WIE MELDE ICH MEINEN TEXT AN

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Montag, 23. november 2009 1 23 /11 /2009 16:43

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Autor: PaigeM

Titel: Schicksalsschläge

Serie: Sunrise Avenue

Genre: Romanze

Status: Vollendet (9 Kapitel)

Zusammenfassung des Autors: Holly denkt seit Tagen nur an den einen Mann, den sie erst einen Tag vorher kennen gelernt hat. Zu blöd nur, dass sie weder seinen Namen, noch seine Telefonnummer kennt. Da lädt ihre Freundin Jennifer sie zu einem Konzert von Sunrise Avenue ein und Holly macht eine überraschende Entdeckung...

Link: http://www.fanfiktion.de/s/4a2326080000e23206d00bbe oder http://www.myfanfiction.de/texte/sunrise-avenue/schicksalsschlaege.82203.html

Bemerkung: Ich habe dieses Feedback geschrieben ohne genaues Wissen über die Band 'Sunrise Avenue' zu besitzen.

 

Sprache

 

Die Rechtschreibung und Grammatik genauso wie der Ausdruck der Autorin sind recht solide und ich konnte nur wenige, kaum störende Flüchtigkeitsfehler im Text entdecken. Abgesehen davon fielen mir die Kommentare der Erzählerin, die in Klammern angehängt wurden, negativ auf und die Stelle, an der tatsächlich ein- und derselbe Satzbau viermal hintereinander gebracht wird (Dann betrat … die Bühne). Die Ich-Perspektive in Verbindung mit der Vergangenheitsform finde ich auch in dieser Geschichte nicht immer so passend, vor allem nicht bei den sehr direkten Gedanken der Erzählerin.

 

Verbesserungsvorschläge: In diesem Bereich kann ich der Autorin nur raten, auf einen abwechslungsreichen Satzbau zu achten und Kommentare möglichst im Text zu integrieren – oder aber ganz wegzulassen, sofern möglich.

 

Inhalt

 

Holly wird einem Cafe von einem Fremden angesprochen, mit dem sie sich auf Anhieb so gut versteht, dass sie an Liebe auf den ersten Blick glaubt. Doch sie hat nicht nach seinem Namen gefragt und so muss sie sich damit abfinden, ihn nie wieder zu sehen. Dann wird sie von einer Freundin auf ein Konzert eingeladen und stellt geschockt fest: Der Fremde heißt Riku Rajaama und ist Mitglied der Band Sunrise Avenue. Der hält sie glatt für ein Groupie und will nichts mehr mit ihr zu tun haben. Total bestürzt darüber will Holly alles nur vergessen und ihr Wunsch wird erfüllt; sowohl sie als auch Riku haben einen kompletten Black-Out. Aber kurz danach erinnert sie sich schon wieder und wünscht sich nun, sie könnte die Zeit zurückdrehen. Auch dieser Wunsch wird ihr erfüllt und so kann sie alles zum Guten wenden. Nach einem gelungenen zweiten Date endet die Geschichte mit einem Liebesgeständnis und einem Kuss.

 

Details werden kaum eingebracht, sodass ich natürlich auf Logikfehler nicht gestoßen bin. Es wurden allenfalls mal Sachen genannt wie „Das Konzert war in Dortmund“ und „Sie zog sich eine Jeans und ein blaues Shirt an“, aber weiter hat die Autorin nicht gedacht.  Dass die Geschichte keinen Anspruch auf Realismus hat, zeigt allein schon die Tatsache, dass hier die Zeit zurückgedreht wird. Das kurzzeitige Black-Out verwirrte eher als dass es nutzte und war dann sowieso ohne Sinn, weil die Erinnerungslücke direkt wieder aufgefrischt wurde.

 

Weder Spannung noch Konflikte kommen wirklich auf, denn dadurch dass alle Wünsche von Holly direkt in Erfüllung gehen, können Probleme gar nicht auf ‚normalem‘ Wege gelöst werden. Worüber man sich in der Realität nächtelang den Kopf zerbricht, wird hier mit einem Fingerschnipsen geregelt. Dadurch nimmt die Autorin der Geschichte nicht nur jegliche Glaubwürdigkeit, sondern auch interessanten Stoff für den Inhalt. Daher wundert es nicht, dass der Text nicht sehr lang ist.

 

Die Grundatmosphäre der Erzählung ist kitschig und schnulzig ohne Ende. Es wird schon von Anfang an von „Liebe auf den ersten Blick“ und dem „Mann fürs Leben“ gesprochen. Ganz kurz kommt von Hollys Freundin die Aussage, Liebe auf den ersten Blick gäbe es nicht, aber das geht vollkommen unter.

 

Verbesserungsvorschläge: Ich empfehle der Autorin, sich eine Storyline aufzuschreiben. So muss sie sich gezwungenermaßen darüber Gedanken machen. Auch sollte sie sich überlegen, welche Wirkung sie mit dem Text erzielen möchte und wie sie das umsetzt.

