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Sonntag, 15. november 2009 7 15 /11 /2009 21:29

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Autor: Shinai

Titel: Der Weg nach Illinashad - Gesa

Serie: Original

Genre: Fantasy / Entwicklungsroman

Status: Unvollendet (26 Kapitel)

Zusammenfassung des Autors: Gesa, die Tochter eines Markgrafen, ist die einzige Überlebende eines Wikingerangriffs. Damit nicht genug: Kurz darauf gerät sie an die Enshali, eine geheimnisvolle Frau, die in Begleitung eines riesigen Wolf ähnlichen Wesen unterwegs ist und offensichtlich Interesse an Gesa hat.
Die Enshali bringt Gesa in eine andere Welt, läd sie bei einer Heilerin ab und verschwindet. Und damit beginnt Gesas Reise in eine neue Welt des Denkens und Wahrnehmens.

Link: http://www.fanfiktion.de/s/443755fd000029280c901388

 

Sprache

 

Rechtschreibung sowie Grammatik sind in dieser Geschichte ohne Mängel, wenn man mal von kleineren Flüchtigkeitsfehlern absieht, die sich aber auf ein Minimum beschränken und nicht stören. Hin und wieder benutzte die Autorin ‚machte‘ anstatt ‚ließ‘ (z.B. „Sie machte sie Dinge tun…“ oder  „Er macht sie lachen“). Die Autorin hat einen großen Wortschatz und setzt ihn ein, wodurch kaum Wortwiederholungen vorkommen. Die Beschreibungen sind lang und sehr ausführlich. Dadurch entsteht einerseits ein sehr detailliertes Bild im Kopf des Lesers, andererseits wird der Text an manchen Stellen zu sehr in die Länge gezogen.

 

Die Wechsel in der Perspektive sind normalerweise durch einen Absatz oder eine Zeichenkombination gekennzeichnet – was vor allem in dieser Geschichte dringend notwendig ist. Hin und wieder fehlen diese aber.

 

Verbesserungsvorschlag: Auf ausreichende Kennzeichnung von neuen Abschnitten und Perspektivwechsel sollte geachtet werden. Da man als Leser in dieser Geschichte sowieso Schwierigkeiten hat den Plot zu verstehen, würde das nur zu mehr Verwirrung und Frustration führen.

 

Inhalt

 

Die Fränkin Gesa, Tochter eines Markgrafen, wird bei einem Angriff auf ihr Dorf von Wikingern geschändet und als Beute mitgenommen. Von  einem rivalisierenden Wikingerstamm wird sie kurz darauf aufgelesen, nachdem diese die Angreifer besiegt haben. Die Enshali, eine mysteriöse Reisende mit einer Maske, welche den Weg der Wikinger gekreuzt hat‚ kauft‘ sie diesen ab und bringt sie in ein Land namens Temos, von dem ich nicht so ganz weiß, wann oder wo es ist. Dort bleibt sie bei einer Heilerin und muss sowohl mit der neuen Welt als auch einer ganz anderen Denkweise anfreunden.

 

Worum es in dem Text genau geht, weiß man als Leser lange nicht, denn die Autorin versucht gänzlich ohne Erklärungen auszukommen und beschränkt sich darauf, was die Protagonistin wahrnimmt und versteht; in diesem Falle Gesa. Die aber hat auch keine Vorstellung davon, was mit ihr passiert und so sitzt man mit ihr zusammen im Dunklen. Dass sie aber nach und nach von den Personen um sie herum mit weiteren spärlichen Informationen gefüttert wird, vermeidet allzu große Frustration beim Leser. Trotzdem ist man gerade zu Anfang ziemlich verwirrt von all den Begriffen und angedeuteten Informationen, mit denen man nichts anfangen kann.

 

Der Anfang fängt spannend an und es werden mehrere Charaktere vorgestellt, deren Bedeutung für den Plot vage angedeutet wird. Dass Gesa die Protagonistin darstellen soll, wird erst später klar, aber dann verschiebt sich die Aufmerksamkeit komplett auf sie. Dabei werden alle weiteren Erzählstränge vernachlässigt. Das finde ich sehr schade, denn obwohl Gesa innere Reise und Weiterentwicklung sehr spannend ist, hätte ich mir hin und wieder etwas ‚Pause‘ von ihr gewünscht.

