Deadly Teenager - The Payback (Depression)

Veröffentlicht auf von Smailii1805

Autor: Metalherz

Titel: Deadly Teenager – The Payback

Serie: Original

Genre: Depression

Status: Unvollendet

Zusammenfassung des Autors: Ein Mädchen. Eine unbeschreibliche Wut. Samantha Fuscos Leben ist nicht schön, doch sie kennt es nicht anders. Ihre Mutter hatte sich umgebracht, Samantha wurde schon in frühen Jahren vergewaltigt und ihr Vater ist auch nicht mehr zu gebrauchen, denn er ist bekannt in der Drogenszene. Eins ist klar - sie will sich rächen.

Link: http://www.myfanfiction.de/texte/depression/deadly-teenager-the-payback.72971.html

 

Sprache

Insgesamt ist die Autorin in allen Bereichen noch recht ausgereift. Die größten Schwierigkeiten hat sie bei der Kommasetzung. Sie bemüht sich und schafft es einen abwechslungsreichen Satzbau zu benutzen, aber leider setzt sie an vielen Stellen unnötig Kommata, die den Lesefluss stören. Dazu kommen Unstimmigkeiten bei der Wortwahl, Fehler bei der Groß- und Kleinschreibung und bei der Zusammenschreibung von Wörtern. Trotzdem hat sie, wenn man auch ihr Alter in Betracht zieht, durchaus Potenzial und die Chance mit einer guten Beta und Arbeit an sich selbst ihren Stil zu verbessern. Ihr Wortschatz ist gut entwickelt und wird sich mit mehr Erfahrung beim Schreiben ausbreiten. Ich habe schon weitaus schlimmere Texte von 16- und über 20-jährigen gelesen, also denke ich, dass die Autorin keine gravierenden Probleme mit der Rechtschreibung hat oder später haben wird. Alles, was sie braucht, ist den Willen sich zu verbessern, einen Betaleser und viel Zeit.

 

Inhalt

Der Inhalt der Geschichte lässt sich leicht zusammenfassen. Samantha hat eine schlimme Kindheit, sie wird von ihrem Vater, einem Drogendealer, vernachlässigt und von ihren Mitschülern misshandelt. Ihre Mutter ist tot und sie wurde in der Vergangenheit vergewaltigt. Und nun will sich das Mädchen mit dem Bridge Piercing, den farbigen Kontaktlinsen, dem Körper voller Narben und den langen schwarzen Haaren an allen rächen, die ihr Böses angetan haben.

Die Rahmenbedingungen finde ich teilweise arg übertrieben und nur auf ihren Schock- und/oder Mitleidseffekt reduziert. So finde ich es unglaubwürdig, dass der Vater ein ganzes Waffenarsenal im Garten versteckt oder Schüler ganz offen mit Baseballschlägern durch ein Gymnasium laufen. Sicherlich gibt es Gewalt an Schulen, und auch an Gymnasien, aber man kann einem jungen Mädchen auch mit bloßen Fäusten genug Schaden zufügen und ich vermute doch stark, dass die Lehrer schon längst die Polizei gerufen hätten, wenn die Schüler mit Baseballschlägern durch die Gegend liefen.

Sowohl Vergewaltigungen als auch Drogenhandel beziehungsweise -konsum als auch die psychische Störung, die das Mädchen offensichtlich hat, sind ernsthafte und extrem sensible Themen, die eine ausführliche Recherche erfordern. Diese Dinge sollten nicht als harmlos dargestellt werden, denn das sind sie nicht. Dass die Vergewaltigung Samanthas schon in der Kurzbeschreibung „eben mal so“ aufgezählt wird und danach nicht mehr erwähnt, fand ich daher unangemessen. Wenn man sich mit dem Thema nicht auskennt, sollte man es am besten auslassen. Auch ohne dieses Element kann durchaus eine glaubhafte Depressions-Fanfiktion schreiben.

