WIE MELDE ICH MEINEN TEXT AN

Wenn unser Team auch zu deinem Text ein Review verfassen soll, schreib einfach eine Mail an feedbackfuerkreative@yahoo.de und beschreibe kurz deinen Text:

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Im Moment auf der Warteliste:

  1. Krieg und Betrug von Abraxania (Harry Potter)
  2. Sei mir nicht böse von Rundes Meerestier(Die Ärzte)
  3. Meine Qual von Josephina (Poesie)
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  5. Trophäen von Rune (The Dresden Files)
  6. Kouhime von Morgensonne (Bleach)
  7. Beyond the fog of yourself von SwordMistress7 (Marlon Wessel)
  8. Verlorene Erinnerung von Sisi007 (Yu-Gi-Oh 5D's)
  9. Vom Sterben und neu Geboren werden von Archimedes (FF XII)
  10. Nocona - Der Wanderer von Phoenix78 (Historie)
  11. Nachtschnee von Melmoth (Allgemein)
  12. Prinzessin der Nacht von Shopaholic (Fantasy) 

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Dienstag, 17. november 2009 2 17 /11 /2009 23:10

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Autor: GothicMaus

Titel: Blaue Lagune

Serie: Final Fantasy VII

Genre: Abenteuer

Status: Vollendet

Zusammenfassung des Autors: Cloud und Kadaj landen nach einem Streit auf
wundersame Weise auf einer einsamen Insel. Es gibt nicht nur Ärger, sondern auch noch jede Menge Spaß und eine Handvoll seltsamer Beeren.

Link: http://www.fanfiktion.de/s/494b86a10000738b06a003ec

 

Sprache

 

Allgemein ist zu sagen, dass mir zwischen den Erzählstilen beider Autoren dieses RPGs keine nennenswerten Unterschiede aufgefallen sind, sodass alle Kritikpunkte gleichermaßen auf sie beide zutreffen.

 

Von der Grammatik und der Rechtschreibung her ist der Text noch sehr unsicher. Mir fielen etliche Rechtschreibfehler auf, die Zeichensetzung und Satzstellung werden nicht ganz beherrscht, dass & das sowie in & ihn werden immer wieder verwechselt. Auch außerhalb der wörtlichen Rede wird Umgangssprache verwendet und Wörter werden so geschrieben wie sie ausgesprochen werden (Beispiel: „grad“ für „gerade“). Auch wiederholten sich Wörter regemäßig im gleichen Satz beziehungsweise in aufeinanderfolgenden Sätzen. Der Text beinhaltet eine sehr große Menge an unnötigen Füllwörtern und hin und wieder fielen mir Wörter auf, die einfach im falschen Zusammenhang benutzt wurden, weil das gesuchte Wort ähnlich klingt. Die Autoren benutzen Satzstellungen, die anscheinend aus dem Englischen abgeleitet sind, so aber im Deutschen nicht benutzt werden (Beispiel: „Doch ein schlechtes Gewissen habend, lief er …“; „Cloud unten liegend…“). Die indirekte Rede wird sehr häufig verwendet, was ich sehr unpassend finde, da das Geschehen direkt erzählt wird.

 

Die Perspektive ist ein einziges Chaos. Üblicherweise besteht ein Rollenspiel aus sich abwechselnden Sichtweisen, die jeweils einen Absatz darstellen. Nicht so hier: Mitten im Absatz wechselt ohne jegliche Vorwarnung die Perspektive, sodass der Leser sich zusammenpuzzeln muss, wer denn jetzt wieder dran ist. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass die Autoren nicht darauf geachtet haben, dass immer klar ist, wer mit „er“ oder „ihn“ nun gemeint ist. (Beispiel aus dem Text: „Schließlich hatte er die Wunde und nicht er. Auch war er überrascht, wie leicht er doch war.“)

 

Beschreibungen sind spärlich bis gar nicht vorhanden, sodass man sich kaum ein Bild vom Geschehen machen kann. Weder Umwelt noch Kleidung noch neue Charaktere werden erläutert und schon gar nicht Mimik, Gestik oder Körperhaltung. Zum Beispiel weiß ich von Michiko, welche in der Geschichte kurz als Nebencharakter auftaucht, einzig und allein ihre Haarfarbe. Dass so keine Atmosphäre irgendeiner Art aufkommen kann, ist wohl nachvollziehbar.