 

Spannung bewirkt man durch Konflikte und Problemstellungen, die sich nicht so einfach lösen lassen, durch „Cliffhanger“ und offene Fragen. Atmosphäre, egal welcher Art, kann man nur aufbauen, indem man viele Details einbringt und mit allen Sinnen die verschiedenen Situationen veranschaulicht.

 

Bei dem Konzert könnte man zum Beispiel Folgendes einbringen: Die Schreie der Groupies, das Dröhnen des Basses, der Geruch von Schweiß, die Farben einer Lichtshow, das Gedränge in den Zuschauerreihen … all das vermischt sich für Konzertbesucher zu einem unvergleichlichen Erlebnis und macht einen großen Teil des „Fanseins“ aus.

 

Glaubwürdigkeit erreicht man durch Realitätsnähe. Da reicht es nicht zu sagen „Das Konzert war in Dortmund“, man kann (und sollte) gerade hier tatsächliche Konzerthallen und Konzerttermine der Band einbringen. Dafür ist natürlich Recherche notwendig und ich lege der Autorin ans Herz, diese nachzuholen.

 

Und selbstverständlich sollte sie wenigstens kurz darüber nachdenken, wie ernst sie mit ihrer Geschichte genommen werden will und ob Ideen wie das Zurückdrehen der Zeit auf Wunsch dafür geeignet sind.

 

Charakteren

 

Über Holly Fischer weiß man nur, dass sie aus Dortmund kommt, bei einer Werbeagentur als Mediengestalterin arbeitet und als Schülerin ohne jeglichen Grund gemobbt wurde, was aber keine weitere Bewandtnis für die Handlung hat. Sie hat „lange schwarze Haare“, glaubt offensichtlich an die Liebe auf den ersten Blick und ist KEIN Sunrise Avenue Fan. Jeder Leser kann natürlich an drei Fingern abzählen, dass das nur ein Alibi ist, damit die Geschichte nicht in die „Fan trifft Star und kommt mit ihm zusammen“ Sparte eingeordnet wird.

 

Riku ist der „Prince Charming“ dieser Geschichte und nach Hollys Ansicht der perfekte Traummann. Wo andere Männer alle „oberflächlich, dumm, albern, unreif und besserwisserisch“(Original-Zitat) sind, ist er „charmant, locker, lustig und seltsam vertraut“(Original-Zitat).  Der Finne hat außerdem kein Problem damit, dass Holly ihm ihre unsterbliche Liebe beim zweiten Treffen gesteht und über Nacht Deutsch gelernt, sodass keine Sprachbarriere vorhanden ist. Komischerweise ist er der einzige, der in den Genuss einer einigermaßen ausführlichen Beschreibung kommt.

 

Die Nebencharaktere sind kaum erwähnenswert und noch weniger ausgearbeitet als die Protagonisten. Da ist einmal Jen, eine gute Freundin von Holly, und Anika und Ben, über die nicht mehr als ihr Name bekannt ist. Wo die Protagonisten schon flach wie Briefmarken sind, kann man sie nur noch Requisite nennen. Sie haben keine Gesichter, keine Vergangenheit, kein Verhalten, sind bloße Namen, hinter denen nichts steht.

 

Verbesserungsvorschläge: Auch hier kann ich nur einen Tipp geben: Details, Details, Details. Jeder Charakter ist ein Mensch, hat Schwächen, Stärken, seltsame Angewohnheiten, Familie, Freunde und eine Vergangenheit. Das gilt es für jeden Protagonisten zu entwickeln beziehungsweise herauszufinden. Hilfreich wären dafür zum Beispiel Steckbriefe, in den man all diese Informationen für sich sammelt und aufschreibt. Das alles gilt sowohl für Protagonisten als auch für Nebencharaktere. Auch sollte man dabei nicht jedes Klischee aufgreifen.

 

Fazit

 

Bei dieser Geschichte stellt sich mir die Frage, welche Intention sie hat und was sie bezwecken will. So wie sie ist stellt sie nichts weiter als Wunscherfüllungsromantik dar. Wer hat sich denn nicht schon mal gewünscht, die Zeit zurückzudrehen und dann alles besser zu machen? Leider werden diese Gedanken völlig unreflektiert aufgearbeitet und die Problematik, die dahinter steckt – nämlich, dass man in der Realität nun mal die Zeit nicht zurückdrehen kann und mit seinen Entscheidungen leben muss – nicht einmal ansatzweise aufgegriffen.

 

Die Handlung ist simpel gestrickt und die Charaktere kaum ausgearbeitet, sodass der Text auch durch seine Umsetzung oder interessante Protagonisten leider nicht aus der Masse hervorstechen kann. Und das ist bei der riesigen Anzahl an Romanzen im Fanfiktion- sowie Prosa-Bereich dringend notwendig, da man ja das Rad nicht neu erfinden kann und jede Idee in der einen oder anderen Form schon vorhanden war.

 

„Schicksalsschläge“ kann ich allerhöchstens denen empfehlen, die große Fans von Riku sind, Kitsch lieben und eine sehr lebhafte Fantasie haben. Sich in die Erzählung fallen lassen und davon tragen kann man nicht, denn dazu ist zu detailarm.

 

Smailii1805

von Smailii1805 - veröffentlicht in: Musik
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