 

Verbesserungsvorschlag: Alle Handlungsstränge hin und wieder aufgreifen, auch die nicht so wichtigen, und nicht ewig vernachlässigen. Dadurch entsteht mehr Abwechslung und der Leser bekommt ein besseres Bild von der Handlung.  

 

Charaktere

 

Die Charaktere sowie ihre Entwicklung sind das Herzstück und die größte Stärke der Autorin. Jeder der Charaktere hat seine eigene Geschichte, Stärken, Schwächen  grundverschiedene Weltansichten und komische Angewohnheiten. Ändert sich die Perspektive, passt sich auch die Schreibweise an.

 

 Dabei ist Gesa der Mittelpunkt der Geschehnisse und die Protagonistin, die aus einem Dorf im Frankenreich kommt. Sie ist wenig gebildet, eigensüchtig,  unselbstständig und voller Vorurteile gegenüber allem, was ihr fremd ist. Eigentlich ein wenig sympathischer Charakter und sehr weit entfernt von den abgeklärten Jugendlichen, die man in der modernen Welt gewohnt ist. Trotzdem schafft es die Autorin ihre Sichtweise sehr glaubwürdig darzustellen und bringt dem Leser die damalige Weltanschauung so näher als jedes Geschichtsbuch es vermag. Gesas Art die ‚moderne‘ Welt zu sehen hat mich mehr als einmal überrascht, z.B. als ich reichlich spät feststellte, dass die ‚Löcher im Haus‘ Fenster waren. Mehr als nur einmal hat sie mich genervt und trotzdem bin ich mit ihr warm geworden.

 

Dieser eindeutige Schwerpunkt auf Gesas Entwicklung führt aber auch dazu, dass die anderen Charaktere vernachlässigt werden. Zum Beispiel der junge Wikinger Aske kommt ganz zu Anfang in einigen Szenen und wurde bis jetzt nicht mehr erwähnt, obwohl die Autorin einige vage Andeutungen zu ihm macht, die mein Interesse geweckt haben.

 

Verbesserungsvorschlag: Die Vielfalt der erzählenden Charaktere könnte auch über den Anfang hinaus fortgeführt werden – oder aber man belässt es von Anfang an bei einer Protagonistin. Wenn man schon mehrere ‚Protagonisten‘ einführt, sollten diese auch hin und wieder vorkommen. Wenn man nicht vorhat einer Person eine tragende Rolle in der Geschichte zu geben, dann muss sie auch nicht ausführlicher beschrieben werden.

 

Sonstiges

 

Ich finde die Geschichte in ihrem Setting, mit ihrer Problematik und Umsetzung einzigartig und interessant, aber auch etwas sonderbar. Soweit ich das mitbekommen habe, soll sie ein Entwicklungsroman sein, der in einem Fantasy-Setting und mehreren Zeitebenen spielt. Die Autorin versucht hier sehr viele verschiedene Themen und Problemstellungen in Einem zu verarbeiten und genau darin sehe ich ein bisschen die Schwierigkeit.

 

Leicht kann es passieren, dass dabei der ein oder andere Aspekt zu kurz kommt oder aber die Geschichte so verworren wird, dass die Leser sie überhaupt nicht mehr verstehen. Selbst nach 150 000 Wörtern ist die Handlung noch nicht sehr weit vorangeschritten – zumindest kommt es mir so vor – und ich weiß immer noch nicht, wohin sie führen soll/will. Die Komplexität beeindruckt mich natürlich und hebt sich positiv von der breiten Masse mit ihren linearen, langweiligen Plots ab, aber sie kann auch schnell ausufern und dazu führen, dass die Geschichte sich in ihren Details verirrt.

 

Fazit

 

Der Weg nach Illinashad ist ein Roman, den ich noch nicht wirklich einordnen kann und der sich nicht nach den typischen Merkmalen eines Fantasy-Romans richtet. Die Mischung aus der christlichen Weltanschauung der Protagonistin Gesa, ihren weltlichen Problemen und ihrer magischen Umwelt ist unüblich und bietet interessante Einsichten in die menschliche Psyche.

 

Smailii1805

von Smailii1805 - veröffentlicht in: Fantasy
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