"The Balck Widow Tale" von Archimedes (Fluch der Karibik)
Autor: Archimedes
Titel: The Black Widow Tale
Serie: Fluch der Karibik
Genre: Humor
Status: Unvollendet
Zusammenfassung des Autors: Für Commodore James Norrington stellt es sich nicht als sonderlich große Überraschung heraus, dass die Entführung Governor Swanns mit Jack Sparrow zu tun haben muss. Schließlich hat der Lump überall seine Finger mit im Spiel... auf irgendeine Weise. So verwundert es ihn auch keineswegs, dass eine der vielen Verflossenen des Piraten Jagd auf selbigen macht.
Die simple Forderung der Frau:
»Einen Piraten gegen einen Vater«
Die zunächst einfach scheinende Aufgabe, die Entführerin mit Sparrows Hilfe aus der Reserve zu locken, entpuppt sich aber mehr und mehr als Seilakt, bei dem beide Männer mehr über den anderen und sich selbst erfahren, als ihnen lieb ist.
Eine Geschichte über Abenteuer, Freundschaft und Verrat, Freiheit und verloren gegangene Ideale und den Untergang einer ganzen Epoche; Eine Geschichte über die Kunst mit sich selbst zu leben.
Link: http://animexx.onlinewelten.com/fanfiction/ffname/The%20Black%20Widow%20Tale/149470/
Da die Inhaltsangabe der Autorin meiner Meinung nach alles Wichtige aussagt, fange ich direkt mal an: Die Geschichte ist bis jetzt ausschließlich aus James Norringtons Perspektive geschrieben, zeigt also nur seine Sicht der Dinge. Das finde ich vor allem deshalb gut, weil so nicht in Jacks Kopf geguckt wird. Seine Unberechenbarkeit macht einen großen Teil seines Charmes aus und das sieht die Autorin vermutlich genauso wie ich.
Allein schon rein sprachlich kann ich kaum meckern, sonder eigentlich nur loben. Der Text ist nicht nur beinahe fehlerfrei, er hält sich auch an die sprachlichen Eigenheiten der Zeit, in der er spielt. Die zahlreichen Wortgefechte zwischen Pirat und Commodore waren smart und witzig, eben genauso wie im Film. Aber sie sind nur die sprichwörtliche Kirsche auf einer wirklich tollen, tiefsinnigen und dennoch lustigen Geschichte.
Was mich vor allem beeindruckt hat, war das Hintergrundwissen der Autorin. Die Erzählung passt sich wirklich wunderbar in die historischen Ereignisse ein; und die Datierung von der Autorin ist sogar genauer als die vom Original selbst. Das allein machte die Geschichte, die Schauplätze und die Menschen in ihr viel lebendiger und glaubwürdiger. Man merkt den Unterschied ganz deutlich zwischen einer gut recherchierten Geschichte und einer, die es nicht ist. Dass die Autorin sich selbst mit Segeln beschäftigt hat, kann man an den detaillierten Beschreibungen der Schiffe erkennen. Auch der Hintergrund der Schwarzen Witwe passt perfekt zu dem, was Jack Sparrow schon alles verbrochen hat.
Wenn eine Fanfiktion schon so gut recherchiert ist, wird es kaum wundern, dass auch die originalen Charaktere sehr gut getroffen sind. Jack ist genauso rüpelhaft, charismatisch und doch unberechenbar wie seine Fans ihn kennen und lieben. Die Machtspielchen zwischen ihm und Norrington waren klug eingefädelt und so aufgemacht, dass man sie nicht sofort erkannte und dann mit James zusammen urplötzlich der Groschen fiel. Jedoch fallen diesem in vielen Kleinigkeiten auch die Facetten von Jacks Charakter auf, die dieser eigentlich vor ihm vermeiden will. Trotzdem, Jack ist und bleibt hier ein Mysterium, gerade über seine Vergangenheit wird größtenteils Schweigen bewahrt und ich persönlich finde, das sollte auch so bleiben.
Da es sozusagen „seine“ Erzählung ist, wird natürlich besonders auf James Norrington eingegangen. Dabei fasst die Autorin viele,, verschiedene Facetten seines Charakters auf. Nicht nur seine Liebe zu Elisabeth wird angesprochen, sondern auch seine langandauernde moralische Auseinandersetzung mit der Piraterie, sondern auch sein besonderes Verhältnis zu einem bestimmten Franzosen, den er längst für tot hielt. Das macht ihn vielschichtig, menschlich und glaubwürdig. Gerade mit ihm kann man sich gut identifizieren. Aber auch alle selbst erfundenen Charaktere bzw. die anderen Filmcharaktere passen sich gut ins Gesamtbild ein, sind lebendig und vielseitig dargestellt und daher in keinem Moment störend.
Bei guten Geschichten fällt es einem immer schwer Kritik zu finden und von daher lasse ich es einfach. Ich finde „The Black Widow Tale“ extrem gut gelungen und würde diesen Text an jeden weiterempfehlen, der „Fluch der Karibik“ mag. Er bietet nicht nur guten Lesestoff für die, die Slash mögen, ganz im Gegenteil. Es lohnt sich, auf die folgenden Kapitel zu warten.
Smailii1805