 

Verbesserungsvorschläge: Als Erstes sollte die Perspektive so überarbeitet werden, dass jeder Absatz aus der Sicht von nur einer Person geschrieben und immer klar ist, wer nun mit „er“ gemeint ist.

Umgangssprache sollte in allen Fällen vermieden werden, wo keine wörtliche bzw. indirekte Rede ist und wo sie nicht zum Charakter der sprechenden Person passt. In den Fließtext gehört sie überhaupt nicht.

Füllwörter sollten möglichst auf ein Minimum reduziert werden, also ist in jedem Fall abzuwägen, ob sie wirklich notwendig sind. Es gibt viele hilfreiche Tools im Internet, die Füllwörter sogar automatisch im Text markieren (z.B. http://www.letter-factory.com/elektorat.php)

Beschreibungen sind sehr wichtig für die Atmosphäre. Angenehmer Nebeneffekt: Wenn man alles detailliert aufschreiben muss, denkt man automatisch genauer darüber nach und Logikfehler fallen auf.

Ein Betaleser sollte die Grammatik und Rechtschreibung korrigieren. Am besten sollte dieser oder ein weiterer auch mit den Autorinnen an ihrem Stil arbeiten.

Indirekte Rede sollte vermieden werden. Die wörtliche Rede passt in diesem Fall viel besser.

 

Inhalt

 

Weil Kadaj und Cloud sich andauernd zoffen, transportiert Aerith sie kurzerhand auf eine einsame Insel. Dort versucht sie die beiden miteinander zu versöhnen, indem sie wie der sprichwörtliche „Big Brother“ immer wieder von oben eingreift.

 

Ich habe die ersten 10 Kapitel von 34 gelesen und deren Inhalt lässt sich leicht zusammenfassen: Cloud und Kadaj keifen sich wie zwei Waschweiber an, wobei niemals ein ernsthafter Streit entsteht, und gehen dann entweder unverrichteter Dinge auseinander oder aber werden von Aerith, anderen weiblichen Nebenpersonen oder Naturkatastrophen auseinander gerissen. Ein Gefühl von ernsthafter Gefahr kommt dabei nie auf, da besagte Situationen immer sehr schnell entschärft werden. Ein Beispiel wäre da der Panther, der sich wie eine großgewachsene Miezekatze, aber nie wie ein richtiges Raubtier benimmt oder aber die Höhle, die Cloud gerade in dem Augenblick entdeckt, wo er und Kadaj von einer Schlammlawine bedroht werden. Nachdem Cloud Kadaj einige Male wiederwillig rettet, kommt der erste urplötzlich auftretende feuchte Traum und dann ist Kadaj auch schon in Cloud verliebt. Kurz danach folgt der erste Kuss.

 

