"Fate" von Misaki Hinaka (Final Fantasy VII)
Autor: Misaki Hinaka
Titel: Fate
Serie: Final Fantasy VII
Genre: Drama
Status: Unvollendet (8 Kapitel)
Zusammenfassung des Autors: Cloud ist am Ende, nachdem er Sephiroth ein weiteres mal umbringen musste, um den Planeten zu retten. Noch immer sucht er nach Vergebung, nicht nur von Zack und Aerith. Aerith möchte ihn nicht länger so leiden sehen und sieht ein, dass Cloud diese Vergebung niemals durch seine Freunde oder durch die Zukunft erlangen kann. Also fasst sie einen Entschluss. Einen Entschluss, der Cloud zurückbringt. Zurück, wo alles angefangen hat...
Link: http://www.fanfiktion.de/s/4b321fdb00005ccc06a003ec
Sprache
Einen Schreibstil wie in dieser Geschichte habe ich ehrlich gesagt noch nie in dieser Art gelesen. Er ist sehr seltsam und hin und wieder kam mir der Gedanke, dass die Autorin Deutsch nicht als Muttersprache hat, sondern eher Englisch. Es gab viele Formulierungen, die man im Deutschen so nicht benutzt, die aber wörtlich ins Englische übersetzt absolut Sinn ergeben (zum Beispiel: „Ich bin okay“ à „I’m okay“ oder „zurückgenommen“ à „taken aback“). Auch waren die Satzstellungen sehr oft verdreht und Redewendungen wurden nicht ganz richtig benutzt. Pronomen (dies, jener, dieser) wurden oft falsch angewendet beziehungsweise so wie man das normalerweise nicht tut. Im Gegensatz zur Grammatik kann ich die Rechtschreibfehler beinahe an einer Hand abzählen. Eine weitere Unart der Autorin sind die unzähligen Aufzählungen und Wiederholungen. Sie benutzt dieses Stilmittel ständig, allerdings nicht zielgerichtet, wodurch es seine eigentliche Wirkung leider verfehlt.
Inhalt
Die Geschichte schließt an die Ereignisse von „Advent Children“ an. Cloud hat Sephiroth ein weiteres Mal getötet und steckt in einer tiefen Depression, weil er ihn immer noch liebt. Aerith sieht dies und beschließt ihm durch eine extreme Maßnahme zu helfen. Sie schickt ihn mittels ihrer Kräfte als Cetra zurück in die Vergangenheit, mit ein paar kleinen Veränderungen. Cloud ist nun körperlich wieder 15 Jahre alt und muss seine Ausbildung bei ShinRa erneut bestehen. Dieses Mal will er wirklich SOLDAT (nebenbei: Das ist die richtige, deutsche Bezeichnung für SOLDIER) werden, um Sephiroth daran zu hindern dem Wahnsinn zu verfallen.
Die Problematik rund um seine Rückkehr aus der Zukunft wird realistisch beschrieben, aber ein wenig mehr Drumherum hätte es schon geben können. Was ist mit den politischen Ereignissen in Midgar und warum wird ‚Crisis Core‘ ohne triftigen Grund ignoriert?
Die Stimmung ist dunkel und depressiv, und wird nur selten durch lustige Szenen unterbrochen, meistens wenn Zacks Perspektive gewählt wurde. Ein wenig mehr ‚comical relief‘ hätte ich mir schon gewünscht, denn so sehr diese Stimmung auch zu Cloud passt, nach einer Zeit will man eine Pause von ihr.
Charaktere
Cloud ist eigentlich genau so wie ich ihn mir vorstellen würde. Nach außen hin sehr ruhig und gefasst, aber mit großen Minderwertigkeitskomplexen belastet. Die Schwierigkeiten seines 23-Jährigen Geistes mit dem 15 Jahre alten Körper waren gut dargestellt. Manchmal allerdings kam er mir etwas zu weinerlich vor, vor allem in Gegenwart von Sephiroth. Ich glaube nicht, dass er den Mann hätte besiegen können (zwei Mal), wenn er jedes Mal anfinge vor Angst/Nervosität zu zittern. Vor allem aber hat Cloud mittlerweile gelernt, nach außen hin völlig cool zu wirken.
Zack ist auch gut gelungen in seiner gutmütigen und etwas dreisten Art. Allerdings verstehe ich gerade für seine Charakterisierung nicht, warum die Autorin nicht auf die Ereignisse von ‚Crisis Core‘ anspricht. Ich habe das originale Final Fantasy 7 leider nie spielen können (habe weder die Konsole noch das Spiel jemals in Händen gehalten), aber in dem Spiel werden eigentlich nur Informationen geliefert, die den Charakter sowohl von Zack als auch von Sephiroth nur vertieft hätten und auch in dieser Geschichte nicht zum Nachteil wären. Vor allem, als Zack Cloud nach seinem Traum fragte, musste ich sofort an Angeal denken und war ein bisschen enttäuscht, als dieser nicht einmal erwähnt wurde.
Nichtsdestotrotz benimmt sich auch Sephiroth sehr ‚In Character‘. Er ist kühl, vergräbt sich in Arbeit und kennt sich im Umgang mit Menschen nicht besonders aus. Ich hätte allerdings schon ein paar Hintergedanken in Punkt ShinRa und Hojo erwartet.
Insgesamt waren alle Charaktere gut, aber ein teilweise einseitig charakterisiert. Sie wurden nicht in all ihren Facetten gezeigt.
Fazit
Eine etwas depressive Geschichte über Cloud und Sephiroth, der es ein wenig an Abwechslung mangelt, weil sie sich auf dieses eine Thema versteift und dabei viele andere Dinge ohne Grund ignoriert (Crisis Core zum Beispiel). Wenn der Stil etwas überarbeitet und die Stimmung öfters aufgelockert würde, kann man „Fate“ allerdings durchaus denen empfehlen, die mit dem Ende von „Advent Children“ nicht so glücklich waren und noch mehr über Cloud und Sephiroth lesen möchten.
Verbesserungsvorschläge
Ich empfehle der Autorin einen Betaleser, der sich gut mit der deutschen Sprache auskennt und vor allem ihre Ausdrucksweise verbessert. Man kann nicht nahtlos vom Englischen ins Deutsche übergehen.
Etwas zu wiederholen ist durchaus ein geeignetes Stilmittel, sollte aber zielgerichtet und sparsam eingesetzt werden.
Eine depressive, dunkle Stimmung wird auf Dauer anstrengend. Dafür gibt es „comical relief“; witzige Szenen, in denen der Leser/Zuschauer sich entspannen und lachen kann. Zum Beispiel die Szenen mit Rude und Reno in „Advent Children“.
Ein roter Faden ist wichtig, aber etwas „Drumherum“ auch. Dadurch wirkt die Welt, in der man sich befindet, realistischer.
Liebe Grüße
Smailii1805