"Durch enge Straßen gings" von issachar
FEEDBACK
Autor: issachar
Titel: Durch enge Straßen ging‘s
Serie: Original
Genre: Romanze
Zusammenfassung des Autors: Die Stadt und der Mensch. Ein Augenzwinkern genügt beim Lesen dieser Geschichte.
Status: Vollendet
Auf den ersten Blick würde man ‚Durch enge Straßen ging’s‘ überhaupt nicht in die Kategorie Romanze einteilen; und das regte mich zum Denken an. Man wird direkt in eine hektische Szene hineingeworfen und schon im ersten Satz wird klar, woher der Name dieses Werkes stammt.
Ich fand den Text recht anstrengend zu lesen. Obwohl issachar seine Worte mit Bedacht und wirklich gut wählte, hatte er trotzdem einen sehr abgehackten Stil mit vielen kurzen und unvollständigen Sätzen. Das passte zwar sehr gut, um die spontanen, plötzlichen Gedanken seines Protagonisten darzustellen, manchmal schien es mir einfach so, als hätte er immer wieder Wörter vergessen. Der Text wäre weitaus flüssiger zu lesen gewesen, hätte issachar solche abgehackten Konstruktionen gezielt und nicht flächendeckend eingesetzt. Auch das Verständnis litt an manchen Stellen unter diesen unvollständigen Satzkonstruktionen. Hin und wieder störte auch ein unnötiges Komma den Lesefluss, das da so gar nicht hinpassen wollte. In den wenigen wirklich langen Passagen kam ich immer mal wieder durcheinander; dort hätte mir ein Absatz mehr das Lesen deutlich erleichtert.
Sehr gut gelungen waren die detailreichen Beschreibungen, mit denen issachar die Umwelt um seinen Protagonisten so lebendig gestaltete, dass man meinen könnte, man wäre selbst dabei gewesen. Sehr viele verschiedene Themen wurden kurz angesprochen, sodass man trotz aller Kürze und Sprunghaftigkeit der Gedanken ein recht umfassendes Bild der Gefühlswelt des Protagonisten erhält. Wie Menschen das eben manchmal tun, kommt man von einem Gedanken auf den nächsten, wobei der Leser als Außenstehender dies verständlicherweise oft konfus findet. Dennoch erschließen sich einem die Gedanken des Protagonisten Stück für Stück, wobei dieser nicht nur seine Sicht über das Verhältnis Stadt-Mensch, sondern über andere wichtige Themen mit uns teilt. Ich denke, diesen Text sollte man mehr als einmal lesen, um die ganze Fülle an Inhalt überblicken zu können. Das Ende war überraschend, weil es so gar nicht erwartet hatte, aber es brachte ihn wieder ein wenig ins Genre Romanze.
Am Ende meines Kommentars weiß ich nicht wirklich, was ich als Resümee sagen soll. Am Besten selber Lesen, würde ich meinen. Der Text WAR ein wenig anstrengend und auch verwirrend, aber das macht ihn nicht unbedingt schlecht. Vor allem, weil er eben etwas sehr Individuelles thematisiert, will ich ihn nicht in eine Schublade schieben.