Auf die eigentlichen Begebenheiten des Originals wird bis jetzt wenig Bezug genommen und einige Tatsachen werden auch einfach ignoriert, wie zum Beispiel, dass Aerith und Kadaj eigentlich beide ‚tot‘ sind. Das ist grundsätzlich nicht schlimm, aber dass nicht einmal ein Grund abgeliefert wird, wie es dazu kam, ist sehr schade. Der Inhalt scheint auf mich spontan ausgedacht und wenig durchdacht, wodurch sich auch die häufig auftauchenden Wiedersprüche und logischen Ungereimtheiten erklären lassen. Zum Beispiel wird zuerst geschrieben „Wieder suchte der Giftzwerg(Kadaj) Ärger“ und kurz danach behauptet selbiger „Dabei wollte er heute Abend keinen  Streit “. Ein anderes Beispiel wäre Cloud, der an einer Stelle zu Kadaj sagt: „Wenn du dich prügeln willst, dann kommt morgen früh nach hier“(Originalzitat) und dann auf einmal wird geschrieben „Er stöhnte innerlich und wusste dennoch, dass er um den Kampf nicht herum kam.“ Neben solche sich widersprechenden Aussagen fielen mir auch logische und faktische Fehler auf. Zum Beispiel werden Taranteln mit Vogelspinnen gleichgesetzt und Kadaj ist in der Lage sich ohne Schmerzen auf einen entzündeten und geschwollenen Fuß zu setzen. Insgesamt ist die Handlung sehr gestellt, von den Autoren so konstruiert und dabei nur selten realistisch.

 

Um das Drumherum wird sich wenig gekümmert, da es anscheinend nur Mittel zum Zweck ist.Alles wird von den Autorinnen aka. Aerith so hingebogen, bis es ihnen in den Kram passt, die Romanze kommt viel zu plötzlich und eigentlich auch ohne triftigen Grund – schließlich sind Kadaj und Cloud vorher Feinde und beide mehr oder weniger heterosexuell veranlagt. Das Setting und die Situationen, in die Cloud und Kadaj geraten, sind wenig originell und kamen so oder ähnlich schon in duzenden anderen Fanfictions vor. Die Handlung ist zusätzlich noch sehr detailarm, da sich Details anscheinend ausschließlich im Kopf der Autoren abspielten und nicht aufs ‚Papier‘ übertragen wurden.

 

Verbesserungsvorschläge: Der Plot muss auf logische Fehler und Widersprüche überprüft werden.

Nur selten sind RPGs direkt nach dem Schreiben zur Veröffentlichung geeignet. Meistens muss noch Vieles bearbeitet und hinzugefügt werden. Das sollte nachgeholt werden.

In jeder Geschichte ist es so, dass der Autor den Plot konstruiert. Das allerdings sollte der Leser nicht bemerken. Man sollte also darauf achten, dass die Handlung auch realistisch ist. Im Mindesten müssen aber Fakten recherchiert werden, die man einbringt.

 

Charaktere

 

Bis zu der Stelle, an die ich gelesen habe, kamen vier Charaktere vor: Cloud, Kadaj, Aerith und eine selbsterfundene Dame namens Michiko, die kurz auftaucht.

 

Cloud wird als gefühlskalt und schweigsam dargestellt. Seine Kampfkünste sind hier praktisch nicht vorhanden, aber er ist immerhin stärker als Kadaj. Bis auf eine kurze Anspielung auf seine Beziehung zu Sephiroth bleiben diese Eigenschaften aber das Einzige, was von Cloud interessantem, vielschichtigem Charakter übrig bleibt. Leider wird selbst das schnell vergessen, denn nachdem Cloud so fertig ist, weil er den Namen „Sephi“ hört, findet er kurz danach schon Kadajs makogrüne Augen schön, die ihn auf einmal gar nicht mehr an seinen Erzfeind erinnern. Alles Weitere geht in Machoverhalten unter, das auch von einem 12-Jährigen stammen könnte. Das Potenzial, das in seinem Charakter steckt, bleibt weitestgehend unerschlossen.

 

Bei Kadaj ist es genauso, nur dass seine Person noch stärker verdreht wird. Im Original  wird als grausamer, verrückter und sehr intelligenter Teenager voller Gegensätze dargestellt, der seine Brüder voll im Griff hat, auch wenn er der Jüngste ist. Hier wird er zum trotzigem, zickigen und schwachen Tollpatsch, der ständig nur in der Defensive ist und sich überhaupt nicht gegen Cloud durchsetzen kann.  Alles was an ihm interessant gewesen wäre, ist verschwunden und zurück bleibt eine Person, die nichts mit dem Kadaj aus Final Fantasy 7 zu tun hat.

