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Autor: Jiu
Titel: Die Vermessung des Himmels
Serie: Original
Genre: Allgemeina
Status: Vollendet
Zusammenfassung des Autors: Eine Tochter, die in die Welt hinaus strebt. Ein Vater, der lernen muss, sie gehen zu lassen. Eine Geschichte vom Loslassen können.
Link: http://www.fanfiktion.de/s/4acdfb55000051730c907530
Sprache
Sprachlich ist dieser kurze Text bis auf einzelne, kleine Fehler einwandfrei. Durch den flüssigen, runden Stil, den ausgefeilten Wortschatz und den klaren Ausdruck der Autorin ließ die Geschichte sich außerordentlich angenehm lesen.
Der Erzählstil wechselt von der anfänglich distanzierten Sicht des allwissenden Erzählers in die Sicht des Vaters. Für die Beschreibung der allgemeinen Situation und der Sichtweise des Dorfes ist dieser Erzählstil ‚von oben herab‘ nicht schlecht und der Wechsel ist auch eine gute Idee, allerdings fand ich den Zeitpunkt unpassend. Es ist nämlich so, dass der Streit zwischen Vater und Tochter nur indirekt erwähnt wird.
Verbesserungsvorschlag: Der Streit sollte auch schon näher beschrieben werden, entweder aus der Sicht des Vaters oder der Tochter. So kommt die Situation weitaus besser rüber und ist für den Leser nachvollziehbar.
Inhalt
Die Kurzgeschichte spielt in einem abgeschiedenen Dorf mit nur einem Weg nach draußen, die metaphorisch auch die Geborgenheit des Elternhauses bedeuten kann. Siebeschreibt eine Konfliktsituation zwischen einer Tochter, die hinaus in die weite Welt ziehen will, und ihrem Vater, der Angst hat sie loszulassen und für immer zu verlieren. Dabei werden die Beweggründe von beiden sehr ausführlich begründet und analysiert. Der Erzählstil schafft eine ruhige und nachdenkliche Atmosphäre, die aber nicht so recht zur angespannten Ausgangssituation passen will. Das Ende ist sehr schön ausgearbeitet.
Verbesserungsvorschlag: Die Motive von Tochter sowie Vater sollten nicht von oben herab erklärt sondern vielmehr veranschaulicht werden. Die Spannungen zwischen Vater und Tochter sollten sich auch im Stil wiederfinden.
Charaktere
Die beiden Protagonisten sind nicht allzu genau beschrieben, haben beide keine Namen und kein Aussehen. In Anbetracht der Problemstellung, die beinahe jeden auf die eine oder andere Weise ansprechen soll, halte ich das aber für eine gute Idee. So kann man sich noch leichter in einen der Beiden hineinversetzen.
Fazit
Eine schöne Idee, die sowohl Kinder als auch Eltern anspricht und durch die fehlende Ausarbeitung der Protagonisten so auch für jeden greifbar sein soll. Der Anfang könnte allerdings noch ausgearbeitet werden.
Smailii1805