiedener Geschichten erarbeiten, die sich aufeinander beziehen und die in jede Richtung gelesen werden können. Dazu muss ich allerdings vorsichtig vorgehen, mit<br /> Informationen haushalten und das Ganze im Auge behalten.<br /> <br /> Dass Gesa zu lange ist, ist mir bewusst - ein Grund dafür, dass ich noch nicht weitergeschrieben habe. Aber da die anderen Geschichten ebenfalls einem bestimmten Charakter folgen, möchte ich hier<br /> nicht mehr als eine Person behandeln.<br /> <br /> Wie ich schon geschrieben habe, werde ich das alles bei der Redigierung ändern. Aber zuerst möchte ich die Geschichte zu Ende schreiben um selbst einen Rahmen zu haben, und einen Anfang für die<br /> zweite Geschichte, die sich mit dieser überschneidet. Wie man sieht, fällt mir das nicht leicht, gerade weil ich mir über die Mängel im Klaren bin. Das geht weit über den Plot hinaus - auch der<br /> Stil gefällt mir mittlerweilen nicht mehr und da er eine Entsprechung in der nächsten Geschichte haben muss, steht mir eine Menge Arbeit ins Haus *stöhn*.<br /> <br /> Darum seht es mir bitte nach, wenn ich die Kritik, die vollauf berechtigt ist, nicht gleich umsetzen werde. Sie ist notiert und wird zum Einsatz kommen - sobald ich den Nerv habe, das Ding von<br /> Grund auf zu überarbeiten.<br /> <br /> LG,<br /> <br /> shinai<br /> <br /> <br />
Antworten
R
<br /> Hi!<br /> <br /> Smailie hat irgendwie genau das getroffen, was ich beim Lesen der Geschichte nicht so richtig habe zu fassen kriegen können:"Manchmal wünscht man sich eine Pause von Gesa" und "die Handlung kommt<br /> nicht richtig weiter, obwohl sie schon so weit fortgeschritten ist."<br /> <br /> @ Shinai: Vom Plot her würde es doch nicht verwirrender werden, wenn du das Geschehen in der Wikingerwelt wieder aufgreifst, oder? (Oder würdest du da für die Handlung etwas erklären/verraten<br /> müssen, was erst später verraten werden darf?)<br /> <br /> LG<br /> Rune<br /> <br /> <br />
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S
<br /> Hi Smaili,<br /> <br /> erst einmal: VIelen Dank für Deine Review und dass Du Dich durch die Geschichte gelesen hast, obwohl sie etwas verworren ist ;).<br /> <br /> Du hast genau das kritisiert, was ich mir ohnehin schon für eine Überarbeitung vorgemerkt habe: Die Geschichte ist zu lang und die Informationen zu spärlich. Sobald ich die Geschichte beendet habe,<br /> werde ich mich an die Redigierung machen.<br /> <br /> Das Hauptproblem ist vermutlich, dass diese Geschichte nur eine von mehreren ist, will heissen: Der hier gesponnene Plot setzt sich in anderen Geschichten mit anderen Protagonisten fort. In einer<br /> dieser Geschichten wird Aske dann wieder eine Rolle spielen. Ich habe bewusst seine Geschichte nicht weiterverfolgt weil sie 1. nichts mit dem Hauptplot zu tun hat und 2. im 9. Jhdt. weitergeht,<br /> während Gesa sich ja mittlerweilen im 20. Jhdt oder ähnlich befindet. Ich dachte, dass würde alles nur noch unübersichtlicher machen.<br /> <br /> Ich glaube, mit einer Verkürzung wird alles etwas klarer - hoffe ich zumindest. Ich weiss nur noch nicht, wie ich die Informationen früher einstreuen soll. Aber kommt Zeit, kommt Rat.<br /> <br /> Also nochmals danke vielmals für die Kritik. Sie ist notiert und wird bei Zeiten ihren Dienst tun.<br /> <br /> Liebe Grüsse und einen guten Start in die neue Woche,<br /> <br /> shinai<br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> Hallo shinai!<br /> <br /> Ich freue mich, dass unsere Kritikpunkt an der Geschichte sich decken und du auch schon eine weitere Geschichte von dir 'angemeldet' hast. Im Anbetracht der Ausmaße der Geschichte und der mehreren<br /> Teile kann ich verstehen, warum Aske und die Enshali nicht mehr vorkommen. Allerdings würde ich dann auch Askes Teile weitestgehend aus diesem Teil herausnehmen, bis auf den am Anfang. Ich weiß<br /> zwar nicht, ob du dir dabei etwas gedacht hast, aber für DIESE Geschichte scheint er ja nicht notwendig zu sein.<br /> <br /> Gruß<br /> Smailii1805<br /> <br /> <br /> <br />