 

Aerith mutiert hier zur Göttin, die alles und jeden auf ihrer kleinen Insel manipulieren kann. Sie zaubert Hütten hin, weg und um, wie es ihr gefällt. Ansonsten kommt sie nicht viel vor.

 

Michiko ist jemand, den man getrost auch ‚plot device‘ nennen kann. Sie kommt auf die Insel, um die Jungs davon zu überzeugen, dass auf der Insel Kannibalen leben. Nachdem sie ihren Zweck erfüllt hat und der Streich gespielt, wollen die Autorinnen sie offensichtlich loswerden.  Das äußert sich darin, dass die Jungs sie auf einmal total nervig finden und sie abfällig als ‚Mutter der Nation‘ bezeichnet wird, weil sie ihre Wunden versorgen will. Dann kommt man plötzlich auf die Idee, dass sie ja Cloud verführen könnte und als der sie abweist, versucht sie Kadaj mit Tee unter Drogen zu setzen. Alles unter dem Deckmantel von Einsamkeit, weil sie ja auf der Insel – die sie erst ein paar Tage bewohnt – ach so allein ist. Und so verschwindet sie dann auch, aber da sie kaum vorkam, interessiert das sowieso kein Schwein.

 

An sich birgt das Original jede Menge tiefgründige, interessante Charaktere und einige Interpretationsmöglichkeiten. Gerade Cloud und Kadaj hätten so viel Potenzial in sich, das aber in keinster Weise auch nur angetastet wird. So tut es mir gleich noch mehr weh zu sehen, wie sie dann in Geschichten zu platten Briefmarken verarbeitet werden, die allenfalls den Namen mit dem Original gemeinsam haben. Die Autoren haben sich leider viel zu wenig mit ihren Charakteren auseinandergesetzt. Sie verbiegen sie bis zur Unkenntlichkeit, damit sie in ihren Plot passen, wo es doch eigentlich andersrum sein sollte. Auch wird das Verhalten der Charaktere oftmals erklärt anstatt dass man es einfach beschreibt. Dadurch geht jeder Interpretationsspielraum verloren.

 

Verbesserungsvorschläge: Recherche ist das A und O, wenn man einen Charakter treffend darstellen will. Es gibt viele Internetseiten, die sich mit Final Fantasy VII und ihren Charakteren beschäftigen. Nutzt sie!

Man passt die Protagonisten nicht an den Plot an. Man wählt den Plot so, dass er zu den Protagonisten passt!

Auch in Nebenpersonen sollte man Mühe stecken, wenn sie ernst genommen werden sollen.

 

Fazit

 

Ich zweifle keine Sekunde daran, dass beide Autoren jede Menge Spaß beim Schreiben dieses Rollenspiels hatten. Aber das ist auch alles, was diese Geschichte ausmacht: Ein Spiel, das Spaß macht, in das aber nicht besonders viel Mühe oder Gedanken gesteckt wurden. Die Autoren haben sich weder mit der Geschichte von Final Fantasy VII noch mit den Charakteren, die sie sich da ausgeliehen haben, groß auseinandergesetzt und daher bleibt das Potenzial darin unerschlossen. Die Handlung ist konstruiert und in keiner Minute des Lesens kam in mir das Gefühl von Echtheit oder Realität auf. Die Idee ist nicht neu, die Situationen voller Klischees und mit der detailarmen Umsetzung konnte die Geschichte mich auch nicht überzeugen. Unter dem Gesichtspunkt ‚Spaß‘ erfüllt dieser Text sicherlich seinen Zweck, wenn auch nur für die Autoren, die ihn geschrieben haben.

 

Smailii1805

von Smailii1805 - veröffentlicht in: Spiele
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