Teilweise wird noch recht naiv an die Sachlage herangegangen und die Fakten übermäßig „cool“ aufgezogen. Die vierzehnjährige Samantha begeht den perfekten Mord, weil der Freund von ihrem Vater auch ein Mörder ist. Sie „hat keinen Bock, in den Knast zu gehen“ und sagt das ihrer Chatfreundin einfach mal gerade heraus. Samantha wird mit einem Baseballschläger verprügelt, wird ohnmächtig und flüchtet dann ohne Behandlung einfach aus dem Krankenhaus.

Die Geschichte ist recht einfach gestrickt und geht kaum ins Detail. Es wird wenig beschrieben und Hintergrundinfos werden  bis auf die Offensichtlichen nicht eingebracht. Dabei würde es der Geschichte doch sehr viel mehr Realität und Glaubwürdigkeit geben, wenn zum Beispiel wüsste, wo und wann die Geschichte spielt, oder in welcher Art und Weise Samanthas Vater in die Drogenszene verwickelt ist, oder wie die Gesellschaft um sie herum entwickelt ist.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Geschichte im Genre „Depression“ gut aufgehoben ist. In den weiteren Kapiteln verschob sich der Schwerpunkt der Handlung nämlich immer mehr in Richtung Horror. Samantha mordet aus Rache, ihr Vater ist ganz begeistert und sie schmiedet den Plan, weiteren Menschen in ihrem Umfeld das Leben zu nehmen.

 

 

Charaktere

Samantha Fuscos ist anders als ihre Mitschüler und wird deswegen ausgeschlossen und misshandelt. Sie hat Kontaktlinsen, lange schwarze Haare, ungewöhnliche Kleidung und ein Piercing; und das im zarten Alter von 14 Jahren. Ihr Körper ist von Narben übersät, sie ist eigenbrötlerisch und bissig. Ihr Verhalten passt durchaus mit ihren bisherigen Erfahrungen zusammen, ist aber manchmal stark auf „cool“ getrimmt und nicht immer ganz realitätsnah. Zum Beispiel frage ich mich, wie sie ihr Piercing bekommen hat, wenn sie doch so ein schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater hat, der dieses ihr immerhin erstens erlauben und zweitens vermutlich auch bezahlen muss.

Gut fand ich, dass die Autorin in Samantha zwei sich bekämpfende Seiten anspricht. Die eine ist grausam, rachesüchtig und rücksichtlos - diese Seite stellt sie nach außen hin dar – und die zweite Seite ist verletzlich, hat große Angst und fühlt sich schuldig für ihre Taten. Diese Seite von Samantha sehnt sich nach der Liebe der Mutter … und der Aufmerksamkeit des Vaters. Das sollte noch weiter ausgebaut werden.

Das Verhältnis zum Vater und die Person des Vaters selbst ist mir noch ziemlich schleierhaft, weil auf ihn sehr wenig eingegangen wird. Im Moment sieht es für mich so aus, als ob der Vater so sehr mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist, dass er sich überhaupt nichts um seine Tochter kümmert und sie daher vollkommen ausblendet. Die Autorin stellt ihn als grausames, unmenschliches Wesen dar, das seine Tochter erst dann beachtet, als sie ebenfalls etwas Grausames tut. Ich hätte es besser gefunden, wenn er menschlicher reagiert hätte, mit Schock oder Wut. Das würde ihn in meinen Augen glaubwürdiger und realistischer machen.

Die weiteren Charaktere in der Geschichte sind sehr stereotyp, ihnen wird keine weitere Wichtigkeit beigemessen. Es gibt die Schlägertypen, die leichten Mädchen an ihrer Seite, den hilflosen Kommissar und hilfsbereiten Doktor, der mit Samantha nicht klarkommt. Hier wäre ein wenig mehr Detail und Einfallsreichtum schöner gewesen.

 

Smailii1805

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Veröffentlicht in Original_Depression

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